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Land unter - es soll noch schlimmer kommen

Großenwieden (ah). Erstaunlich viele Autos parken entlang der Großenwiedener Ortsdurchgangsstraße. An manchen Straßenkreuzungen fallen Morast bedeckte Flächen ins Auge. Mit 6,38 Meter hat das Hochwasser am vergangenen Dienstag seinen bisherigen Höchststand erreicht, stand es in vielen Seitenstraßen bis kurz vor der Einmündung in die Hauptstraße. „Hochwasser“ und „Überschwemmung“ prangt auf den zahlreichen im Weserdorf verteilten Verkehrsschildern an den Durchfahrtsperren.

veröffentlicht am 13.01.2011 um 14:33 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 00:41 Uhr

Hochwasser
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Großenwieden (ah). Erstaunlich viele Autos parken entlang der Großenwiedener Ortsdurchgangsstraße. An manchen Straßenkreuzungen fallen Morast bedeckte Flächen ins Auge. Mit 6,38 Meter hat das Hochwasser am vergangenen Dienstag seinen bisherigen Höchststand erreicht, stand es in vielen Seitenstraßen bis kurz vor der Einmündung in die Hauptstraße. „Hochwasser“ und „Überschwemmung“ prangt auf den zahlreichen im Weserdorf verteilten Verkehrsschildern an den Durchfahrtsperren. Anwohner der Straßen Obernhagen oder Am Steinbrink kommen nicht mehr mit ihren Autos an ihre Grundstücke heran, müssen sie in ungefährdeten Zonen abstellen.
 Über Nachbargrundstücke gelangen sie zu Fuß zu ihren von Wasser umringten Häusern. Auch Erwin Ruhe, der an der Ecke Obernhagen, Hauptstraße in dem Haus lebt, in dem er vor knapp 80 Jahren geboren wurde, kommt nicht mehr in seine Garage, hat sein Auto anderweitig geparkt. Im Haus der Familie Ruhe, das orientiert am Wasserhöchststand von 1908 ohne Keller 1913 erbaut wurde, ist alles trocken. Einmal war das allerdings nicht so: Am 10. Februar 1946 stand das Erdgeschoss unter Wasser, reichte die Weser fast bis zur Kirche, wie Erwin Ruhe sich erinnert. In Backtrögen seien die Kinder auf der Ortsdurchgangsstraße, die noch nicht so hoch angelegt gewesen sei, gepaddelt, erzählt er weiter. Was für die Kinder ein Vergnügen war, brachte für viele großen Schaden mit sich: Eine Woche dauerte es, bis das Wasser aus dem Haus der Ruhes entfernt war; „da war bereits der ganze Holzfußboden kaputt“, so Ruhe. Er erinnert sich auch an den Sommer 1956: „Am 14. Juli haben meine Frau und ich bei strahlendem Sonnenschein hier in der Kirche geheiratet, nachmittags setzte Regen ein; am Montag, 16. Juli, stand die Weser vor der Tür und die ganze Ernte unter Wasser.“
 Das Hochwasser ist gestern etwas zurückgegangen, die Ortsfeuerwehr hat bislang einen Hochwasser-Hilfeleistungseinsatz durchgeführt: Am Dienstag pumpte sie den Keller von Rosemarie Hicks aus. „Ich hatte nicht mit dem schnellen Ansteigen der Weser gerechnet“, gesteht die Seniorin, die seit 50 Jahren am Wehrweg wohnt. Abends habe sie noch im Keller nachgesehen, morgens um 4 Uhr habe er schon halb voll Wasser gestanden.



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