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Zukunft der Stadthalle noch ungewiss

Kritische Töne zum Baxmann-Umbau

HESSISCH OLDENDORF. Abschließend entschieden wird erst in den kommenden Monaten, doch für viele Hessisch Oldendorfer ist bereits klar: Das Baxmann-Zentrum muss erhalten werden. So zumindest zeigte sich das Meinungsbild in einer nicht repräsentativen Dewezet-Umfrage (wir berichteten). Auch in der Hessisch Oldendorfer Politik geht die Tendenz eindeutig in Richtung Erhalt des Baxmann-Zentrums. Ziemlich kritisch nimmt jedoch der Landkreis zum möglichen Erhalt und Weiterbetrieb Stellung.

veröffentlicht am 21.01.2019 um 17:00 Uhr
aktualisiert am 21.01.2019 um 17:40 Uhr

Seit zwei Jahren wird über die Zukunft des Baxmann-Zentrums debattiert. Eine abschließende Entscheidung gibt es noch nicht. Foto: dana
Jens Spickermann

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„Mit Blick auf den bekanntermaßen bestehenden Investitionsstau und die aus einem Erhalt der Immobilie resultierenden Folgekosten sehe ich einen dauerhaften Erhalt dieser Einrichtung kritisch“, argumentiert Erster Kreisrat Carsten Vetter in einem Schreiben an die Stadt zur Hausshaltssatzung 2019. Hintergrund ist, dass die Stadt in den Haushalt 2019 Geld für weitere Planungsleistungen zum Umbau des Baxmann-Zentrums vorgesehen hat.

Vetter verweist darauf, dass die Stadt angesichts der über die Jahre aufgelaufenen Altfehlbeträge sämtliche Möglichkeiten der Konsolidierung zu nutzen habe. Im Klartext bedeutet das in etwa: Es könnte sinnvoller sein, auf eine weitere Nutzung der Stadthalle zu verzichten und durch die Einsparungen alte Schulden zu begleichen. „Ich gehe davon aus, dass die Stadt die Notwendigkeit eines dauerhaften Erhalts der Einrichtung und damit zusammenhängender Investitionsmaßnahmen sorgfältig abwägt und in diesem Zuge eine dezidierte Wirtschaftlichkeitsbetrachtung bzw. Folgekostenberechnung (...) anstellt“, heißt es in dem Schreiben weiter.

Seitens der Kommunalpolitik ist zu hören, dass man die Entscheidung keinesfalls auf die leichte Schulter nehme. „Dass wir kein Geld investieren, ohne ein vernünftiges Konzept zu haben, das dürfte allen klar sein“, meinte Karlheinz Gottschalk (CDU) im jüngsten Finanzausschuss zur Argumentation der Kreisverwaltung. Ähnlich äußerte sich Kai-Uwe Eggers (SPD): „Natürlich haben wir ein Interesse am Fortbestand, aber dass das kein einfaches Thema ist, dürfte allen bekannt sein.“

Als Begründung für die Notwendigkeit eines Umbaus und Weiterbetriebes des Baxmann-Zentrums führen die Nutzer an, dass für Veranstaltungen mit größerer Personenzahl in der Stadt bisher keine alternativen Räumlickeiten zur Verfügung stünden. Obwohl der Erhalt des Veranstaltungsortes seit inzwischen zwei Jahren auf der Kippe steht, haben die Hauptnutzer, also der Karnevalsverein OCC und das Musikkorps der Stadt, noch keine geeigneten Alternativen gefunden.

„Wo sollte man sonst 300 bis 400 Personen für den Kinderkarneval hineinbekommen?“, fragt Heike Knief, Schatzmeisterin des Oldendorfer Carnevals Club (OCC). „Ich wüsste nicht, wo es eine andere Möglichkeit gäbe, mit so vielen Leuten etwas durchzuführen.“ Sporthallen kämen als Alternative nicht in Frage, da sie auf derartige Feste nicht ausgelegt seien. Ähnlich sieht es auch Sascha Anderten, Vorsitzender des Musikkkorps: „Für Konzerte in der Größenordnung des Jahreskonzertes gibt es in Hessisch Oldendorf keine Alternative.“ Zudem spiele sich nahezu das gesamte Vereinsleben in der Immobilie ab. Vier Tage pro Woche nutze das Musikkorps das Baxmann-Zentrum für Proben und Musikunterricht.

In diesem Jahr steht das Musikkorps als intensiver Nutzer der Stadthalle aber ziemlich allein da. Sämtliche Karnevalsveranstaltungen hat der OCC für 2019 abgesagt – und benötigt daher auch das Baxmann-Zentrum eigentlich nicht. Im kommenden Jahr würden werde es aber wieder Festivitäten geben, verspricht Knief. Voraussetzung für die Ausrichtung von Kinderkarneval, Prinzenball und Hexenball sei allerdings, dass das Baxmann-Zentrum zur Verfügung steht.

Abgesehen von den Aktivitäten des Musikkorps und seltenen Einzelveranstaltungen wie beispielsweise einem Flohmarkt, wird das Baxmann-Zentrum derzeit nicht genutzt. Privatveranstaltungen würden, seitdem es keinen Pächter mehr gibt, nicht mehr stattfinden, erzählt Anderten.

Ob die Stadthalle letztendlich modernisiert wird und sich dadurch vielleicht auch neue Nutzer finden lassen, wird sich erst in der kommenden Zeit herausstellen, sobald die politischen Gremien das Thema erneut behandeln.



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