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Werbering will gemeinsam mit den Akteuren den traditionellen Umzug wieder attraktiver zu gestalten

Krisensitzung zum Karneval

HESSISCH OLDENDORF. Die Karnevalisten im Krisenmodus: Der Werbering hatte die heimischen Akteure eingeladen, um mit ihnen zu erörtern, wie der Karneval in Hessisch Oldendorf wieder attraktiver gestaltet werden kann.

veröffentlicht am 08.03.2018 um 14:12 Uhr
aktualisiert am 08.03.2018 um 16:00 Uhr

Kehraus für den Hessisch Oldendorfer Karneval? Oder schaffen es die Karnevalisten, das Thema neu zu beleben? Foto: dpa
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Autor

Annette Hensel Reporterin
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„Früher war es eine Ehre im Elferrat zu sitzen“ – gleich zweimal fällt jener Satz bei der „Rettet den Oldendorfer Karneval“ -Sitzung, zu der der Werbering infolge des Ausfalls des über die Region hinaus bekannten Karnevalsumzugs eingeladen hat. „Es stimmt: Früher war es eine Ehre dabei sein zu können, früher musste der Vorstand nur seine Vorstandsaufgaben erledigen. Personell bedingt ist es aber mittlerweile so, dass er alle Arbeiten alleine durchführen muss“, betont Heike Knief, Kassiererin im Oldendorfer Carnevals-Club von 1972 und appelliert: „Wir brauchen dringend neue Elferräte und Unterstützung, um unsere Veranstaltungen weiterhin durchführen zu können.“

Um den Gedankenaustausch anzuschieben und Kräfte zu bündeln, hat der Werberingvorstand einige Karnevalisten zusammengetrommelt, darunter Vertreter von Hannes Dance Company oder Boni-Max. „Wir möchten euren enormen Einsatz sichtbar machen und gemeinsam überlegen, wie wir euch unterstützen können“, so Jochen Huch und Patrick Schimanke in Richtung des OCC-Vorstands.

Topthema ist natürlich der Karnevalsumzug. „Diese Megaveranstaltung verlor in den letzten Jahren ihre karnevalistischen Züge, ähnelte mehr einer Loveparade“, meint Kai-Uwe Eggers aus dem Organisationsteam des Rosenmontagsballs in Fuhlen. Um mehr Wagen für den Umzug zu gewinnen, schlägt er die Einrichtung eines zentralen Wagenbaus vor, um auf Klasse statt Masse zu setzen. „Das Problem ist, dass die Vereine die Anhänger erst eine Woche vor dem Umzug von den Landwirten erhalten“, gibt OCC-Schriftführerin Frederike Knief zu bedenken. Vorstandsmitglied Birgit Wenzel weist auf die Kosten für das Unterstellen der bis zu 12,50 Meter langen OCC-Wagen hin und deren aufwendige Reinigung vor jeder neuen Session.

Die folgende Diskussion macht deutlich, dass manche Wagengruppen aufgrund der verschärften Sicherheitsauflagen ihre Teilnahme am Umzug zurückgezogen haben, Fußgruppen wiederum nicht gerne zwischen den großen, lautstarken Wagen laufen. Auf den Vorschlag, den nächsten Umzug nur mit den beiden OCC-Wagen und Fußgruppen zu gestalten, entgegnet Frederike Knief: „Das von den Behörden vorgegebene Sicherheitskonzept ändert sich dadurch aber nicht.“ Vorgeschlagen – und unkommentiert vom Werbering schriftlich festgehalten – wird beim Umzug wieder mehr tagespolitische Themen aufzugreifen, Technomusik komplett zu verbannen, Musikkapellen anzusprechen, eine neue Streckenführung zu suchen, anliegende Caterer um finanzielle Unterstützung zu bitten sowie Absperrungen aufzustellen, um Sturzbetrunkene, die aus Seitenstraßen eindringen, außen vor zu lassen.

„Wichtig ist, das Image zu verbessern, das durch die Betrunkenen sowie den Ausfall des Umzugs in den sozialen Medien geschädigt wurde“, meint Sascha Anderten, Vorsitzender des Musikkorps, das wie der OCC das Baxmann-Zentrum nutzt und betont: „Ich bin bereit, den OCC zu unterstützen.“ Dessen „Riesenkinder- und Jugendarbeit das ganze Jahr hindurch“ hervorzuheben, ist Kerstin Winkel von den Ladykrachern ein Anliegen.

Bezüglich des OCC-Kaffeenachmittags, der 2018 ebenfalls ausfiel, versprechen einige der 22 Anwesenden persönlich bei Seniorengruppierungen für die Veranstaltung zu werben. In Sachen Elferrat macht Michaela Hennecke von den Ladykrachern den Vorschlag, Kandidaten nicht zum Kauf einer Uniform zu verpflichten, sondern sie in weißem Hemd, schwarzer Hose und Fliege auf der Bühne Platz nehmen zu lassen. „Bildet doch einen Elferrat nur aus Frauen“, empfiehlt Monika Hannig vom Boni-Max-Damenballett, während Sven Sattler, Ortsbürgermeister im Rohdental, der beim Hexenball selbst in jenen Reihen Platz nahm, vorschlägt: „Vergebt ein Bierfass an denjenigen, der im Elferrat für die beste Stimmung sorgt.“ Auch wenn nach zweieinhalb Stunden nur kleine Ergebnisse vorliegen: Die Zusammenkunft war wichtig, ein erster Schritt in Richtung eines Miteinanders, dem am 17. April ein zweiter folgen soll.



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