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Kooperationen mit der Grundschule Hemeringen zeigen Konzept als Gewinn

Leiden Vereine unter Ganztagsschulen?

Hemeringen. Ganztagsschulen sorgen für weniger Mädchen und Jungen in den örtlichen Sportvereinen? Diese Hypothese stellt die MedikuS-Studie (Studie für Medien, Kultur und Sport bei jungen Menschen) im Auftrag der Landesregierung auf: Danach sind prozentual 60,9 Prozent der Halbtagsschüler in Vereinen aktiv, aber nur 50,3 Prozent der Ganztagsschüler. Ein satter Unterschied von mehr als zehn Prozentpunkten.

veröffentlicht am 24.03.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 01:41 Uhr

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Autor:

von Fabian Gräflich
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Seit dem Schuljahr 2010/2011 ist die Grundschule in Hemeringen eine offene Ganztagsschule. Ihre Rektorin Renate Papay sieht das neue Schulkonzept als Gewinn – und für ihre Schule neue Möglichkeiten: „Wir können nun am Nachmittag verschiedene Arbeitsgemeinschaften mit örtlichen Sportvereinen anbieten – die Trainer kommen zu uns in die Schule. Diese Option lässt sich von den Vereinen eben erst am Nachmittag umsetzen.“ Die Schüler können unter anderem wählen zwischen einer Handball-Arbeitsgruppe (AG) vom VfL Hessisch Oldendorf und einer Leichtathletik-AG des Time Sports Hessisch Oldendorf.

„Der TSV Fuhlen ist neu eingestiegen. Er bietet eine Tischtennis AG bei uns an“, freut sich Papay. Gerade in dieser Gruppe sieht sie sehr viel Potenzial und glaubt, viele Schüler für den TSV gewinnen zu können. Grund: In Hemeringen selbst gibt es derzeit keinen Tischtennisverein.

Einen Turnverein gibt es vor Ort aber sehr wohl. Warum kooperiert die Grundschule Hemeringen dennoch mit Time-Sports Hessisch Oldendorf für eine Leichtathletik AG? Wir haben bei der Vorsitzenden des Turnvereins (TV) Hemeringen, Iris Hünermund, nachgefragt: „Keiner unserer Trainer würde es vor 15 Uhr in die Grundschule schaffen. Da ist aber schon die Unterrichtszeit vorbei“, erklärt sie.

Papay hat sich in ihren Schulklassen umgehört – und nahm dabei keine Abkehr vom Sport nach der Schule wahr. Sie meint, eher das Gegenteil beobachten zu können und führt an: „Die Schüler, die in Vereinen sind, gehen nach Schulschluss motiviert zum Sport und freuen sich über Ausgleich. Dafür lassen sie dann auch mal ihre AG sausen. Etliche treiben aber auch zweimal am Tag Sport.“ Außerdem berichtet sie, dass durch die Kooperationen in den vergangenen Jahren bereits Schüler in die Vereine gelockt wurden.

Die Landesregierung sieht im demografischen Wandel einen weiteren Faktor für Mitgliederschwund bei den Sportvereinen. Dem stimmt Papay zu, trotzdem zieht sie ein positives Fazit zu dem Ganztagsschulangebot ihrer Schule: „Leider können wir nur zwei Wochenstunden Sport anbieten, da sind die AGs ein willkommener Bonus. Außerdem haben wir mit unseren Kooperationen Schüler für Vereine gewinnen können.“

Das Konzept offene Ganztagsschule bietet den Schülern die Möglichkeit, nach ihrer Mittagspause die Hausaufgaben in der Schule zu machen. „So können sie sich nach Schulschluss voll und ganz ihrer Freizeitgestaltung widmen“, sagt Papay.

Der Hypothese „weniger Mitglieder im Verein durch Ganztagsschulen“ kann Hünermund als Vereinsvorsitzende nicht zustimmen: „Zwar gab es im ersten Jahr nach der Einführung des Konzepts weniger Eintritte von Jungen und Mädchen im Verein. Seither werden es jedoch wieder mehr.“

Damit steht der TV Hemeringen nicht als Verlierer da. Der Verein Time-Sports und der VfL Hessisch Oldendorf bieten bereits seit Jahren eine AG in der Grundschule Hemeringen an. Beide Vereine profitieren dadurch und sehen sich als Gewinner des Ganztagsschulangebotes. „Seit zwei Jahren kooperieren wir bereits mit der Schule. Fünf bis sechs Schüler haben wir mittlerweile bestimmt schon aus dem Ort gewonnen“, freut sich der 1. Time-Sports-Vorsitzende Michael Franke. Wie die anderen AGs auch, wird sein Angebot aus dem Budget der Ganztagsschule finanziert.



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