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In Zukunft könnte die Zahl steigen

Männliche Erzieher: Anteil in Hessisch Oldendorf relativ hoch

HESSISCH OLDENDORF. Ein Mann als Erzieher in der Kita – in der gesellschaftlichen Wahrnehmung ist das so ungewöhnlich wie eine Frau auf dem Bau. Nur um die fünf Prozent der Pädagogen in den Kindergärten sind im Bundesdurchschnitt männlich. In Hessisch Oldendorf ist das anders: In den Kindergärten arbeiten immerhin zehn Prozent männliche Erzieher – zurzeit sind es acht von insgesamt 80 Beschäftigten.

veröffentlicht am 16.01.2018 um 15:34 Uhr
aktualisiert am 16.01.2018 um 17:20 Uhr

Männer sind in Kitas stark unterrepräsentiert – doch in Hessisch Oldendorf liegt der Anteil immerhin bei zehn Prozent. Foto: Pixabay
Jens Spickermann

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Im Zeitraum der Projektes „Mehr Männer in Kitas“ von 2011 bis 2013 ist die Anzahl der männlichen Erzieher merklich angestiegen. Die Ausgangslage sei ähnlich gewesen wie auch anderswo in der Bundesrepublik, sagt Margareta Seibert, zuständige Abteilungsleiterin der Stadt. In den bundesweiten Männeranteil von drei Prozent, den das Familienministerium 2015 angab (Stand 2008), sind sogar männliche Praktikanten und FSJler mit eingerechnet. 2016 soll der Anteil um fünf Prozent gelegen haben. In Hessisch Oldendorf hat sich der Männeranteil nun auf einem vergleichsweise hohen Niveau stabilisiert.

Zehn Prozent – das ist zwar immer noch ein ziemlich geringer Anteil. Trotzdem zeigen die Zahlen, dass der Männerzuwachs durch das Projekt keine Eintagsfliege war: Trotz der Mitarbeiterfluktuation ist der Anteil auch nach Projektende nicht gesunken. Ende 2015 lag er mit sieben Männern von insgesamt 70 Mitarbeitern ebenfalls schon bei zehn Prozent. Doch es besteht Aussicht auf weiteren Zuwachs: „Wir kriegen jetzt regelmäßig Bewerbungen von Männern“, sagt Seibert. „Da ist eine Entwicklung erkennbar.“ Es sei zwar „ein Kommen und Gehen“. „Aber wir arbeiten daran, dass es noch mehr Männer werden.“ Konkret bedeutet das, dass Männer als Erzieher bevorzugt eingestellt werden, wenn sie sich bei der Stadt bewerben. „Für den Bauhof nehmen wir ja auch lieber die Mädchen“, erklärt Seibert. Obwohl die Stadt nicht mehr so viel Werbung macht, um Männer für den Beruf zu begeistern, (für das Projekt wurde sogar ein Kino-Werbespot produziert) könnte es durch den gestiegenen Männeranteil weitere männliche Schulabgänger in den Beruf ziehen. „Sehr viele Männer haben über Jahrzehnte gedacht, sie könnten wegen der Vorurteile nicht in Kitas arbeiten“, sagt Seibert. Die Erzieher, die bereits dort tätig sind, beweisen nun das Gegenteil. Wenn der Arbeitgeber außerdem signalisiere, dass Männer in den Kitas erwünscht sind, dann zeige das auch Wirkung, so Seibert. „Das sind Signale, die wahrgenommen werden. Das ist überall so, wo es eine Unterrepräsentanz gibt.“ Durch die gezielte Ansprache von Jungen, wie zum Beispiel am Zukunftstag, an dem Mädchen und Jungen geschlechteruntypische Berufe kennenlernen sollen, hätten auch gewisse Vorurteile ausgeräumt werden können. Die Bezahlung sei beispielsweise nicht so schlecht, wie oft angenommen, sagt Seibert.

Doch warum hat die Stadt überhaupt ein Interesse daran, mehr Männer für die Kitas anzuwerben? Mit den Frauen funktionierten die Einrichtungen ja bisher ganz gut.

„In Zeiten des Fachkräftemangels wäre es fatal, auf das Potenzial von Männern in dem Beruf zu verzichten“, sagt Seibert. Für Kinder sei es außerdem wichtig zu erleben, dass es Zuwendung und Betreuung nicht nur von Frauen gibt. Angestrebt werde „eine Vielfältigkeit von Geschlechtermodellen“ Einigen Vätern falle es außerdem leichter, mit einem anderen Mann über Erziehungsthemen zu sprechen als mit einer Frau.

Die Geschlechterklischees sollen in den Kindergärten übrigens nicht nur durch die Anwerbungs- und Einstellungsmaßnahmen durchbrochen werden. Die Kitas hätten auch die Pädagogik umgestellt, sagt Seibert. So sollen beispielsweise die Mädchen mehr für die „Bauecke“ begeistert werden.



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