weather-image
22°

Culturverein zeigt am Freitag Kultkomödie mit Cary Grant

„Man bringt keine Leute um“

Hessisch Oldendorf. Als Lehárs „Lustige Witwe“ ihren Siegeszug um die Welt antrat, löste der britische Schauspieler und Sänger Archibald Alexander Leach in der Rolle des Grafen Danilo in Amerika eine Massenhysterie aus. Sein ausgefeilter Sinn für Komik bescherte ihm in dieser Paraderolle über Jahre ausverkaufte Häuser am Broadway. Kein Wunder, dass auch Hollywood auf den britischen Beau aufmerksam wurde.

veröffentlicht am 11.03.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 02:41 Uhr

Autor:

VON STEFAN BOHRER
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Nur an dem Namen stießen sich die Studiobosse. Klar war, Leach sollte als Gegenpol zum Kassenstar Gary Cooper eingesetzt werden. Also musste Leach einen Künstlernamen annehmen, möglichst mit den gleichen Initialen wie Coopers. So wurde schließlich aus Archibald Alexander Leach jener Gegenstar, der durch das vermeintlich seichte Komödienfach weltweit bekannt wurde – Cary Grant.

Übrigens hat Grant für seine verschiedenen Rollen nie einen Oscar erhalten. Und trotzdem hat er in einer ganzen Reihe kommerziell erfolgreicher und von der Kritik gerühmter Filme mitgespielt. Seine schönste Rolle ist vielleicht die des schusseligen Literaturkritikers Mortimer Brewster. Ein Film mit immerhin 13 Leichen.

Wer jetzt glaubt, dass es sich dabei um einen harten Thriller handelt, der irrt gewaltig, denn über die zahlreichen Toten im Keller kann man nichts weniger als sich scheckig lachen. Dabei frönen zwei scheinbar harmlose und liebenswürdige alte Damen einem seltsamen Hobby: Sie vergiften ältere Herren, die dann von Mortimers verquerem Bruder Teddy, der sich ganz nebenbei für den Präsidenten Theodor Roosevelt hält, im Keller mit allen militärischen Ehren beigesetzt werden. Zumal Teddy mit dem Spaten in der Hand glaubt, den Panamakanal zu bauen. Durch Zufall entdeckt ihr zu Besuch gekommener Neffe Mortimer das Treiben. Doch kann der seine Familie an die Polizei verraten?

Der Film, gedreht von Regisseur Frank Capra, zählt zu den Jahrhundert-Komödien. Selten ist ein Vorstadt-Idyll rasanter und hysterischer ins Makabre abgedriftet. Grants Talent, dämlich aus der Wäsche zu schauen und damit bei den pfeilschnellen Pointen, die im Sekundentakt abgefeuert werden, ausgiebig zu punkten, läuft in diesem Film zur Höchstform auf. Legendär sein Satz: „Man bringt keine Leute um. Erst ist es eine schlechte Angewohnheit, und irgendwann wird es zur Unsitte!“

Und dass dieses mörderische Chaos schließlich auch noch zu einem äußerst harmonischen Ende führt, beweist, dass Capra ein Händchen fürs Makabre hatte. Der Culturverein zeigt am kommenden Freitag, 14. März, ab 19.30 unter dem Motto „Eintritt frei – Kinder die Hälfte“, diese Kultkomödie dort, wo sie einfach hingehört – im Kultourismusforum.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt
    X
    Herzlichen Glückwunsch, Ihr Adblocker funktioniert!

    Wir verstehen, dass Sie nicht hier sind, um Werbung zu sehen.
    Aber Werbe- und Aboeinnahmen sind wichtig für unsere journalistische Arbeit.


    Unterstützen Sie unseren Qualitäts-Journalismus, indem Sie Ihren Adblocker deaktivieren
    oder sich mit einem gültigem Digital-Abo anmelden.

    Sie haben ein Digital-Abo? Hier anmelden!

    Noch kein Digital-Abo?