weather-image
25°

"Kinderaufbewahrungsanstalt" war gestern

Fischbeck (doro). Der Streik der städtischen Kindertagesstätten ist gestern in die zweite Runde gegangen. Mehr als 100 Kitas haben vor allem in den größeren Städten Niedersachsens die Arbeit für unbefristete Zeit niedergelegt, um für bessere Arbeitsbedingungen zukämpfen. Auch in der Kita in Fischbeck gab es gestern nur eine Notgruppe.

veröffentlicht am 18.05.2009 um 17:29 Uhr
aktualisiert am 10.11.2016 um 11:41 Uhr

KInder
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Fischbeck (doro). Der Streik der städtischen Kindertagesstätten ist gestern in die zweite Runde gegangen. Mehr als 100 Kitas haben vor allem in den größeren Städten Niedersachsens die Arbeit für unbefristete Zeit niedergelegt, um für bessere Arbeitsbedingungen zukämpfen. Auch im städtischen Kindergarten in Fischbeck gab es gestern nur eine Notgruppe.
 „Wenn ich sehe, was in den Kindertagesstätten los ist und wie wenig Geld die Betreuerinnen für ihre Arbeit bekommen, kann ich den Streik nachvollziehen“, sagt Nicole Apitz, die ihre Tochter Emilie in der Ganztagsgruppe des städtischen Kindergartens Fischbeck untergebracht hat. Sie geht sogar noch einen Schritt weiter und sagt: „Wenn schon gestreikt wird, müsste eigentlich richtig zugemacht werden, ohne Notgruppe.“ Sie selbst hat sich extra einen Tag Urlaub genommen, um den Streiktag zu überbrücken. „Auf Dauer hätte ich allerdings schon Probleme, dann müsste wohl die Oma einspringen“, sagt die berufstätige Mutter.
 Wie Nicole Apitz haben sich die meisten Eltern allerdings selbst organisiert, nur vier Fischbecker Kinder werden in der Notgruppe der Kita an diesem Tag von einer Betreuerin und einer Aushilfskraft betreut. „Mit etwas mehr habe ich schon gerechnet“, sagt Jutta Poludniok, „aber Fischbeck ist eben noch eine kleine heile Welt, in anderen Regionen wären die Gruppen sicher voll geworden.“ Doch auch in ländlichen Gebieten beginne sich die Familienstruktur zu verändern: „Oft müssen beide Eltern arbeiten, um über die Runden zu kommen“, sagt Jutta Poludniok. Die Kitas übernehmen in der Folge mehr Erziehungsaufgaben. „Früher waren wir verschrien als die spielenden Kaffeetanten“, sagt Poludniok, die seit 25 Jahren als Erzieherin arbeitet, „aber wir sind schon lange nicht mehr nur die Kinderaufbewahrungsanstalt, für die man uns mancherorts noch hält.“
 Eine Aussage, die durch den Bildungs- und Erziehungsauftrag, der nach dem Pisa-Schock für die Kindertagesstätten schnellstens auf den Weg gebracht wurde, untermauert wird. Im Herbst 2005 ist noch der Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung hinzugekommen. In Schulungen werden Erzieherinnen für etwaige Anzeichen sensibilisiert und sollen solche idealerweise erkennen und an das zuständige Jugendamt melden.
 

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare