weather-image
23°

Politik empfiehlt, Etat der Stadtbücherei zusammenzustreichen – darunter leiden wird die Qualität

Kannst du knicken

Hessisch Oldendorf. Die Stadtbücherei soll mit weniger Geld auskommen. Rund 13 000 Euro muss die Einrichtung im kommenden Jahr sparen, um den Haushalt zu entlasten. Diese Empfehlung beschloss der Ausschuss für Schule, Familie und Sport einstimmig während seiner jüngsten Sitzung. Das letzte Wort hat der Verwaltungsausschuss, dessen Zustimmung als sicher gilt.

veröffentlicht am 08.11.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 10:21 Uhr

270_008_6717164_lkho101_0811_dpa.jpg

Autor:

VON ROBERT MICHALLA
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Laut Plan soll die Bücherei auf eine von drei Mitarbeiterinnen verzichten. Sie waren mit 30 Stunden pro Woche fest angestellt. Eine Mitarbeiterin bewarb sich jedoch erfolgreich für eine andere Stelle innerhalb der Verwaltung. Ihre Stelle in der Bücherei soll nicht wieder besetzt werden. Dies spart fast 11 000 Euro. Weitere 2000 Euro soll die Bücherei für Mieten und Pachten kürzen. Dafür soll sie 9000 Euro ausgeben statt wie bislang 11 000 Euro.

Margareta Seibert, die im Rathaus den für die Bücherei zuständigen Fachbereich leitet, schwor die Politiker auf Einschnitte bei der Qualität ein. „Es wird Abstriche geben“, sagte sie. Zwar sollen die Öffnungszeiten unangetastet bleiben. Jedoch werden die Mitarbeiterinnen weniger Zeit etwa zum Sortieren und Bestellen der Bücher haben. Rosemarie Kreiensen (SPD) regte ein Konzept an, damit die Bücherei nicht an Anziehungskraft verliert. Darüber hinaus fasste der Ausschuss folgende Beschlüsse, die Verwaltungsausschuss oder Rat noch bestätigen müssen:

Baxmannbad: Die Gebühren sollen wie geplant angehoben werden (wir berichteten). Die Zehnerkarte soll zum Beispiel 27 statt 20 Euro kosten. Außerdem soll die Saison nicht länger als 100 Tage dauern. Nach Rathausangaben wurden die Preise für Kinder und Jugendliche zuletzt zu D-Mark-Zeiten erhöht. Elisabeth Feldmann vom Förderverein sagte, der Verein akzeptiere den Plan zähneknirschend.

Kindertagesstätten: Die Stadt plant zum Beispiel, dass das letzte Jahr für Ganztagskinder 45 Euro pro Monat kosten soll (wir berichteten). Ausschussmitglied Wilfried Schnase (CDU) nannte dies eine „einschneidende Neuerung“, die er jedoch verteidigte. Alles stehe derzeit auf dem Prüfstand. Aber: „Hier soll nicht der Eindruck entstehen, dass die Konsolidierungsmaßnahmen auf die Schultern der Eltern abgeladen werden.“ Die Erhöhung sei „nur ein kleiner Teil“, um den Haushalt in den Griff zu bekommen. „Es fällt uns wirklich nicht leicht, diese Maßnahmen zu beschließen“, sagte er. Andreas Hage (Grüne) und Werner Buchmeier (CDU) schlossen sich dem an.

Patrick Jetter, Vertreter der Eltern im Ausschuss, wollte Schnase nicht ganz folgen. „Irgendwie ist das doch typisch deutsch“, sagte Jetter. „Ich sehe ein, dass uns in gewisser Weise die Hände gebunden sind.“ Aber „je mehr Kinder man hat, umso mehr wird man auch bestraft“. Waltraud Ahrens (SPD) wies darauf hin, dass nur 35 Prozent der Kosten über Gebühren bezahlt würden. Seibert sagte, dass die Erhöhung daran kaum etwas ändern werde. Sie fügte hinzu, dass sich die Stadt für ihre Kindergärten und Krippen keinen Luxus leiste. „Wir geben nur das aus, was das Gesetz uns vorschreibt.“

Kindertagesstätte Fischbeck: Dort soll eine Gruppe eingerichtet werden, in der Kinder von 7 bis 15 Uhr betreut werden können.

Ferienbetreuung: Ab den Osterferien soll es für Eltern 35 Euro kosten, wenn sie ihr Grundschulkind eine Woche lang betreuen lassen. Bislang sind es 30 Euro. Grund ist eine Entscheidung des Landes, die Betreuung nicht mehr zu fördern. Zudem möchte die Verwaltung während der nächsten Osterferien nur noch eine Betreuungswoche anbieten. Dafür soll es Eltern in den Sommerferien möglich sein, ihre Kinder vier statt bislang drei Wochen betreuen zu lassen.

Koordinatorenstelle für Kindertageseinrichtungen: Gemeinsam mit Rinteln und Auetal möchte die Stadt diese Stelle schaffen. Damit soll auch die Qualität steigen. Dies kostet 14 000 Euro. Die Stelle ist zunächst auf zwei Jahre befristet.

Rund 13 000 Euro soll die Stadtbücherei im kommenden Jahr sparen, um den Haushalt zu entlasten. Künftig sollen nur noch zwei statt drei Mitarbeiterinnen Bücher sortieren und bestellen.dpa



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt
    X
    Herzlichen Glückwunsch, Ihr Adblocker funktioniert!

    Wir verstehen, dass Sie nicht hier sind, um Werbung zu sehen.
    Aber Werbe- und Aboeinnahmen sind wichtig für unsere journalistische Arbeit.


    Unterstützen Sie unseren Qualitäts-Journalismus, indem Sie Ihren Adblocker deaktivieren
    oder sich mit einem gültigem Digital-Abo anmelden.

    Sie haben ein Digital-Abo? Hier anmelden!

    Noch kein Digital-Abo?