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Typisierungsaktion für Stefan Otto

Lebensretter gesucht

HESSISCH OLDENDORF. „Stefan ist Stefan – ein großherziger und loyaler Freund, einer der immer da ist, wenn man ihn braucht – humorvoll, begeisterungsfähig und inspirierend. Stefan ist ein Familienmensch, der das Leben liebt.“ So beschreiben langjährige Freunde Stefan Otto, der gerade ums Überleben kämpft.

veröffentlicht am 14.11.2016 um 15:01 Uhr
aktualisiert am 26.11.2016 um 15:21 Uhr

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Reporterin

Seit einigen Tagen ist das Gesicht des 59-Jährigen an ganz unterschiedlichen Orten präsent: „Stefan sucht Helden!“, ist das Plakat mit seinem Konterfei überschrieben, das auf eine DKMS-Registrierungsaktion hinweist. „Die Diagnose Blutkrebs hat mein Leben komplett auf den Kopf gestellt. Doch ich kämpfe und werde die Krankheit besiegen, denn ich möchte meinen Lieblingsplatz, unseren schönen Gartenteich, noch viele Jahre mit meiner Familie genießen können“, gibt der zweifache Vater auf dem Plakat preis.

Seit wenigen Wochen weiß der Berufsschullehrer: Er kann nur überleben, wenn es einen Menschen mit nahezu den gleichen Gewebemerkmalen gibt und dieser zur Stammzellspende bereit ist. Um etwas für seinen schwer erkrankten Freund zu tun, hat das Ehepaar Kagelmacher aus der Kernstadt kurzerhand die Registrierungsaktion organisiert. „Selbst wenn Sie mir mit Ihrer Spende nicht helfen können, hoffe ich, dass Sie vielleicht irgendwo auf der Welt einem anderen Blutkrebspatienten das Leben retten können“, erklärt Stefan Otto.

„In den Sommerferien fiel uns erstmals auf, dass Stefan schneller schlapp war als gewohnt“, erzählt Ehefrau Karin und betont: „Aber er hat sich gut gefühlt, es gab keinen Grund zur Sorge.“ Nach dem Besuch des H.O-Ton-Musikfestivals Ende September habe es ihr Mann nur mit einer Verschnaufpause bis nach Hause geschafft. „Als er dann nach einem achtstündigen Schultag völlig erschöpft einschlief, war mir klar: Da stimmt was nicht.“

Am nächsten Vormittag lässt sich Stefan Otto beim Arzt Blut abnehmen, tags darauf erfährt er: „Die Blutwerte sind alarmierend, es sieht nicht gut aus.“ Nach einer Knochenmark-Entnahme steht fest: Stefan Otto leidet an AML, Akuter Myeloischer Leukämie, einer bösartige Erkrankung des blutbildenden Systems. „Von da an wussten wir, dass in seinem Fall nur eine Stammzelltransplantation helfen kann“, sagt Karin Otto und ergänzt, dass sich seine Schwester umgehend habe typisieren lassen. Mittlerweile ist bekannt: Sie kommt als genetischer Zwilling nicht in Frage.

Seit fast vier Wochen liegt Stefan Otto in einem Isolierzimmer im Sana-Klinikum, die erste Chemotherapie hat er hinter sich, noch kämpft er mit den Nachwirkungen. Seine Frau ist täglich an seiner Seite. „Stefan ist voller Hoffnung und dank der Anteilnahme und großen Hilfe sehr gerührt“, berichtet sie und betont: „Gemeinsam nehmen wir diese Herausforderung an.“

Währenddessen bewerben Astrid und Frank Kagelmacher die Registrierungsaktion: „Unter dem Motto ‚Stefan sucht Helden!‘ können sich alle gesunden Menschen zwischen 17 und 55 Jahren am Samstag, 26. November, von 11 bis 16 Uhr im Feuerwehrhaus im Steinbrinksweg 1 in Hessisch Oldendorf als potenzieller Stammzellspender bei der DKMS registrieren lassen.“ Das geht übrigens einfach und schnell: Nach dem Ausfüllen einer Einverständniserklärung werden jedem Spender fünf Milliliter Blut abgenommen, damit dessen Gewebemerkmale im Labor bestimmt werden können. Für die Blutabnahme haben sich zehn freiwillige Krankenschwestern und Arzthelferinnen gefunden und auch Stefan Ottos Hausarzt, Allgemeinmediziner Horst Böker wird vor Ort sein. „Spender, die sich bereits bei einer anderen Aktion in der Vergangenheit registrieren ließen, müssen nicht erneut mitmachen – einmal aufgenommene Daten stehen weiterhin weltweit für Patienten zur Verfügung“, erläutert Bürgermeister Harald Krüger. Er hat sich bereit erklärt, als Schirmherr zu fungieren. Große Unterstützung bei der Vorbereitung erhalten Astrid und Frank Kagelmacher auch von Ortsbrandmeister Kay Schönfelder. Interhelp hat dem Organisationsteam personelle Unterstützung angeboten, kann auf Wunsch ehrenamtliches medizinisches Fachpersonal zum Abnehmen der Blutproben stellen. Viele weitere Helfer haben sich für den Spendentag gemeldet, an dem übrigens auch Kaffee und Kuchen gegen eine Spende ausgegeben werden.

Wer nicht versteht, warum auf den Plakaten auch zu Spenden aufgerufen wird, dem erklärt Frank Kagelmacher: „Eine Registrierung bei der DKMS macht nicht nur eine Blutabnahme, sondern auch die Laboruntersuchung erforderlich – und die kostet pro Blutprobe 40 Euro und kommt ebenfalls allen Blutkrebspatienten weltweit zugute.“ Am Montag gab der Präsident des Rotary Clubs Hameln, Rüdiger Jackson bekannt, dass der Service-Club die Kosten für 50 Typisierungen, also 2000 Euro übernimmt und dabei ist, weitere Geldmittel einzuwerben. Für diejenigen, die die Aktion „Stefan sucht Helden!“ unterstützen möchten, an der Registrierung aber nicht teilnehmen können, besteht die Möglichkeit, Geld zu überweisen an IBAN DE78 2546 2160 0659 2830 00, BIC: GENODEF1HMP.“



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