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Sträucherpflanzung kommt der Wildkatze zugute

Korridor für Katzen

PÖTZEN. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und die Jugendinitiative KliMotion, koordiniert durch die Klimaschutzagentur Weserbergland, pflanzen am Samstag, 18. November, einen neuen Wanderkorridor für die Wildkatze:

veröffentlicht am 13.11.2017 um 13:33 Uhr
aktualisiert am 13.11.2017 um 17:40 Uhr

Die Wildkatze gehört zu den seltensten einheimischen Säugetierarten. Foto: Thomas Stephan BUND
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Autor

Marina Fuchs Reporter
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Auf einer Länge von 200 Metern wird ein zehn Meter breiter Streifen mit 450 heimischen Sträuchern bepflanzt. Dieser Korridor schafft eine fast durchgängige Waldverbindung zwischen dem Hamelner-Fischbecker Wald und dem Süntel, über die Wildkatzen und viele andere Tiere neue Lebensräume erobern können. Beide Waldgebiete bieten Tieren ideale Rückzugsgebiete. Der Wildkatze ermöglicht der neue Korridor einen Austausch zwischen isolierten Teilpopulationen und eine Ausbreitung in Richtung Norden.

Seit rund 70 Jahren sind Wildkatzen unter Schutz gestellt, die Jagd auf sie ist verboten. Die Wildkatze ist eine der seltensten einheimischen Säugetierarten. Noch vor 150 Jahren waren die Wildkatzen in den ausgedehnten Wäldern Deutschlands weit verbreitet. Seitdem haben ihre Bestände kontinuierlich abgenommen. Heute leben die letzten Wildkatzen Deutschlands zurückgezogen in teilweise stark voneinander isolierten Gebieten, die von Saarbrücken im Südwesten bis Würzburg im Süden und Erfurt im Osten reichen. Die Tiefebene des Nordens ist derzeit noch Wildkatzen-frei.

„Um die Wildkatze zu retten, müssen diese Restlebensräume und auch geeignete neue Lebensräume mit Hilfe von so genannten grünen Korridoren wieder miteinander verbunden werden“, erklärt Janina Philipp, Wildkatzenexpertin beim BUND Niedersachsen. In dem so geschaffenen regionalen Biotopverbund können sich die Wildkatzen wieder mit anderen Populationen vermischen.

Vor sechs Jahren wurde der erste BUND-Wildkatzenkorridor .in Süden Niedersachsen gepflanzt, um den scheuen Tieren einen Weg in Harz, Hils und Solling anzubieten. Der Solling ist wie der Harz ein sogenannter Quellbereich für die Wildkatzen: Einige der dort lebenden Tiere verlassen das Gebiet und besiedeln andere Lebensräume. In den Landkreisen Holzminden und Hildesheim wurden daher schon zahlreiche Wanderkorridore geschaffen.Für die Tiere soll nun der grüne Weg, der aus Richtung Süden bereits aus dem Solling über den Vogler bis zum Hamelner-Fischbecker Wald führt, Richtung Norden zum Süntel fortgesetzt werden. Die Pflanzaktion wird im Rahmen des BUND-„Wildkatzensprung“-Projekts durchgeführt.

BUND und Klimaschutzagentur laden Interessierte mit Spaß an körperlicher Arbeit in der Natur daher am Samstag, 18. November, in der Zeit von 9 bis 16 Uhr auf das Gelände vor der Biogasanlage an der Pötzer Landwehr 1 ein. Jeder kann mithelfen, die Wildkatze in Niedersachsen zu schützen. Die Aktion ist auch für Kinder und Familien geeignet. Helfer sollten festes Schuhwerk, warme Kleidung und Spaten oder Pflanzschaufel mitbringen. Mittags gibt es eine heiße Suppe und Brötchen für alle, die mitarbeiten.

Um Anmeldung wird gebeten unter der Rufnummer 0511/96569-39 oder andrea.krug@nds.bund.net

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