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Anwohner fühlt sich von Stadt nicht ernstgenommen

Land unter am Fischbecker Festplatz

FISCHBECK. Der neue Festplatz macht Anwohner Nino Weiß zu schaffen. Bei Regen verwandelt sich die Fläche in eine Seenplatte. Das Wasser fließt bis in den Eingangsbereich seines Hauses. Und das ist nur eins von mehreren Problemen, die Weiß mit dem Festplatz hat. Doch von der Stadt fühlt er sich nicht ernstgenommen.

veröffentlicht am 22.08.2017 um 16:59 Uhr
aktualisiert am 22.08.2017 um 19:00 Uhr

Nino Weiß ist sauer. Der neue Festplatz bereitet ihm nur Probleme. Doch die Stadt sah bislang keinen Anlass zu handeln. Foto: pk
Philipp Killmann

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Philipp Killmann Reporter zur Autorenseite
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Nino Weiß kann sich über den (inzwischen nicht mehr ganz so) neuen Festplatz Am Nährenbach nicht freuen. Klar, der Platz sieht gut aus, auf den ersten Blick sehr gepflegt mit seiner Straßendecke aus Splitt. Doch spätestens wenn der Regen kommt, ist es damit vorbei. Dann ist bei Anwohner Nino Weiß Land unter. Und das ist nur eines von vielen Problemen, vor die ihn der neue Festplatz stellt.

„Bei Regen fließt das Wasser vom Platz auf unser Grundstück“, sagt Weiß und zeigt ein Bild von dem überfluteten Eingangsbereich seines Hauses. Weder versickere das Wasser auf dem Platz noch fließe es in entsprechende Gossen ab. Dies stelle ihn, seine Familie und Besucher vor die Herausforderung, ohne nasse Füße ins Haus zu kommen. Ganz davon abgesehen, dass sich durch den Splitt, der sich von der Straßendecke löst, Schlamm bilde, der ins Haus getragen werde. Das sei vorher, als der Platz noch eine Rasenfläche hatte, nicht der Fall gewesen. Was Weiß verwundert: „Der Nachbar hat im Zuge der Platzerneuerung eine Pflasterung vor seinem Eingangsbereich bekommen.“ Er nicht. Wieso er übergangen worden sei, frage er sich.

Auf Anfrage bei der Stadt Hessisch Oldendorf, wie das Problem behoben werden könne, habe ihn der zuständige Mitarbeiter lediglich gesagt: „So wurde es entschieden und so bleibt es auch.“ Doch als die Gestaltung des Festplatzes erarbeitet und von der Politik beschlossen wurde, war Familie Weiß noch nicht Eigentümer Am Nährenbach 6, sondern nur Mieter des über 200 Jahre alten Hauses gewesen und habe auf die Entscheidung somit keinen Einfluss nehmen können.

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Wenn es regnet, wird der Eingangsbereich des Hauses der Familie Weiß regelmäßig geflutet. Foto: Nino Weiß/pr

Wenn dem so sein sollte, wird hier Abhilfe geschaffen.

Hermann Faust, Regionalmanager Stadt Hessisch Oldendorf

Weiß ließ nicht locker, schrieb einen Brief an die Stadt. Die befremdlich anmutende Antwort aus dem Rathaus habe gelautet: Wenn er mit der jetzigen Situation nicht zufrieden sei, dann solle er seinen Eingangsbereich doch an die Zentralstraße legen.

Nino Weiß steht mit seiner Meinung über den Platz nicht allein da. Ein älteres Ehepaar, das gerade des Weges kommt, beklagt die Bodenbeschaffenheit des Platzes ebenso. „Bei Regen ist das hier eine Seenplatte, das Wasser fließt nicht ab“, sagt der Mann. „Man muss dann umständlich außen rumgehen, sonst bekommt man nasse Füße, und die Autos reiben den Splitt auf, sodass alles voller Matsch ist“, sagt die Frau. Beide wollen ihren Namen nicht in der Zeitung lesen. Ein weiterer Anwohner, der namentlich auch nicht genannt werden möchte, ist ebenfalls unzufrieden. „Es gibt keinen Wasserabfluss, das Gefälle fehlt“, sagt der.

Auf Anfrage der Dewezet teilt die Stadtverwaltung mit, dass die Stadt nun prüfen wolle, „ob Oberflächenwasser vom Festplatz auf die benachbarten Grundstücke abfließt“, wie der städtische Regionalmanager Hermann Faust sagt. „Wenn dem so sein sollte, wird hier Abhilfe geschaffen.“ Aber, so viel sei schon jetzt klar: Die Oberfläche und Gestaltung des Platzes werde „dabei so beibehalten, wie es der politischen Beschlusslage entspricht“.

Auf die Frage nach der Pflasterung des Eingangsbereichs am Nachbargrundstück antwortet Faust, dass es sich um einen „Streifen im Bereich einer handwerklich sehr schön ausgeführten alten Haustür“ handele. Diese habe im Rahmen der Dorferneuerung durch die Pflasterung betont werden sollen. Eine Situation, die bei Weiß’ Haus nicht der Fall sei.

Ein weiteres Problem von Nino Weiß besteht darin, sein Grundstück nicht mehr mit Anhänger befahren zu können, seit die Stadt im Zuge des Platzneubaus den Weg zum Sommerweg mit einem Poller versehen habe. Dazu die Stadt, kurz und knapp: Die Zugänge zu den Grundstücken hätten sich durch die Platzgestaltung „nicht nachteilig verändert“.

Was Weiß zusätzlich auf die Palme bringt: Seit Neuestem gilt auf dem Festplatz und damit direkt vor seiner Haustür ein absolutes Halteverbot. Schon zwei Strafzettel habe er sich eingehandelt. „Aber ich muss doch meinen Einkauf irgendwie ausladen können“, klagt er. Doch auch in dieser Sache sieht die Stadt kein Problem: Weiß‘ Grundstück sei „ausreichend erschlossen, da es an mehreren Seiten an öffentliche Verkehrsräume, die auch für eine Nutzung durch Kraftfahrzeuge zur Verfügung stehen, angrenzt“, so Faust. Zudem befänden sich in unmittelbarer Nähe Parkplätze, die „fußläufig erreichbar“ seien.

Im April 2016 berichtete die Dewezet schon einmal über den Zustand des Festplatzes. Die CDU forderte eine Fahrzeugsperre, weil Fahrspuren dafür sorgen würden, dass der Regen schlecht abläuft. Klappbare Poller, welche die Zufahrt versperren sollten, waren im Gespräch, ebenso eine Pflasterung mit Verbundsteinen. Stattdessen wurde ein absolutes Halteverbot eingeführt, um „den Fahrzeugverkehr auf dem Platz zu minimieren, damit keine weiteren Schäden entstehen können“, so Faust. Einen Grund, weshalb für Anwohner Weiß eine Ausnahme gemacht werden soll, etwa in Form eines Anwohnerausweises, sieht die Stadt nicht.

Der 2015 runderneute Platz wurde für 215 000 Euro im Zuge der Dorferneuerung neugestaltet, zu 50 Prozent aus der Stadtkasse, zu 50 Prozent aus EU-Mitteln.



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