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Polizei appelliert an Verkehrsteilnehmer

Kaum Schritttempo im Sachsenweg

FISCHBECK. Im Sachsenweg gilt Schrittgeschwindigkeit – doch kaum einer hält sich dran. Wie Anwohner aus Fischbeck berichten, sind die Autos deutlich schneller unterwegs – erlaubt sind maximal 15 Stundenkilometer.

veröffentlicht am 02.11.2017 um 16:14 Uhr

Der Sachsenweg ist ein verkehrsberuhigter Bereich: Es gilt Schrittgeschwindigkeit. Doch kaum einer hält sich dran. Foto: kk
Karen Klages

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Karen Klages Reporterin zur Autorenseite
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„Entweder kennen die Autofahrer diese Geschwindigkeitsbegrenzung nicht oder sie ignorieren sie“, sagt Jens Petersen von der Polizeiinspektion Hameln-Pyrmont/Holzminden. Er selbst kennt das Problem, wohnt selbst in einer Spielstraße, wie der verkehrsberuhigte Bereich umgangssprachlich genannt wird. Auch bei der Stadt Hessisch Oldendorf ist das Problem, speziell auch im Sachsenweg, bekannt.

Von Seiten der Polizei seien diese Bereiche allerdings kaum zu kontrollieren: „Die Messung in verkehrsberuhigten Bereichen ist nicht ganz so einfach“, erklärt Petersen. Bestimmte Messpunkte und eine gewisse Messstrecke müssten vorhanden sein. „Das geben diese Straßen aber oftmals nicht her.“

Wie Thomas Breitkopf, Fachdienstleiter Liegenschaften, Straßen und Gewässer bei der Stadt Hessisch Oldendorf, erklärt, habe es zum Beispiel schon Messungen in der Langen Straße in Hessisch Oldendorf gegeben. Auch diese ist ein verkehrsberuhigter Bereich. „Es hält sich kaum einer dran“, bestätigt er. Auch Radfahrer und Fußgänger seien gemessen worden – auch sie seien teilweise zu schnell unterwegs gewesen. Petersen rät, die Kupplung langsam kommen zu lassen und nur mit Standgas zu fahren. Dann sei man langsam genug unterwegs.

Alle Verkehrsteilnehmer können diesen Verkehrsraum gleichberechtigt in Anspruch nehmen.

Jens Petersen, Polizeioberkommissar bei der Polizeiinspektion Hameln/Pyrmont-Holzminden

Ob es hilft, zusätzliche Schilder mit dem Hinweis „Schritt fahren“ aufzustellen, wie es jüngst in Afferde geschehen ist? „Es könnte sinnvoll sein“, meint Petersen. Bäume, die im Sachsenweg am Rand stehen, und aufgrund derer man Slalom fahren muss, nehmen schon etwas Geschwindigkeit raus. Je mehr aber an zusätzlichen Hindernissen geschaffen werden, desto gefährlicher werde es wiederum für die Verkehrsteilnehmer. Das sieht auch Breitkopf so. An einigen Stellen ist der Sachsenweg, in dem neben Einfamilien- auch Mehrfamilienhäuser stehen, aufgrund von Kurven, Abzweigungen und parkenden Autos eh schon unübersichtlich.

Das Problem im Sachsenweg können nach Ansicht von Breitkopf nur die Anwohner selbst lösen, da hier kaum Durchgangsverkehr herrsche. Polizeioberkommissar Petersen appelliert daher an alle Verkehrsteilnehmer (auch die Radfahrer) – die Schrittgeschwindigkeit einzuhalten. „Alle Verkehrsteilnehmer können diesen Verkehrsraum gleichberechtigt in Anspruch nehmen“, erklärt Petersen. Fußgänger dürfen somit die ganze Breite im Sachsenweg nutzen und auch mittig auf der Straße gehen; Kinderspiele seien überall erlaubt. Natürlich müsse man, sobald ein Auto komme, dieses durchfahren lassen; aber Fahrzeugführer dürfen die Fußgänger nicht einfach weghupen.

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