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Ortsrat zahlt laufende Kosten aus Dorfstrukturmitteln / Letztes Wort hat heute der Verwaltungsausschuss

Jugendtreff – Vertrag unter Dach und Fach

Großenwieden. Es gibt Dorfgemeinschaften, die in den letzten Monaten von sich reden machen. Da sind die Fuhlener, die durch die Teilnahme am Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ eine Vielzahl von Aktivitäten entwickelten und so manches Projekt umsetzen, das nachhaltig den Weserort aufwertet. Flussabwärts auf der anderen Uferseite wird in Großenwieden auch kräftig gearbeitet. Die Mitglieder der Dorfgemeinschaft entwickelten Ideen, die Stück für Stück umgesetzt werden. Nun geht es darum, das Gebäude der ehemaligen Schule und des Kindergartens sinnvoll zu nutzen.

veröffentlicht am 21.08.2013 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 14:41 Uhr

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Autor:

Peter Jahn
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Die kleinen drei- bis sechsjährigen Mädchen und Jungen, die auf der Rückseite der Schule über viele Jahre ein Kellerdasein geführt haben, sind nach den großen Ferien oben in die ehemaligen Klassenräume gezogen. Der rückwärtige Bau würde nun leerstehen und müsste weiter unterhalten werden, wenn nicht die Dorfgemeinschaft die Umnutzung der ebenerdigen Räume zu einem Jugendtreff vorgeschlagen hätte.

Und genau daran wurde auf verschiedenen Ebenen gearbeitet. Mit Stadtverwaltung und Politikern liefen Gespräche darüber, wie der Jugendtreff verwirklicht werden kann. Dazu mussten Verträge geschlossen und die Modalitäten ausgehandelt werden. Immerhin geht es auch um Geld aus dem öffentlichen Topf. Und genau darüber haben die Mitglieder des Ausschusses für Schule, Familie und Sport diskutiert. Zu den Verhandlungen erklärte der Ausschussvorsitzende Andreas Hage (Bündnis 90/Die Grünen): „Über den Vertrag wird mit der Stadtverwaltung noch heiß diskutiert.“

Da es im Sünteldorf Haddessen eine vergleichbare dezentrale Jugendarbeit in einem städtischen Gebäude gibt, konnte auf der Grundlage dieses Vertrages auch eine Nutzungsvereinbarung mit den Großenwiedenern getroffen werden, so wie das zuständige Fachamt im Hessisch Oldendorfer Rathaus vorgeschlagen hat. Partner dieser Vereinbarung sind die Stadt, Vertreter der Dorfgemeinschaft beziehungsweise des Projektes Zukunftswerkstatt, der Ortsrat und die künftigen Nutzer. Im Unterschied zu Haddessen ist die Dorfgemeinschaft Großenwieden kein eingetragener Verein. Dadurch ergab sich die Schwierigkeit, wer als verbindlicher Vertragspartner auftreten kann.

Und dann ging es noch um die Kosten. Es wurde auch hier eine Regelung wie in Haddessen vorgeschlagen. Heißt: Die Stadt verzichtet auf Mietzahlungen und stellt die Räume kostenfrei zur Verfügung. Die Nebenkosten übernehmen die Nutzer. Das gesamte Haus in Großenwieden, also Grundschule und Kindergarten, hat 583 Quadratmeter. Dafür sind 2012 Kosten in Höhe von 13 139 Euro angefallen. Für die 85 Quadratmeter, die von der Dorfjugend genutzt würden, mache dies anteilig einen Betrag von rund 2138 Euro im Jahr aus, sagt Andreas Hage.

Da die Jugendräume nicht an fünf Tagen in der Woche genutzt werden wie bisher der Kindergarten, sondern nur an drei Tagen, ergebe sich eine Einsparung von rund tausend Euro, rechnete Andreas Hage. Der Ausschussvorsitzende betonte, „die Schulschließung kann kein Argument sein, um den Haushalt zu konsolidieren“. Hage, selbst Großenwiedener, erklärte, dass die Dorfgemeinschaft bereit sei, einen Teil der für Jugendräume anfallenden Kosten zu übernehmen. Vertragspartner der Stadt soll der Ortsrat sein, der, „solange es Dorfstrukturmittel gibt, die tatsächlich anfallenden Kosten trägt“, schlugen die Mitglieder des Fachausschusses vor.

Obwohl er den Beschluss mittrug, äußert sich Fachausschussmitglied Werner Buchmeier (CDU) kritisch: „Wir müssen bedenken, Haddessen und Großenwieden – andere wollen das vielleicht auch haben, hoffentlich wecken wir keine Wünsche.“ Klaus Brzesowsky (SPD) hebt hervor: „Ich finde es gut, dass es eine solche Dorfgemeinschaft gibt, die Vorzeigecharakter hat.“ Was die Bedenken von Werner Buchmeier anbelangt, so ist Bürgermeister Harald Krüger ganz anderer Meinung: „Das ist eine gute Jugendarbeit, wenn man in den Orten in der Lage ist, so etwas zu organisieren, dann nur zu, denn besser kann es nicht laufen.“

Zufrieden verfolgen die Jugendlichen aus Großenwieden von den Zuschauerreihen aus die öffentliche Ausschusssitzung. Gemeinsam mit Peter

Beerbom haben sie ein Konzept für die Einrichtung eines Jugendtreffs in ihrem Heimatdorf erarbeitet, das sie jüngst bei einem Treffen der Zukunftswerkstatt unterbreiteten. Die jungen Leute aus Großenwieden und Kleinenwieden haben sehr genaue Vorstellungen, die von der Ausstattung mit Sitzsäcken über einen Kicker bis zu einer Grillecke und einer Schrauberecke reichen, in der sie ihre Fahrräder reparieren können.

Der Vorschlag des Fachausschusses steht, nun ist der Verwaltungsausschuss an der Reihe. Die Beigeordneten werden sich in ihrer Sitzung am heutigen Donnerstag ebenfalls mit dem Thema beschäftigen. Bürgermeister Harald Krüger geht wie andere Politiker davon aus, dass die Zustimmung zum Vorhaben der Großenwiedener „nur Formsache sein dürfte“.



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