weather-image
12°
Bürgermeister startet Pilotprojekt für das Baugebiet zwischen den Brücken / Gestern Abend bereits den Ortsrat beteiligt

Können Geschäftsleute bald wieder ihre Werbetafeln umdrehen?

Hessisch Oldendorf (pj). Jahrelang war es gut gegangen, doch vor einigen Wochen haben Firmeninhaber am Münchhausenring Post vom Landkreis bekommen. Der Grund: Ihre Werbeanlagen entsprechen nicht der gültigen Satzung. Die Verantwortlichen in den Unternehmen sind verärgert über die Vorgehensweise des Landkreises, denn sie fühlen sich kriminalisiert und gegenüber Unternehmen in anderen Städten benachteiligt.

veröffentlicht am 22.03.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 22:21 Uhr

270_008_5338830_lkho102_2103.jpg
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Um weiteren Unmut zu vermeiden, möchte Hessisch Oldendorfs Bürgermeister Harald Krüger „das Problem schnell vom Tisch haben“. Er betont, dass die Stadtverwaltung „die Geschäftsleute nicht drangsalieren möchte“. Im Rathaus wäre man auf die Werbeanlagen gar nicht aufmerksam geworden, hätte der Landkreis nicht eingegriffen.

Der gültige Bebauungsplan mit den Festsetzungen ist vor mehr als einem Jahrzehnt erarbeitet und von den Politikern verabschiedet worden. 1999 hat der Plan Rechtskraft erlangt. „Vor meiner Zeit“, erklärt Harald Krüger, der in die Schusslinie geraten war, als sein Versuch einem der betroffenen Geschäftsleute unbürokratisch zu helfen, falsch gedeutet wurde.

Das Stadtoberhaupt erklärt die Vorgehensweise beim Erstellen eines Bebauungsplans: „Die Stadt hat in ihren Bebauungsplänen, die eine gewerbliche Bebauung und Nutzung erlauben, in der Vergangenheit regelmäßig Festsetzungen getroffen, die die Art und Größe der zulässigen Werbeanlagen bestimmen. Ziel dieser Festsetzungen ist eine gestalterische Regelung der Werbeanlagen, von der letztlich alle profitieren, wenn nicht durch ein Übermaß von Werbung das Stadtbild beeinträchtigt wird.“ Die Stadtverwaltung erarbeitet Vorschläge, die von den politischen Gremien gutgeheißen oder verworfen werden.

Sicher passten die Beschlüsse, die vor zehn oder 15 Jahren gefasst wurden, in die Zeit. Heute entsprechen sie aber nicht mehr in jedem Fall den Vorstellungen, die für Werbeanlagen gültig sind. „Da auch durch die technischen Möglichkeiten sowie die Entwicklung der Betriebe selbst neue Anforderungen an diese Anlagen gestellt werden, hat sich die Stadt eine grundsätzliche Überprüfung der Festsetzungen und dort, wo es notwendig ist, eine Neuausrichtung vorgenommen“, erklärt Harald Krüger.

Die zuständigen städtischen Gremien werden sich einige Pläne vornehmen und wo nötig, Veränderungen einarbeiten. Begonnen wird mit dem Bebauungsplan „Zwischen den Brücken“, denn dieser umfasst den Bereich, in dem der Landkreis gegen unerlaubte Werbeanlagen vorgegangen war. „Wir müssen erörtern, wie wir mit öffentlichen Werbeanlagen umgehen werden. Und damit wir rasch vorankommen, wird auch gleich der Ortsrat der Kernstadt eingebunden“, sagt der Bürgermeister. Für Harald Krüger hat diese Überarbeitung eine Pilotfunktion für andere derartige Festsetzungen im Bereich der Stadt Hessisch Oldendorf. Dabei verweist der Bürgermeister darauf, dass auch künftig alle Satzungen nicht einheitlich aussehen werden: „Es muss nach wie vor differenziert werden, denn die gestalterischen Ansprüche, die an ein reines Gewerbegebiet gestellt werden, sind sicherlich andere als die in der historischen Altstadt.“

Gestern Abend erörterten im Ortsrat erstmals Politiker das Thema. Ortsbürgermeister Claus Clavey (SPD) erklärt, dass die örtliche Bauvorschrift, die Werbeanlagen bis drei Quadratmeter zulässt, geändert werden müsse, da dies „offensichtlich zu wenig ist“. Er erinnert daran, dass er und sein Parteikollege Volker Rödenbeck bereits seit drei Jahren auf die nicht mehr zeitgemäße Satzung aufmerksam machen. „Und immer bekamen wir im Rathaus die Antwort, wir haben kein Personal dafür.“

Bis die neue Satzung für Werbeanlagen Gültigkeit hat, wird auch das Dachdeckerunternehmen Junker keine Werbung mehr in Richtung Straße machen.

Foto: pj



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt