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Oberschule kooperiert im Ausbildungsbereich mit dem Aerzener Konzern

Lenze kommt ins Klassenzimmer

HESSISCH OLDENDORF. Dem Aerzener Unternehmen Lenze fehlen Bewerber auf Azubi-Stellen. Gleichzeitig wünscht sich die Oberschule für die eigenen Absolventen gute Ausbildungsplätze. Deshalb kooperieren das Unternehmen und die Schule nun dabei, die Jugendlichen bei der Berufswahl zu unterstützen und ihnen Möglichkeiten bei dem Technologie-Konzern aufzuzeigen.

veröffentlicht am 21.09.2018 um 17:15 Uhr

An der Oberschule wird bereits viel mit digitalen Hilfsmitteln gearbeitet. Lenze-Mitarbeiter haben nun Unterrichtsstunden besucht, um sich ein Bild davon zu machen, wie 6000 Euro am besten für Technik eingesetzt werden können. Foto: jsp
Jens Spickermann

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Neben Ausbildungsplätzen für 2019 hat das Unternehmen noch etwas anderes zu vergeben: Bei der letzten Hannover-Messe waren die Oberschüler am zahlreichsten von allen Schulen am Lenze-Messestand erschienen, weswegen das Unternehmen nun Technik im Wert von 6000 Euro spendiert.

Ein kürzlicher Besuch von Lenze-Vertretern an der Oberschule hatte daher zwei Ziele: Kooperationen im Ausbildungsbereich zu vereinbaren und über die Verwendung der 6000 Euro zu entscheiden. Dabei hospitierten die Vertreter in mehreren Unterrichtsstunden, in denen digitale Technik als Lehrmittel eingesetzt wird.

Das Ergebnis: Die Schule bekommt, was sie auf ihre Wunschliste gesetzt hat. Darauf stehen unter anderem 15 Sprachcomputer, Drucker, PC, Monitore sowie die Software WebUntis. Letztere ermöglicht es unter anderem, Vertretungspläne per Smartphone-App nachzulesen und dient als digitales Klassenbuch.

Das Technik-Paket ist für die Oberschule eine willkommene Unterstützung. Nicht weniger interessant sind die Kooperationsvereinbarungen. Geplant ist, dass Lenze-Azubis in die Schule kommen und von Berufsbildern und ihren eigenen Erfahrungen berichten. Nach Möglichkeit soll es sich bei den Azubis um Absolventen der Oberschule handeln – so sollen niederschwellig und auf Augenhöhe Informationen vermittelt werden. Umgekehrt möchte die Firma Workshops für interessierte Schüler anbieten, um vor Ort Eindrücke von der Firma und den Tätigkeiten zu vermitteln. Nach den Ferien sind außerdem Betriebserkundungen durch die höheren Jahrgänge geplant. Ein weiteres Angebot läuft bereits seit einigen Wochen: Schüler können über die Smartphone-Applikation WhatsApp direkt Fragen an einen Mitarbeiter des Unternehmens stellen.

„Wir wollen mehr Bewerber haben“, erklärt Lenze-Mitarbeiter Michael Beckmann. Im nächsten Jahr werde das Unternehmen mehr Ausbildungsplätze anbieten als bisher, die aller Voraussicht nach aber nicht alle besetzt werden könnten. Besonders im technischen Bereich gebe es Bewerber-Mangel, im kaufmännischen weniger.

Die Oberschule hat ihrerseits das Problem, dass viele Jugendliche nicht genau wissen, für welche Berufe sie sich wie bewerben sollen. Im Ergebnis würden viele von ihnen zunächst weiterführende Schulen besuchen, obwohl sie in einer Ausbildung eigentlich besser aufgehoben wären, sagt Schulleiter Ottmar Framke. Im Anschluss landeten sie dann nicht selten in Berufen, die sie schon nach Klasse 10 hätten beginnen können.

Um die Schüler an Ausbildungsberufe heranzuführen, gibt es bereits Kooperationen mit Berufsschulen. Die älteren Schüler fahren zwei Mal in der Woche dorthin und insbesondere die Schüler des Hauptschulzweiges lernen dort praktische Tätigkeiten kennen. Damit es beim Berufseinstieg auch gut klappt und Probleme rechtzeitig zur Sprache kommen, werden sie bis zu einem halben Jahr nach ihrem Abschluss weiterhin von der „Competenz Werkstatt Beruf“ betreut.

Für Hauptschulabsolventen ist die Ausgangssituation trotzdem schwierig – ebenso für Schüler mit mangelhaften Deutschkenntnissen, wie Lehrerin Meike Recktenwald und Jana Meißner von der Competenz Werkstatt auf Nachfrage erfuhren. Erstere hätten zwar bei entsprechenden Grundvoraussetzungen Chancen eingestellt zu werden. Als Azubis würden sie aber nicht selten durch schlechte Leistungen auffallen, berichtet Lenze-Mitarbeiter Bernd Kirsch. Aus dem Ausland stammende Bewerber müssten zumindest so gute Deutschkenntnisse haben, dass sie dem Berufsschulunterricht folgen können. Trotz der aktuell guten Bedingungen auf dem Ausbildungsmarkt, wird es also nicht für alle Absolventen leicht, eine Lehrstelle zu finden.



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