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Politik und Nutzer sprechen sich für bessere Aufteilung und ein neues Foyer aus

Kleinere Räume als Rettung für die Stadthalle?

HESSISCH OLDENDORF. Politik und Nutzer sind sich einig: Die beste Lösung für die Stadthalle wäre ein Umbau, um kleinere Räume für Vereine zu schaffen. Dazu würde das jetzige Foyer umgestaltet und der Eingang in einem anderen Bereich der Halle eingerichtet. Im nächsten Jahr sollen dafür Fördermittel beantragt werden.

veröffentlicht am 17.10.2017 um 12:38 Uhr

Kleinere Räume für Vereine könnten die Lösung für die Stadthalle sein. Foto: wfx
Johanna Lindermann

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Johanna Lindermann Volontärin zur Autorenseite
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Die Stadthalle in Hessisch Oldendorf muss erhalten bleiben, wünschen sich Nutzer. Dafür ist allerdings ein groß angelegter Umbau notwendig, denn in ihrer derzeitigen Form ist die Halle nicht mehr wirtschaftlich nutzbar. Vor einigen Monaten hatte die Verwaltung daher ein Architekturbüro beauftragt, eine sogenannte Machbarkeitsstudie zu erstellen. Am Montag wurden die Ergebnisse erstmals dem Ausschuss für Bau, Umwelt-, Feuerschutz und Energiemanagement vorgestellt.

Drei Varianten seien für die Stadthalle möglich, sagte Wolfgang Hein vom Architekturbüro „aad Vision 21“ aus Obernkirchen. Die wenigsten Kosten würde die erste Variante verursachen. Hierbei würden Foyer und Saal so belassen wie bisher. Der alte Küchenbereich und die Restauranträume könnten künftig von Vereinen genutzt werden. „Die große Küche wird nicht mehr gebraucht“, erklärte Hein. „Die Hygiene- und Unterhaltungskosten sind unwirtschaftlich.“ Bei Großveranstaltungen wäre ein Catering-Service günstiger.

Mehr Raum für die Vereine und andere kleinere Veranstaltungen würde die zweite Möglichkeit zur Verfügung stellen. Dabei würde das jetzige Foyer auch für die Vereinsnutzung umgestaltet werden und im ehemaligen Küchenbereich würde ein neues Foyer entstehen. Auch bei der dritten Variante würde ein neues Foyer gebaut, das alte Foyer würde aber komplett abgerissen. Das Kellergeschoss soll aus wirtschaftlichen Gründen generell nicht mehr genutzt werden, mit Ausnahme der Toilettenanlagen.

Wie berichtet, bevorzugen die regelmäßigen Nutzer der Halle – das Musikkorps und der Oldendorfer Carnevals Club (OCC) – die zweite Variante. „Wir ‚wohnen‘ aktuell im Keller“, sagte Sascha Anderten, Vorsitzender des Musikkorps, „und nutzen diese Räumlichkeiten fast jeden Tag.“ Seit gut einem Jahr sei das Musikkorps allerdings auf der Suche nach einem neuen Probenraum. „Das Orchester hat gewisse Anforderungen an die Deckenhöhe und die Raumgröße. Das wäre im derzeitigen Foyer gegeben, sodass wir in der Stadthalle bleiben könnten.“

Auch die Mehrheitsgruppe aus SPD und Grünen favorisiere nach Beratungen diese Möglichkeit, sagte der stellvertretende Gruppensprecher Kai-Uwe Eggers. Die Bürger der Kernstadt wünschten sich schon lange eine Art Dorfgemeinschaftshaus, die mit dieser Variante gegeben wäre, merkte Ausschussmitglied Hans Jürgen Hoffmann (SPD) an. „Ich denke, man kann dieser Variante zustimmen. Einen Abriss brauchen wir nicht zu diskutieren.“

Die Frage von Walter Reinecke (CDU) nach den Folgekosten konnte Hein noch nicht beantworten. Der gesamte Umbau der Halle würde jedoch nicht unter 400 000 Euro liegen, schätzte er.

Das sei viel Geld, sagte Hoffmann, „aber ein Abriss würde mindestens genauso viel kosten, und da würde dann ein Millionenbetrag vernichtet.“ Jochen Huch (CDU) ergänzte: „Im Moment geht auch viel Geld verloren, weil keine Veranstaltungen in der Halle stattfinden können.“ Ortsbürgermeister Claus Clavey (SPD) merkte zudem an, dass sich durch den Umbau auch viel Geld an Heizkosten sparen ließe. Der Bauausschuss spreche sich somit klar für die zweite Variante aus, fasste der Ausschussvorsitzende Sven Sattler zusammen.

Bei den Varianten handelte es sich noch nicht um eine Detailplanung, sondern nur um Möglichkeiten, erklärte Heiko Wiebusch von der Stadtverwaltung. „Zunächst sollten mögliche Alternativen aufgezeigt werden, um sie mit Politik und Nutzern zu diskutieren, dann wird die Planung verfeinert.“ In diesem Zuge soll auch geprüft werden, ob Fördermittel des Landes für die Halle beantragt werden können. Bei der Nutzung als Dorfgemeinschaftshaus wäre dies denkbar. Bis Mittel 2018 soll nun ein beschlussfähiges Konzept vorliegen, um gegebenenfalls Fördermittel zum Stichtag am 15. September 2018 zu beantragen.

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