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Vom Kochkurs bis zum Sprachcamp

Koordinator für Flüchtlingshilfe bleibt im Amt

HESSISCH OLDENDORF. Gute Nachricht für alle ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer: Die Stelle „Netzwerk Flüchtlingshilfe und Integration“ soll nach einer Beschlussempfehlung des Ausschusses für Schule, Familie und Sport unbefristet beibehalten werden.

veröffentlicht am 12.02.2018 um 16:22 Uhr
aktualisiert am 12.02.2018 um 19:00 Uhr

Mit Projekten, wie dem Kochkurs für männliche Flüchtlinge, wird versucht, die Neubürger besser zu integrieren. Foto: PR
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Wolfhard F. Truchseß Reporter
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Das wurde bei der Sitzung des Ausschusses einstimmig und ohne jede Diskussion beschlossen.

Die Einrichtung dieser mit Ali Gürpinar besetzten Stelle war erstmals im November 2015 durch einstimmigen Beschluss des Stadtrats von Hessisch Oldendorf auf den Weg gebracht und zum 15. Februar 2016 besetzt und durch Leader-Mittel finanziert worden. Da der Arbeitsvertrag für Gürpinar zunächst eine zeitliche Befristung bis zum 31. März 2018 hatte, mussten die Ratsgremien jetzt über eine Verlängerung beraten. Den endgültigen Beschluss soll der Verwaltungsausschuss am kommenden Donnerstag fassen.

Von der Verwaltung der Stadt wurde die Beschlussempfehlung damit begründet, dass nur durch die Stellenbesetzung eine gezielte Steuerung und Unterstützung der zahlreichen aktiven Ehrenamtlichen habe realisiert werden können und zahlreiche Projekte ins Leben gerufen und bis heute hatten fortgeführt werden können. Die Kontinuität und die lange Bereitschaft der ehrenamtlichen Helfer, an der Integrationsaufgabe mitzuwirken, stehe „in einem unmittelbaren Zusammenhang mit der gelungenen Zusammenarbeit und der Unterstützung durch die Koordinierungsstelle. Außerdem arbeite der Koordinator der Ehrenamtlichen eng mit der Flüchtlingssozialarbeiterin des Landkreises zusammen.

Margareta Seibert, die zuständige Fachbereichsleiterin in der Verwaltung, erläuterte dem Ausschuss zunächst die Zahlen der in Hessisch Oldendorf lebenden Migranten. So seien von den seit 2015 nach Hessisch Oldendorf gekommenen 420 Flüchtlingen jetzt noch 329 vor Ort. Davon seien 100 Männer, 76 Frauen und 153 Kinder. Dies zeige, dass mehrheitlich Familien in Hessisch Oldendorf angesiedelt worden seien. Der größere Teil der Flüchtlinge sei jünger als 35 Jahre.

Zur Situation der Anerkennung berichtet die Fachbereichsleiterin, dass 132 dieser Menschen aus „sicheren Herkunftsländern“ stammten, 197 hingegen aus nichtsicheren Ländern in der Weserstadt gelandet seien.

Zu ihnen zählt Margareta Seibert auch Flüchtlinge aus Afghanistan, weil Abschiebungen in das umkämpfte Land derzeit nicht durchgeführt werden. 125 Flüchtlinge seien nach der Genfer Konvention anerkannt worden und dürften ihre Familien nachholen; für 41 gelte der subsidiäre Schutz. Für sie werde der Familiennachzug wohl nur in wenigen Einzelfällen möglich, erklärte die Fachbereichsleiterin mit Blick auf die GroKo-Beschlüsse von Union und SPD. Für 58 Migranten sei eine Duldung ausgesprochen worden, für 59 gelte eine Ausreisepflicht; in 49 Fällen stehe der Beschluss des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge noch aus.

Auch über die soziale Situation der Flüchtlinge berichtete Margareta Seibert. 41 Personen nähmen an Deutschkursen teil, 39 hätten bereits eine Arbeitsstelle gefunden oder seien in einer Ausbildung; 17 Personen hätten noch keine Arbeitserlaubnis und 139 Kinder gingen in eine Kita oder die Schule. Nur 27 Mütter könnten noch nicht richtig an Integrationsmaßnahmen beteiligt werden, weil sie mit ihren Kleinkindern daheim blieben, da es für sie keine Krippenplätze gebe. Diese Plätze seien Kindern von berufstätigen Eltern vorbehalten.

Mit viel Begeisterung in der Stimme berichtete Ali Gürpinar im Anschluss über die zahlreichen Projekte, die teilweise einmalig stattfanden, teilweise auch heute noch Bestand haben. Zu den fortlaufenden Projekten zählen die Deutschkurse, die fünfmal pro Woche stattfinden, die Fahrradwerkstatt, die Kleiderkammer, das Café International als Informationsbörse und der Großtagespflege-Kindergarten für Flüchtlingskinder in der alten Malschule. Ein besonderes Projekt, das jeweils in den Ferien stattfindet, sind die Sprachcamps, die im Sommer mithilfe von Theaterpädagogen um eine Theater-AG für deutsche und Migrantenkinder erweitert werden sollen. Hier aber alle Einzelprojekte aufzuzählen, würde den Rahmen sprengen – es waren mehr als ein Dutzend, darunter auch ein Selbstverteidigungskurs für Mädchen und zwei Kochkurse für alleinreisende Männer.

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