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Gymnasiales Angebot trifft parteiübergreifend auf Zustimmung / Elternvertreter mahnt zur Ruhe

Kommt die Schule aus den Schlagzeilen?

Hessisch Oldendorf. Auf parteiübergreifende Zustimmung stößt in Hessisch Oldendorf die Nachricht, dass die Oberschule mit Beginn des neuen Schuljahres einen gymnasialen Zweig erhält – auch wenn einige Politiker eine IGS favorisiert hätten. „Die Entscheidungen sind getroffen“, sagt Bürgermeister Harald Krüger (SPD). „Jetzt blicken wir positiv nach vorn.“

veröffentlicht am 16.02.2016 um 16:06 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 12:59 Uhr

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Christian Branahl

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Christian Branahl Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
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„Die Nachricht hat mich sehr gefreut“, sagt er über die Mitteilung der Landesschulbehörde, die Ende der Woche vom Landkreis als Träger der Oberschule bekannt gegeben worden war. Zwar galt auch Krüger als Befürworter einer IGS, doch erwarte er nun ein Ende der Diskussionen um die Schulstrukturen. Er hoffe, dass durch das gymnasiale Angebot der Trend zurückgehender Schülerzahlen gestoppt und umgekehrt werde. Der Bürgermeister wünscht sich, dass die Schule nun „in Tiefe und Breite ein attraktives Angebot entwickelt“, das sich positiv auf den Lernstandort auswirkt“.

Übereinstimmend heißt es aus den Ratsfraktionen, dass nun Ruhe in die Schuldebatte einkehren möge. Eigentlich sei es ja vor Jahren mal auf einen Antrag von SPD und Grünen zurückgegangen, einen gymnasialen Zweig zu prüfen, ruft Dirk Adomat in Erinnerung. Zwischendurch sei aber klar die IGS befürwortet worden, sagt der SPD-Fraktionsvorsitzende. „Das wäre ideal gewesen.“ Das sei aber mit den Akteuren an der Schule und nach dem Ergebnis einer Elternbefragung nicht zu machen gewesen. Allerdings sei für ihn das kein Thema für einen ideologischen Streit. „Die Eltern müssen entscheiden, was für ihre Kinder das Beste ist“, hofft Adomat, dass das erweiterte Angebot angenommen werde. Es komme darauf an, dass die Schule aus der öffentlichen Debatte komme. „Ich würde ja auch ein Kind nicht in eine Schule schicken, die ständig in den Schlagzeilen ist“, meint der Sozialdemokrat. Dennoch stehe die Schule noch vor einer „enormen Herausforderung“. Sie müsse das neue Angebot aufgreifen und sich spezialisieren, damit die Kinder dort angemeldet werden. Als Beispiel nennt er etwa die sprachlichen und sportlichen Schwerpunkte am Schillergymnasium oder die musische Ausrichtung am Vikilu in Hameln. Adomat: „Sie muss Anreize schaffen.“

Günter Kuhnert als Fraktionsvorsitzender der Grünen macht erneut deutlich, dass seine Partei eine IGS seit Jahren befürwortet habe. Nachdem sie nicht zum Zuge gekommen sei, „müssen wir jetzt gut damit leben, was wir bekommen“. Wichtig sei, dass der Standort mit dem gymnasialen Angebot gesichert werde. „Nun liegt es an den Eltern, es anzunehmen“, meint Kuhnert.

Dass die Emotionen nun aus der Debatte genommen werden, erhofft sich CDU-Fraktionsvorsitzender Karlheinz Gottschalk nach den jahrelangen Debatten um die Zukunft der Schule. „Eine IGS wäre nicht zielführend für Hessisch Oldendorf gewesen“, hält er an der Ablehnung dieses Schulmodells fest. Durch das gymnasiale Angebot sei es nun definitiv möglich, dass die Kinder bis zur zehnten Klasse nicht mehr nach Rinteln oder Hameln ausweichen müssen. Über ihre parteipolitischen Kontakte nach Hameln habe die CDU „ganz massiv darauf eingewirkt“, dass dort die Ablehnung eines gymnasialen Zweiges aufgehoben worden sei, sagt Gottschalk. Die Haupt- und Realschule, aus der dann die Oberschule hervorgegangen sei, habe immer einen guten Ruf gehabt. „Die Schule wird sich jetzt beweisen, dass sie diesem guten Ruf gerecht wird“, sagt der Christdemokrat. „Davon bin ich fest überzeugt.“

Die wohlwollende Unterstützung dürfte die meisten Eltern zufriedenstellen. Er hätte sich schon zu früherer Zeit ein „eindeutiges Statement“ der Politik gewünscht, sagt Carsten Waltemate als Vorsitzender des Schulelternrates. Mit dem gymnasialen Angebot komme das, was sich die Schule gewünscht habe und durch verschiedene Elternbefragungen bestätigt worden sei. Mit Blick auf die Entwicklung und Umsetzung eines Konzeptes hoffe er, dass der Schule sechs, sieben Jahre Ruhe gegeben werde, „ohne ständig torpediert zu werden“. Weiterer Wunsch von Waltemate: Jetzt müsse den Eltern verdeutlicht werden, welche Chancen sich bieten würden, dass die Kinder in Hessisch Oldendorf bis zur zehnten Klasse auf das Abitur vorbereitet werden könnten.

Jahrelang richtete sich der Fokus auf die Zukunft der Oberschule, geriet sie zwischen die politischen Fronten der Parteipolitik auf Stadt- und Kreisebene. Auch bei den Eltern von Kindern gab es verschiedene Vorstellungen.

Montage: Dana



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