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Fachkräfte in Kiga und Krippe fehlen / Grundschulen gesichert / Gutachten untersucht Gesamtsituation

Kinderbetreuung gilt als großes Sorgenkind

HESSISCH OLDENDORF. „Die dezentrale Struktur ist richtig für das Kommende. Wir haben positive Geburtenzahlen, die demografische Veränderung wird nicht dazu führen, dass wir bis 2035 einen Schulstandort in der Stadt schließen müssen“, sind sich Bürgermeister Harald Krüger und die zuständige Amtsleiterin Margareta Seibert einig. Ihre Aussage beruht auf dem Gutachten, welches das Büro für angewandte Systemwissenschaften in der Stadt- und Gemeindeentwicklung von Diplom-Ingenieur Peter H. Kramer für die Weserstadt angefertigt hat. Kopfzerbrechen bereiten Seibert und Krüger hingegen die Krippen und Kindertagesstätten: Hier fehlt es an Plätzen und vor allem an Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

veröffentlicht am 13.01.2019 um 16:04 Uhr
aktualisiert am 14.01.2019 um 13:40 Uhr

Erst vor einigen Monaten wurde die Kinderkrippe „Pusteblume“ in der Goethestraße eingeweiht. In Sichtweite an „Kösters Kamp“ könnte eine weitere Betreuungseinrichtung für Kinder im Vorschulalter entstehen. Foto: PJ

Autor:

Peter Jahn
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Kramer kommt zu dem für die Verantwortlichen in der Stadt erfreulichen Ergebnis für die Schulen vor dem Hintergrund der Bautätigkeit und dem Vorhandensein von weiterem Bauland. Auch der erfolgreiche Konsolidierungskurs für den städtischen Haushalt gehört dazu. „Die Kindertagesstätten und die Grundschulen füllen sich. Geboren werden jetzt die Enkelkinder der Babyboomer. Dieser Höchststand wird erst in den nächsten Jahren erreicht“, sagt das 2017 erstellte Gutachten. „Schon einmal hat das Fachbüro ein kleinräumiges Gutachten erstellt, das zielgenau zur Entwicklung in den Jahren zwischen 2004 und 2020 passt“, sagt Krüger. Er setzt deshalb auf die Analyse, die sich mit dem Zeitraum bis 2035 beschäftigt. Im Unterschied zu amtlichen Gutachten sei nicht pauschal betrachtet, sondern genau auf alle Ortschaften im Stadtgebiet geschaut worden.

In Hessisch Oldendorf gibt es vier Grundschulstandorte, zwei auf der nördlichen Weserseite in der Kernstadt und Fischbeck und zwei südlich der Weser in Heßlingen und Hemeringen. 640 Kinder werden in diesen Schulen unterrichtet. „Selbst bei einem eventuellen späteren Rückgang der Schülerzahlen befürchte ich keine Schulschließung“, sagt der Bürgermeister. Zwar „schwanken die Schülerzahlen der Schulen in Heßlingen und Hemeringen von Jahr zu Jahr, doch Investitionen dort sind nicht verloren. So dienen die Container, die an der Grundschule Sonnental in Heßlingen aufgestellt wurden, zunächst als Klassenraum, können später aber auch anders genutzt werden. Zum Beispiel für eine Ganztagsbetreuung oder als Musikraum.“ Zuversichtlich macht Bürgermeister Krüger auch der Trend, „weg aus der Stadt aufs Land ziehen“. Genau an dieser Stelle will Hessisch Oldendorf „mit Familienfreundlichkeit und dem Ambiente der Einrichtungen“ punkten.

Richtet man den Blick auf Krippen und Kindergärten, sind diese neu, auf den neuesten Stand gebracht oder die Renovierung geplant. In Hessisch Oldendorf gibt es 15 Kinderbetreuungseinrichtungen, 14 stadteigene und eine in Trägerschaft der katholischen Kirche in Fischbeck. 35 Prozent der Mädchen und Jungen zwischen einem Jahr und drei Jahren haben derzeit einen Kindergartenplatz. 164 Plätze sind dies im Stadtgebiet – viel zu wenig allerdings, bezogen auf den Rechtsanspruch. Um für einen größeren Ansturm gewappnet zu sein, haben sich die Stadtverwaltung und Politiker entschieden, gegenüber dem alten Kindergarten in der Hessisch Oldendorfer Henningstraße im geplanten Baugebiet „Kösters Kamp“ 2500 Quadratmeter für den Bau eines weiteren Kindergartens zu sichern.

Ein viel größeres Problem als die Schaffung weiterer Betreuungsplätze ist im Personalbereich zu sehen, betonen Seibert und Krüger. „Der Markt ist leergefegt. Es ist bisher gelungen, dass wir keine Gruppen schließen mussten“, betonen sie. „Wird eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter krank, dann ist es eng, wir haben keine Vertretung mehr und auch auf Springer können wir immer weniger zurückgreifen.“

Doch was tun? In Hessisch Oldendorf ist die Ratlosigkeit ebenso groß wie in vielen anderen Städten und Gemeinden. Es fehlt landauf, landab an jungen Menschen, die sich für entsprechende Berufe interessieren. Über den Zukunftstag sowie Schülerpraktika wird in Hessisch Oldendorf versucht, jungen Menschen die Berufe Erzieherin und Erzieher sowie Sozialassistentin und Sozialassistent schmackhaft zu machen.



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