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Vor einem Jahr gegründeter Kosmetikhersteller verbindet Orient und Okzident

Kosmetik aus Fischbeck: Bio, vegan und halal

FISCHBECK. Biologisch und vegan sind mittlerweile eine ganze Reihe von Produkten. Der Kosmetik-Hersteller Ayluna aus Fischbeck setzt allerdings noch eins drauf: Die Haarfärbemittel, Badezusätze, Shampoos et cetera sind fast alle noch zusätzlich „halal“ – also von Geistlichen als konform mit dem Islam befunden. Nur das schwarze und schwarzbraune Färbemittel nicht – der Prophet Mohammed würde etwas dagegen haben, heißt es.

veröffentlicht am 11.05.2018 um 15:22 Uhr

Seit einem guten Jahr gibt es in Fischbeck die Firma Ayluna. Heinz Jürgen Weiland hat sich damit den Wunsch nach einem eigenen Unternehmen erfüllt. Foto: jsp
Jens Spickermann

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Jens Spickermann Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
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Als „feinporig sinnlich“, mit „harmonischem Duft“ auf Grundlage traditioneller „Pflanzengeheimnisse“ wird beispielsweise ein Shampoo beworben. Mit dem kleinen Betrieb Ayluna im Goldbinnen haben sich Heinz Jürgen Weiland und Aynur Weiland vor gut einem Jahr den Wunsch nach einer eigenen Firma erfüllt. Heinz Jürgen Weiland hat bereits viele Jahre in der Entwicklung von Kosmetika gearbeitet, unter anderem bei Logocos Naturkosmetik in Salzhemmendorf und zuletzt bei Weleda. Bei der großen anthroposophisch orientierten Firma mit über 1000 Mitarbeitern habe ihm die interne Organisation aber nicht so recht gefallen erzählt er.

Weiland entwickelt Naturkosmetik, die mit „guter Qualität“ und „einfachen Rohstoffen, die funktionieren“ überzeugen soll. Die Zertifizierung als halal diene als Alleinstellungsmerkmal und habe auch für manche Nicht-Muslime Vorteile, meint Weiland. Die Produkte dürften beispielsweise keinen Alkohol enthalten, auf den bei vielen die Haut empfindlich reagiert. Auch die Produktionsanlagen dürften aber beispielsweise nicht mit Alkohol gereinigt werden.

Nur mit dem schwarzen und schwarzbraunen Haarfärbemittel hätten die islamischen Geistlichen bei der Zertifizierung Probleme gehabt, erzählt Weiland. Grund sei, dass der Prophet Mohammed gesagt haben soll, dass ergraute Männer sich ihre Haare nicht dunkel färben dürften.

Mit nur drei bis vier Personen werden nun in Fischbeck Rezepte entwickelt, die anderswo im Labor angemischt und produziert werden. „Ich bin Entwickler mit Leib und Seele“, sagt Weiland. Um genau nach seinen eigenen Vorstellungen arbeiten zu können, nimmt er es auch in Kauf, dass sich das Geschäft zurzeit noch nicht selbst trägt. Er müsse noch finanzielle Mittel zuschießen, sagt Weiland. Im ersten Jahr habe sein Unternehmen 180 000 Euro Umsatz gemacht, im laufenden Jahr liege man wohl bei 400 000. „Es müsste sich bei einer Million einpendeln, damit es sich vernünftig trägt“, so der Unternehmer.

Eigene Produktionsanlagen will Weiland allerdings nicht anschaffen – die Kosten seien zu hoch, meint er. Die Anzahl der Arbeitsplätze, die künftigbei Ayluna entstehen könnten, ist daher eher gering.

Wo seine Produkte hergestellt werden, möchte Weiland lieber nicht verraten. Der betreffende Betrieb sei so gut, dass dann ja jeder dort produzieren lassen wolle, meint er. Die Haarfärbemittel, soviel verrät er, werden in Indien hergestellt, wo auch die benötigten Pflanzen angebaut würden. Wenn die dort angebauten Zutaten direkt vor Ort gemahlen und verarbeitet würden, wirke sich das positiv auf die Qualität aus, meint er.

Mit seinen Produkten möchte Weiland auch eine Verbindung zwischen westlicher Naturkosmetik und der Badekultur des Orients schaffen. Wirkkosmetik wie Antifaltencremes verkauft er kaum, sondern hauptsächlich „Wohlfühlkosmetik“. Die vertreibt er über Bio-, Naturkostläden und Reformhäuser an einen zahlungskräftigen Kundenstamm. Ganz billig sind die Produkte nicht. Trotzdem wächst insbesondere im Ausland langsam aber sicher der Absatz. Im vergangenen Jahr habe er Abnehmer in der Schweiz gefunden, in diesem Jahr in Griechenland und Russland und mit Geschäften in Spanien und Italien würden gerade Verhandlungen laufen, sagt Weiland.

Obwohl die Produkte halal sind, verkauft Weiland bislang noch nicht in muslimische Länder. Ihn reizt aber die orientalische Badekultur und über seine Frau, die einen türkischen Hintergrund hat, lernte er das Land am Bosporus kennen. Viele der Inhaltsstoffe, wie Lavendel, Granatäpfel oder Oliven, würden dort angebaut, sagt Weiland. Einerseits brauchen diese Pflanzen, denen bestimmte Wirkungen nachgesagt werden, warmes Klima, andererseits geht es dem Ehepaar auch um eine Verbindung von Orient und Okzident. Das kommt auch beim Firmennamen zum Ausdruck: Ayluna. Ay sei türkisch für Mond und zugleich die Anfangssilbe von Aynur Weilands Vornamen. Luna sei das lateinische Wort für Mond, sagt Weiland. Die Firma heißt also übersetzt Mondmond. „Klingt eben schön“, findet Weiland.



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