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Ortsrat unterstützt Kompromiss

Lachemer wollen ihr Spritzenhaus behalten

LACHEM. Lachems ehemaliger Ortsbrandmeister kann sich mit dem Gedanken, dass das alte Feuerwehrhaus verkauft werden soll, so ganz und gar nicht abfinden – und bringt das während der Sitzung des Ortsrats Hemeringen/Lachem im neuen Lachemer Feuerwehrhaus deutlich zum Ausdruck.

veröffentlicht am 06.09.2018 um 15:12 Uhr

Bleibt das alte Feuerwehrhaus in Lachem der Dorfgemeinschaft nun doch erhalten? Foto: br
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Burkhard Reimer Reporter
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„Falls es tatsächlich zu der Veräußerung kommen sollte …“, Ortsratsmitglied Willibald Piegsa stockt, schluckt und braucht einen Moment, ehe er weitersprechen kann, „dann weiß ich wirklich nicht, wie ich damit umgehen soll.“ Das neue Feuerwehrhaus sei „zwar super, aber leider zu klein geplant“, erklärt er. Deshalb werde das alte Gebäude, „bei dem es sich“, betont Piegsa, „letztlich ja nur um eine Doppelgarage handelt“, nach wie vor von der Dorfgemeinschaft als kostenlose und sichere Unterstellmöglichkeit für allerlei Gerätschaften gebraucht. Nicht zuletzt sei im linken Teil die historische Handdruckspritze der Lachemer Wehr untergebracht. Er werde „richtig sauer“, wenn er an den Vorschlag aus Reihen der Wehrführung denkt, dass dieses Schmuckstück der Lachemer Kameraden in einem Museum einen neuen Platz finden könnte. Es ist bezeichnend für Piegsas Verärgerung, dass er den Begriff „abschieben“ benutzt.

Wissend, dass es beim Verkauf des alten Feuerwehrhauses „eine Diskrepanz“ zwischen der Freiwilligen Feuerwehr Lachem und der Verwaltung gibt, war Hessisch Oldendorfs Bürgermeister Harald Krüger zu der Sitzung nach Lachem gekommen. In einer Art Zwiegespräch, das sich zwischen Piegsa und ihm entwickelte, rückte Krüger zunächst einmal die Behauptung zurecht, es handele sich um eine Fehlplanung. Nur, weil das neue Gebäude nicht über Zusatzräume mit Abstellmöglichkeiten verfüge, sei es keineswegs zu klein, sondern für die Feuerwehr und dank eines großzügigen Mehrzweckraums auch für Lachems Bevölkerung insgesamt durchaus passend. Sodann erinnerte Krüger an einen Grundsatzbeschluss des Hessisch Oldendorfer Stadtrates aus dem Jahr 2002. Im Hinblick auf die dringend erforderliche Haushaltskonsolidierung sei darin festgelegt worden, „dass alles, was nicht fürs Kerngeschäft zwingend notwendig ist, verkauft wird“. Da sei es schon aus Gründen der Haushaltsdisziplin nachvollziehbar, wenn der Stadtrat nun beschlossen habe, das alte Feuerwehrhaus zu verkaufen. Denn abgesehen von der damit verbundenen Einnahme sei selbstverständlich auch die Ersparnis zu bedenken, wenn die Stadt zum Beispiel nicht mehr für die Gebäudeversicherung und Reparaturen aufkommen muss..

Der Verkaufswert wird verwaltungsseitig auf 5000 Euro geschätzt. Der Einnahmeverlust bei Nichtverkauf wäre also zu verkraften, meint Piegsa, und für die Folgekosten, könnte die Dorfgemeinschaft, allen voran die Freiwillige Feuerwehr, geradestehen. Mit diesem Vorschlag fand er Unterstützung im Ortsrat. Immerhin könne das eine Möglichkeit sein, sagte auch Krüger. Selbstverständlich sei es den Lachemern unbenommen, einen entsprechenden Beschluss zu fassen, baute der Bürgermeister eine „goldene Brücke“. Ortsbürgermeister Klaus Brzesowsky mochte sie allerdings nicht beschreiten. Er erinnerte daran, dass laut Tagesordnung an dieser Stelle kein Beschluss vorgesehen sei. Stattdessen soll nun der Vorschlag mit dem Vermerk „einstimmig vom Ortsrat unterstützt“ ins Protokoll aufgenommen werden.

Der Stolz der Lachemer Feuerwehr: Die historische Handdruckspritze müsste bei einem Verkauf des Gebäudes andernorts untergrbracht werden. Foto: br
  • Der Stolz der Lachemer Feuerwehr: Die historische Handdruckspritze müsste bei einem Verkauf des Gebäudes andernorts untergrbracht werden. Foto: br


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