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Wie Tjark (8) für Weihnachten im Schuhkarton mobil macht

Kleiner Mann mit großem Herz

FISCHBECK. Kartons voll mit Tuschkästen, Füllern, Anspitzern oder Federmappen: Die Liste an Materialien, die Tjark seit dem Sommer für bedürftige Kinder in Bulgarien, Polen, Rumänien, Weißrussland, Serbien, Montenegro, der Slowakei, der Republik Moldau und der Mongolei zusammengetragen hat, ist sehr lang.

veröffentlicht am 15.11.2017 um 18:51 Uhr

Tamara, Tjark und Tino (v.li.) haben Schulmaterialien für Weihnachten im Schuhkarton-Pakete gesammelt. Foto: ah
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Annette Hensel Reporterin
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FISCHBECK. Über Handzettel und Plakate hatte der Achtjährige darauf aufmerksam gemacht, dass er Schulmaterialien für die weltweit größte Geschenk-Aktion für Kinder in Not, ‚Weihnachten im Schuhkarton‘ sammelt. „Eine gute Schulausbildung ist wichtig, um einen Beruf zu erlernen und Geld verdienen zu können“, erklärt Tjark.

Um armen Kindern zu helfen, schrieb er auch Firmen an: 20 haben reagiert und ihm Schulbedarfsartikel wie einen Karton mit 3450 Radiergummis zukommen lassen. „Anfangs haben wir alles aufgelistet, aber das mussten wir aufgeben, weil es zu viel wurde“, sagt Tjarks Mutter, Britta Langen und fügt hinzu: „Als wir die erste Ladung bei der Hilfsorganisation ‚Geschenke der Hoffnung‘ vorbeibrachten, war unser Auto bis unters Dach gefüllt mit Paketen.“

Unterstützt wurde Tjark von seinen Freunden Tamara (13) und Tino (11). Per Lautsprecher-Durchsagen durften sie im Schiller-Gymnasium Werbung machen und in der Bibliothek ein Lager für Schulmaterialien einrichten. Außerdem baten sie in Hamelner Geschäften um Spenden. Petra Fricke von Großmutters Shop in Hessisch Oldendorf hat für Tjarks Aktion eine Spardose aufstellt. Die Einnahmen (über 400 Euro) setzte Tjark direkt um in Hefte oder Stifte.

Da es nur im Hessisch Oldendorfer Schuhhaus Steding, nicht aber in Hameln eine offizielle ‚Weihnachten im Schuhkarton‘-Sammelstelle gibt, richtete Familie Langen bei sich in Fischbeck, Am bequemen Weg 23, eine Stelle ein. Dort hat jemand einen Karton voller neuwertiger Schulutensilien hinterlassen und einen Zettel mit der Aufschrift: „Hallo Tjark, ich finde dein Projekt ganz toll und hoffe, dass du weiterhin viel Erfolg hast.“

Den hat er, denn Tjark durfte in Porta an einem Regionaltreffen von „Geschenke der Hoffnung“ teilnehmen. „Die Leute haben gestaunt, wie viel ich gesammelt habe und gesagt, dass sie das richtig gut finden“, so der Viertklässler, der sogar einen Ausweis als ehrenamtlicher Mitarbeiter der Organisation erhielt.

Seither wurden weitere Paketladungen bei Familie Langen abgeholt. Deren Inhalt wird in zentralen Sammelstellen in Geschenkkartons verteilt, die nach Berlin gebracht und von Ehrenamtlichen in einer Weihnachtswerkstatt durchgesehen und für den Versand fertig gemacht werden. „Tamara, Tino und ich dürfen dort sogar mithelfen“, sagt Tjark stolz.

Am gestrigen Mittwoch ist die Geschenk-Aktion 2017 zu Ende gegangen, doch an neuen Ideen mangelt es den Kindern aus Fischbeck nicht: Sie überlegen nächstes Jahr Spielsachen zu sammeln. „Mir ist wichtig, damit nicht nur armen Kindern eine Freude zu bereiten, sondern auch Kinder hier vor Ort anzuschubsen darüber nachzudenken, dass es anderen nicht so gut geht“, betont Tjark, der die Sammelstelle in seinem Elternhaus beibehalten möchte. Die drei Freunde sind sich einig: „Auch wenn man noch nicht erwachsen ist, kann man viel bewegen.“

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