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Bereits rund 50 Paare der gefährdeten Froschlurche / Ehemaliges Militärgelände bald Naturschutzgebiet

Lebensraum für Gelbbauchunke und Co.

HESSISCH OLDENDORF. Das Naturschutzgebiet „Ehemaliger Standortübungsplatz Pötzen“ rückt näher. Um vor allem der stark gefährdeten Gelbbauchunke, aber auch anderen bedrohten Tieren einen Lebensraum zu bieten, soll das rund 26,7 Hektar große Areal unter besonderem Schutz stehen. Der endgültige Beschluss steht kurz bevor.

veröffentlicht am 15.09.2017 um 12:29 Uhr

„Streng geschützt“: Besonders die Gelbbauchunke mit dem typischen Fleckenmuster gibt den Ausschlag für das Schutzgebiet. Foto: dpa
Christian Branahl

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Christian Branahl Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
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Der Kreisumweltausschuss stimmte der entsprechenden Verordnung zu, nun fehlt noch die Entscheidung des Kreistages am 26. September.

Schon jetzt zeichnet sich ab, wie gut sich das Vorkommen der rund 3,5 bis 5 Zentimeter kleinen Froschlurche mit dem auffallend gelben Fleckenmuster entwickelt hat. Ungefähr 50 Paare gebe es dort inzwischen, sagte Harald Baumgarten vom Naturschutzamt des Landkreises über die europaweit nach der FFH-Richtlinie geschützte und gemäß Bundesnaturschutzgesetz „streng geschützte“ Unkenart. Anfang der 1990er Jahre seien es noch sieben Paare gewesen. Der Gelbbauchunke dient der besondere Zweck des Naturschutzgebietes „aus zahlreichen zusammenhängenden, unbeschatteten, vegetationsarmen, im Spätsommer austrocknenden Klein- und Kleinstgewässern in strukturreicher Umgebung (Wald, Gehölz, Hochstaudenflur)“. Das Areal gilt mit seiner Strukturvielfalt darüber hinaus als ein wichtiger Rückzugsraum für Feldvögel wie Rebhuhn, Feldschwirl, Goldammer und Baumpieper. Gleichzeitig ist das Gebiet ein waldnahes Jagdrevier des Uhus.

Was für viele überraschend anmutet: Besonders die schwerwiegenden Belastungen durch die Fahrzeuge der britischen Streitkräfte waren es in den früheren Jahren, die das ehemalige Militärgelände für die gefährdeten Unken attraktiv machten. Die schweren Pioniergeräte hinterließen auf dem Areal Fahrspuren, die sich später mit Wasser füllten. Gelten die Unken als typische Bewohner der Bach- und Flussauen, bevorzugen sie als Ersatzlebensräume temporäre Kleinstgewässer wie Fahrspuren, Pfützen und kleine Wassergräben, die meist vegetationslos und somit frei von konkurrierenden Arten und Fressfeinden sind.

Heute helfen in Pötzen teilweise Bagger nach, damit Teile des Areals im künftigen Naturschutzgebiet nicht zuwachsen. Dazu beitragen soll auch ein ganzjähriger Weidebetrieb in Absprache mit der Landwirtschaft, wie Baumgarten erläuterte.

Die im Gebiet befindlichen privaten Grundflächen waren durch die Naturschutzämter des Landkreises und der Stadt Hameln gekauft worden. Bis auf eine Restwegefläche befindet sich nun das gesamte Areal im öffentlichen Besitz.

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