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„Pimp your Town“ – was sich die Teenies wünschen

Könnte dies der Jugendtreff werden?

Hessisch Oldendorf. Auf eine kühle Cola zum coolen Chillen in die alte Tankstelle – „mega wäre das“, meinen Mädchen und Jungen der nahegelegenen Oberschule Hessisch Oldendorf. Für Autos wird die 1937 an der Ecke von Welseder Straße und Mühlenbachstraße errichtete Station, die heute einen maroden Charme ausstrahlt, schon lange nicht mehr gebraucht. An zentraler Stelle in der Stadt wartet das Ensemble aus früherer Tankstelle und Schmiede seit Jahren auf seine Wiederbelebung. Ließe sich dort nicht tatsächlich mit überschaubarem Aufwand etwas Einzigartiges schaffen?

veröffentlicht am 18.12.2015 um 19:42 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 12:59 Uhr

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Marc Fisser

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Im Sommer haben rund 70 Schüler Ideen entwickelt, wie sich Hessisch Oldendorf für seine jungen Bewohner aufmotzen ließe. „Pimp your Town“ hieß das dreitägige Planspiel zur Lokalpolitik. Die damalige Klasse 8.2 beantragte eine „Jugendbar“ auf dem ehemaligen Tankstellengelände. Sie solle von Oberstufenschülern geführt werden. „Man könnte dort chillen und müsste nicht mehr den Umweg zu Edeka gehen,“ begründete Melissa Wagner. In einem ähnlichen Antrag derselben Klasse wurden als Anforderungen für ein „Schülercafé in der Nähe der Oberschule“ aufgeführt: „Es sollte kostenloses WLAN geben und einen Platz, wo man seine Handys aufladen kann. Keine alkoholischen Getränke, dafür Softdrinks, Milchshakes, Eis.“ Mit einem solchen Treffpunkt könne auch die Wartezeit auf den Bus besser überbrückt werden, insbesondere bei Regenwetter.

Viele Gedanken haben sich die Jugendlichen gemacht, Hessisch Oldendorf attraktiver zu gestalten. Es wurde ausführlich diskutiert, auch vieles mit Blick auf die Finanznöte der Kommune verworfen. Die realistischen Vorschläge jedoch, so versprach es Markus Bode vom Kinder- und Jugendrat der Stadt, werden nicht in der Schublade verschwinden, sondern über das Planspiel hinaus weiterverfolgt. Der Jugendtreff gehöre dazu.

Bürgermeister Harald Krüger findet die Idee der Jugendlichen zur alten Tankstelle „klasse“. Er sei beeindruckt, dass die jungen Menschen die städtebaulichen Möglichkeiten „an diesem Einfallstor zur Innenstadt“ erkannt haben. Das Areal „schreit danach, neu gestaltet zu werden“. Krüger hat das Projekt „Pimp your Town“ aktiv unterstützt, dafür für zwei Tage Räume im Rathaus zur Verfügung gestellt – als Beitrag zur politischen Bildung und in der Hoffnung, dass die „Kinder und Jugendlichen Politik spannend finden“ und sich weiterhin entsprechend engagieren. Man könne „direkt Einfluss nehmen auf die Lebensumwelt“, wirbt Krüger in dem Projektfilm, der jetzt vorgestellt wurde.

Da könnte die Jugendtreff-Frage zur Nagelprobe werden. Der Bürgermeister versichert: „Wir werden überlegen, wie wir weiter damit umgehen können.“ Allerdings habe sich die Stadt vor Jahren schon einmal um den Ankauf bemüht, der Preis sei jedoch für die Kommune zu hoch gewesen.

Der Eigentümer der Tankstelle sucht tatsächlich seit längerem einen Käufer. Jedoch nicht nur für den gewerblichen Bereich, sondern auch für das angrenzende leerstehende Wohnhaus, wie er gegenüber dieser Zeitung erklärt. „Das ist nicht voneinander zu trennen.“ Für die Werkstatträume habe es bereits mehrere Interessenten gegeben, sie hätten aber die Sanierungskosten für das Gebäude mit den beiden Wohnungen gescheut. Derzeit warte er auf die Entscheidung eines Unternehmers, es handele sich dabei aber um keinen Gastronomen. Das Grundstück sei rund 500 Quadratmeter groß, der Verkaufsraum der Tankstelle messe aber nur etwa 25 Quadratmeter, sagt der Eigentümer aus Rinteln.

Jetzt, kurz vor Jahresende, zogen Bode sowie Sabine Bormann vom Förderverein der Oberschule gemeinsam mit den Schülern Bilanz zum „Pimp-your-Town“-Projekt; es wurde mit dem Verein „Politik zum Anfassen“ auf die Beine gestellt. Die Filmdokumentation und ein gedrucktes Magazin liegen nun vor. Bode als Initiator der Aktion und Bormann als tatkräftige Unterstützerin lobten die Disziplin und Ernsthaftigkeit, mit der die Jugendlichen die Rolle als Kommunalpolitiker ausgefüllt hatten. Starker Beifall der Jugendlichen zeigte, dass es Spaß gemacht hat. Für das kommende Jahr wird eine Neuauflage erwogen.

Politisch Interessierte zwischen 10 und 18 Jahren können sich mit ihren Ideen auch im Kinder- und Jugendrat der Stadt einbringen. Das offene Gremium tagt monatlich. Das nächste Treffen findet am Mittwoch, 6. Januar, ab 18 Uhr im Rathaus statt. Für 2016 ist eine Bildungsreise zum Bundestag geplant.



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