weather-image
13°

Bauvorschrift geändert: Reupke-Gelände kann bebaut werden / Stadt liegt Kaufangebot vor

Jetzt zeigt sich, wer Mut zur Lücke hat

Hessisch Oldendorf (doro). Jetzt wird es konkret – zumindest, was die Weichenstellung für das ehemalige Reupke-Gelände in der Langen Straße in Hessisch Oldendorf betrifft. Grund ist die geänderte Niedersächsische Bauordnung. Sie besagt, dass der Grenzabstand zum Nachbargrundstück nur noch die Hälfte der Gebäudehöhe, mindestens jedoch drei Meter, betragen muss. Zuvor galt, dass dieser Abstand nur an zwei beliebigen Grenzen einer Länge von 17 Metern auf die Hälfte der Höhe, mindestens jedoch drei Meter, reduziert werden darf. Nach Absprache mit den Planern soll das Konzept nun überarbeitet und zeitnah ein Bauantrag eingereicht werden, erklärt Landkreissprecherin Sandra Lummitsch.

veröffentlicht am 05.06.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 17:21 Uhr

270_008_5537979_lkho107_0506.jpg
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

„Mut zur Lücke“ zeigte zuletzt die Bürgerhilfe Nordhorn, sie hatte vor, zu investieren und an dieser Stelle Atriumwohnungen für Senioren zu schaffen. Das Konzept der Bürgerhilfe hatte eine Abordnung von Politikern aus Hessisch Oldendorf bei einem Besuch vor Ort überzeugt. Das Angebot des Sozialdienstleisters, als Betreiber aufzutreten, stehe nach wie vor, sagt Georg Kotmann von der Bürgerhilfe. Zukünftiger Investor wird eine in Gründung befindliche GmbH & Co. KG sein, die wiederum aus mehreren Geldgebern besteht – unter anderem der SK Bauplanungsgesellschaft, die auch die bisherigen Planungen begleitet hat.

Um das klassische Atrium-Konzept umzusetzen, wäre es notwendig gewesen, das benachbarte Gebäude – also links von der Lücke in der Langen Straße, wenn man davor steht – zu erwerben und abzureißen. Doch die Pläne zerschlugen sich, da sich die Preisvorstellungen des Nachbarn nicht mit denen der Bürgerhilfe deckten. Der Nachbar witterte scheinbar ein gutes Geschäft: Wollte er zunächst nur 150 000 Euro für das Haus haben, schnellte der Preis plötzlich auf 280 000 Euro in die Höhe. Die Wohnungen werden nun durch eine abgespeckte Variante realisiert, so Kotmann.

Aber dennoch: Im Auge hat man weiterhin eine abgespeckte Variante. Die SK Bauplanungsgesellschaft hat der Stadt erneut bestätigt, dass sie die beiden Grundstücke Lange Straße/Paulstraße erwerben will. Die neue Planung umfasse das gesamte Grundstück, außerdem Parkplätze, die derzeit noch der Stadt gehören und sich auf der anderen Seite der Paulstraße befinden. Wenn die Stadt verfahrensrechtliche Dinge geklärt habe, könne der Bauantrag gestellt werden – sofern Verwaltungsausschuss und Rat zustimmen. Das Kaufgebot mit einem Kaufpreis von 110 000 Euro liegt der Verwaltung inzwischen vor. 120 000 Euro waren ursprünglich veranschlagt, doch ein Teil ist inzwischen von den Planungskosten aufgefressen worden. Die seien umfangreicher gewesen als geplant, heißt es.

Entsprechend froh ist Ratsherr Günter Kuhnert von den Grünen, dass sich endlich etwas tut. Er hat die Hoffnung in all den Jahren nicht aufgegeben und sich engagiert und das Projekt mit den Planern vorangetrieben. Sechs Jahre ist es her, dass die Märkte NKD und Rossmann von ihm und dem Berater Heinrich Schaper gewonnen werden sollten, um sich in der Innenstadt niederzulassen. Am Ende zogen sie jedoch die Ansiedlung an der Welseder Straße vor. Der Verkauf des Grundstücks würde nicht nur das Stadtsäckel entlasten, sondern auch für eine Belebung der Innenstadt sorgen, ist sich Kuhnert sicher.

„Mir fällt ein kleiner Stein vom Herzen“, befindet Bürgermeister Harald Krüger. Es habe schon Durchhaltevermögen und viele Gespräche mit dem Landkreis gebraucht, bis das Ziel erreicht wurde. Obschon er manchmal gezweifelt habe, habe er den Glauben nicht verloren, sagt Krüger.

Insgesamt 3,6 Millionen Euro sollen nun investiert werden, sagt Richard Schultz von der Nordhorner SK Bauplanungsgesellschaft, 4,6 wären es beim alten Konzept gewesen. Entstehen sollen 21 Wohnungen – 10 davon im Erdgeschoss, wo auch ein Speiseraum und eine Cafeteria geplant sind, elf weitere im Dachgeschoss. In der mittleren Etage sollen 18 Pflegeplätze eingerichtet werden, für das ganze Haus werde es einen eigenen Pflegedienst geben.

Und last, but not least: Mit 15 bis 18 neuen Arbeitsplätzen rechnet Richard Schultz. Neben überregionalen Firmen, mit denen bereits Projekte durchgeführt wurden, sollen am Bau auch regionale Firmen beteiligt werden.

Das Projekt kann starten: In der Langen Straße sind die baurechtlichen Voraussetzungen geschaffen, um das Konzept Servicewohnen für Senioren zu realisieren. Foto: xb



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt
    X
    Herzlichen Glückwunsch, Ihr Adblocker funktioniert!

    Wir verstehen, dass Sie nicht hier sind, um Werbung zu sehen.
    Aber Werbe- und Aboeinnahmen sind wichtig für unsere journalistische Arbeit.


    Unterstützen Sie unseren Qualitäts-Journalismus, indem Sie Ihren Adblocker deaktivieren
    oder sich mit einem gültigem Digital-Abo anmelden.

    Sie haben ein Digital-Abo? Hier anmelden!

    Noch kein Digital-Abo?