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Arbeiten im Lipper-Gang in der Schillat-Höhle könnten neue Höhlensysteme preisgeben

Legen Grabungen ein Geheimnis frei?

LANGENFELD. Die Höhlenführer Kurt Janke und Hartmut Brepohl nehmen sich an diesem Tag richtig Zeit. Rund 100 Höhlenbegeisterte werden durch den begehbaren Teil der Schillat-Höhle geführt und erfreuen sich dabei an der bizarren Welt unter Tage. Doch die Höhle könnte noch viel größer sein, wie Grabungen vermuten lassen.

veröffentlicht am 02.10.2017 um 13:41 Uhr

Bis zur Freilegung des Lipper-Ganges werden aber noch einige Jahre vergehen. Foto: gök
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Christian Göke Reporter
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Die längste bekannte Höhle der Welt ist die Mammoth Cave in den USA, die sich im US-Bundesstaat Kentucky in bisher 628 entdeckten und vermessenen Kilometern durch die Erde zieht. Vermutlich ist die Schillat-Höhle nicht so lang. Der bisher bekannte Teil ist rund 180 Meter lang und liegt in einer Tiefe von 45 Metern. Bekannt sind drei nebeneinanderliegende Höhlensysteme, wobei die große Riesenberg-Höhle neben der Schillat-Höhle mit ihren 1100 Metern Länge geologisch besonders wertvoll ist und aufgrund ihres Naturschutzes nur zweimal im Jahr von Höhlenforschern besucht werden darf.

Höhlenforscher aus Ostwestfalen von der AGHKL – der Arbeitsgemeinschaft Höhle und Karst Lippe – entdeckten in der Schillat-Höhle einen Kreuzgang, der fortan den Namen Lipper-Gang erhielt. Anfang 2002 starteten freiwillige Arbeiter von der AGHKL, den Höhlenfreunden Hannover und andere Ehrenamtliche mit der Freilegung der lehmverfüllten Höhle. Bei einer ungefähren Breite von einem Meter und achtzig Zentimetern Höhe wurde über die Jahre viel Aushub ins Freie gebracht. Pro Arbeitstag schaffen es mindestens acht Freiwillige, rund einen Meter tiefer in die Höhle vorzudringen. „Dank eines Wünschelroutengängers schätzen wir, dass der Lipper-Gang ungefähr eine Länge von achtzig Metern hat. Mehr als die Hälfte haben wir also schon geschafft“, so Martin Duensing von den Höhlenfreunden Hannover, der auch die gute Zusammenarbeit der verschiedenen Vereine unter Tage lobt. Anders würde man aber wohl auch nicht mindestens acht Arbeiter für einen Arbeitstag zusammenbekommen, da die Arbeit sonst nicht effektiv ist. Mit Seilwinden wird der Abraum aus dem Gang gezogen, der vorher in Handarbeit in die Gefäße gefüllt wird. Im Lipper-Gang spüren die Höhlenforscher einen starken Luftzug, was für ein weiteres Höhlensystem spricht. Bis zur Freilegung des Lipper-Ganges werden aber noch einige Jahre vergehen, da im Jahr meistens nur vier bis fünf Arbeitstage unter Tage gearbeitet wird. Dafür haben die Männer auch eine Sauerstoffanlage und Licht in den Lipper-Gang gelegt. Auf dem Weg in die Dunkelheit sind auf dem Boden viele Fließfacetten zu sehen, was zeigt, dass früher Wasser vom Lipper-Gang in die Schillat-Höhle floss. Die Faszination für die Ruhe und das Unbekannte treibt die Höhlenforscher in die Höhlen. Dabei haben sie in den letzten Jahren schon zahlreiche Höhlen entdeckt, wobei sie unter Tage sogar mit einem Kristallsee und wundervollen Entdeckungen belohnt worden sind. Der Lipper-Gang in der Schillat-Höhle wird für die Öffentlichkeit aufgrund seiner Höhe sehr wahrscheinlich nicht begehbar sein. Vielleicht zeigt er aber bald den Weg in eine neue bizarre Welt, die dann noch einen anderen Ausgang zur Oberwelt bergen könnte.

Hartmut Brepohl zeigt den Besuchern die interessanten Ecken der Schillat-Höhle. Foto: gök
  • Hartmut Brepohl zeigt den Besuchern die interessanten Ecken der Schillat-Höhle. Foto: gök
Mit Kraft wird der Abraum aus dem Lipper-Gang gezogen.Foto: gök
  • Mit Kraft wird der Abraum aus dem Lipper-Gang gezogen.Foto: gök

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