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Nur 13 Kinder bekommen Platz, auf der Warteliste stehen 64 / Vergabe nach sozialen Kriterien

Krippenplätze reichen vorne und hinten nicht

Hessisch Oldendorf (ah). Die verlässliche Betreuung des eigenen Kindes ist für Mütter und Väter am Ende der Elternzeit ein großes Thema. Entsprechende Anfragen und Anmeldungen von Kindern ab einem Jahr haben im Rathaus zugenommen. „Daran merkt man die wachsende Notwendigkeit, Kinder in einer Krippe unterzubekommen“, erklärt Klaus-Dieter Leupold. „Wer die maximale Elternzeit von drei Jahren in Anspruch nimmt, wird hier einen Kindergartenplatz finden – wenn auch nicht immer am gewünschten Ort“, sagt der Fachbereichsleiter für soziale Angelegenheiten. Er weiß jedoch, dass der „genügenden Anzahl“ an Kindergartenplätzen für Kinder ab drei Jahren „eindeutig zu wenig Krippenplätze“ für jüngere Kinder gegenüberstehen. Die Platzvergabe für Krippen erfolge nach sozialen Kriterien, allen voran „Gefährdung des Kindeswohls“, „alleinerziehend“ und „berufstätig“. Auch eine „atypische Situation“ wie Krankheit, die zum Zeitpunkt der Platzvergabe die Kindesbetreuung unmöglich macht oder nachhaltig beeinträchtigt, werde anerkannt.

veröffentlicht am 05.05.2011 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 17:21 Uhr

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„64 Kinder im Krippenalter stehen aktuell auf unserer Warteliste“, sagt Klaus-Dieter Leupold. Doch nur 13 Plätze werden zum 1. August frei. Dass die 15 Plätze in der Hemeringer Krippe noch rechtzeitig zum neuen Kindergartenjahr fertig werden, ist dagegen unwahrscheinlich: Bürgermeister Harald Krüger rechnet mit einer Fertigstellung der Krippe frühestens Ende September oder Anfang Oktober.

„Immer vorausgesetzt, dass die Materiallieferungen pünktlich erfolgen und die Handwerker, die derzeit allgemein gut ausgelastet sind, Zeit haben.“ Mit der Sanierung wird im Mai begonnen: Nach einer Reinigung, dem Rückbau des von Schimmel befallenen Daches und einer weiteren Reinigung wird normal weitergebaut. Eine erneute Messung der Raumluft soll von einem neuen unabhängigen Gutachter erfolgen.

„Wir haben jetzt alle 64 Eltern angeschrieben mit der Bitte, ihre momentane soziale Situation darzulegen, damit dann die Vergabe der Plätze erfolgen kann“, erläutert Leupold. Bei einem Verhältnis von 64 Interessenten zu 13 Plätzen könne man sich vorstellen, was das für die meisten Eltern bedeute, ergänzt er und verweist auf den wachsenden Druck, unter dem Erziehende beruflich und wirtschaftlich stehen. So komme es schon auch vor, dass diejenigen, die keinen Krippenplatz erhalten, sich hilfesuchend an die Stadt wenden. „Dann verweisen wir auf die Tagesmütter-Betreuung des Familien-Servicebüros – aber die ist teurer als ein Krippenplatz, und die Verlässlichkeit in städtischen Einrichtungen ist einfach größer“, so Leupold.

Wie viele Krippenplätze gibt es denn nun tatsächlich aktuell für Kinder unter drei Jahren im Stadtgebiet? 15 Kinder werden in der ersten Krippe der Stadt in Segelhorst betreut. Ein laut Bürgermeister Harald Krüger „wichtiger Meilenstein bezüglich der Krippensituation“ wurde mit dem Umzug des Marienkindergartens in die profanierte katholische Kirche in Fischbeck im Herbst 2009 gelegt. 15 Krippenplätze sind dort eingerichtet. Ebenfalls Ende 2009 wurde der Kindergarten Rumbeck in eine Familiengruppe, in der altersübergreifend gearbeitet wird, umgewandelt. Vier Plätze für Kinder im Krippenalter sind dort geschaffen worden.

Auch der Kindergarten Lachem-Haverbeck wird nach kleineren baulichen Veränderungen in den Sanitärräumen zukünftig Anlaufstelle für Kinder unter drei Jahren sein. Damit reagiert der eingetragene Verein auf den demografischen Wandel. „Elf unserer 25 Kinder werden altersbedingt im Sommer die Einrichtung verlassen, danach sind wir eine altersübergreifende Gruppe für Kinder im Alter von zwei bis sechs Jahren“, teilt Leiterin Angelika Piepenbrink mit und rechnet vor: „17 plus vier – vier Zweijährige kommen zu uns, ein Kind unter drei Jahren ersetzt zwei Kinder, 17 Kindergartenplätze bleiben“. Momentan seien noch drei Regelplätze frei, sprich: entweder drei für Kindergartenkinder oder je einer für ein Krippen- und ein Kindergartenkind. Die Plätze werden direkt über den Kindergarten Lachem-Haverbeck vergeben. „Kommen Sie einfach bei uns vorbei, holen sich einen Aufnahmeantrag und treten unserem Verein bei“, wirbt Angelika Piepenbrink.

Und wie sieht es aktuell in der Kernstadt aus? Hartmut Büttner, Fachbereichsleiter für bauliche Entwicklung, teilt mit, dass der Auftrag für die Rohbauarbeiten vergeben sei und die Baustelle am Rosenbusch noch im Mai eingerichtet werde. Die Eröffnung der Hessisch Oldendorfer Krippe mit zwei Gruppen für je 15 Kinder von null bis drei Jahren sei zum Jahresanfang 2012 geplant, so Büttner. Fortgesetzt werden die Arbeiten nach der Sanierung der Hemeringer Krippe.

Wenn die Krippen in Hemeringen und Hessisch Oldendorf fertiggestellt sind, könnten Anfang 2012 83 Krippenplätze im Stadtgebiet zur Verfügung stehen.



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