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Kriminologin kritisiert Einrichtung als völlig falschen Weg

Können Babyklappen die Kindstötung verhindern?

Hessisch Oldendorf (doro). Babyklappen sind erneut in die Kritik geraten. Der Deutsche Ethikrat forderte unlängst die Abschaffung der Babyklappen, von denen es deutschlandweit 88 gibt. Eine davon befindet sich in Hannover, Schirmherrin ist Landesbischöfin Margot Käßmann. Adoptionsexpertin und Kriminologin Christine Swientek, früher Professorin an der Leibniz Universität Hannover, kritisiert Babyklappen als „völlig falscher Weg“. Diese verhinderten keine einzige Kindstötung, sondern seien etwas für Leute, die in der Lage sind, ihre Konflikte zu lösen. Mütter, die ihre Kinder umbringen, seien indes mit ihrer Situation komplett überfordert. So böten die Klappen vor allem Müttern einen Ausweg, die auch eine andere Lösung wählen könnten und ihren Kindern mit der Anonymität einen lebenslangen Makel mit auf den Weg gäben: „Der Schaden für die Kinder ist enorm groß.“

veröffentlicht am 13.12.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 10.11.2016 um 00:21 Uhr

Angelika Haarmann
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Unsere Frage: Verhindern Babyklappen die Kindstötung?

Ob Menschen, die Neugeborene in Babyklappen legen, auch andere Möglichkeiten hätten, kann ich nicht beurteilen. Eine Notsituation ist offenbar da: Neun Monate ist das Baby in der Mutter gewachsen, Wochen vor der Entbindung spürt die Mutter die Bewegungen des Kindes. Wenn sie sich nicht auf das Kind freuen kann, dann liegt eine Notsituation vor, für beide: für Mutter und Kind.

In Hannover ist das Babykörbchen in das „Netzwerk Mirjam“ eingebunden, das schwangeren Frauen in Notsituationen zur Seite steht. Seither sind gut 40 Frauen so gestärkt worden, dass sie ihr Kind nicht anonym im Babykörbchen abgaben. Legt eine Mutter ihr Kind dort hinein, findet sie ein Informationsblatt, das vielsprachig darüber informiert, dass sie als Mutter das Recht hat, in den nächsten Wochen abzuwägen, ob sie ihr Kind nicht doch bei sich aufwachsen lassen kann. Drei der neun Babykörbchen-Kinder wachsen bei ihren leiblichen Müttern auf. Wird ein Kind im Babykörbchen gefunden, wird es so schnell wie möglich in eine gut vorbereitete Adoptivfamilie gegeben und wächst dort bei Eltern auf, die sich auf dies Kind gefreut haben. Ich denke, wir sollten diese Räume für die Barmherzigkeit offen halten und nicht alles bis ins Letzte gesetzlich regeln. Denn was eine Notsituation ist, kann man schlecht von außen beurteilen.



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