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Wahnsinn beim Basar „Rund um das Kind“: 50 000 Teile, 1000 Besucher und 150 Anbieter / Ein Bericht aus dem Getümmel

„Jetzt reicht’s aber, die sind doch potthässlich“

Hessisch Oldendorf. Gibt’s da was umsonst oder warum strömen mal eben 250 Leute samstagmorgens um acht Uhr ins Baxmann-Zentrum?! Kostenlos ist nichts im Angebot, aber kostengünstig – und zwar alles rund ums Kind: Hosen, T-Shirts, Kleider für Frühjahr und Sommer, Spielsachen, Autositze oder Fahrräder. Beeindruckend schnell füllen sich große Einkaufstaschen. „Die Qualität der gebrauchten Sachen ist hier einfach gut“, meint eine junge Frau, die mit ihrem Sohn als eine der ersten zufrieden das Basar-Getümmel verlässt.

veröffentlicht am 17.03.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 02:21 Uhr

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Autor:

VON ANNETTE HENSEL
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„Ich habe fünf Kinder mit Basar-Sachen großgezogen, man findet hier immer etwas“, sagt Sonja Wissel aus Fischbeck, die erstmals auch nach Kleidung für ihr erstes Enkelkind stöbert. Basar-Neuling ist Aysun Teke, die mit einem Mobile für ihr knapp halbjähriges Kind im Gepäck lobt: „Es ist richtig schön hier.“

Für strahlende Kinderaugen sorgen eine Barbie-Delfin-Kutsche oder die Espressomaschine aus Plastik, die die 15 Monate alte Ruby Rose aus Hameln fest an sich drückt. Die Sommerkleidchen, die ihre Mutter Wendy Sherman hochhält, interessieren sie hingegen kaum. Unzählige Kinderhüte, die an Volleyball-Netzen von der Deckenkonstruktion herabhängen, laden nicht nur die acht Jahre alte Alyssa aus Lachem zum Anprobieren ein.

„Jetzt reicht’s aber, die sind doch potthässlich“, entfährt es einem mit Tüten beladenen Vater, während Frau und Tochter entzückt ein Kleid nach dem anderen vom Ständer nehmen. Ein junges Paar gleicht Kleidung mit Notizen auf einer Liste ab. „Wir erwarten Nachwuchs, haben uns ausgerechnet, zu welcher Jahreszeit unser Kind welche Größe tragen wird und schauen jetzt, ob wir alles korrekt ausgewählt haben“, erklärt das Paar. Auch zwei ältere Frauen gehen mit Liste in der Hand auf die Suche: „Wir haben ein Dreirad sowie Kleidung für unsere Enkelkinder gekauft, ob es das Richtige ist, wissen wir nicht – aber für die paar Mark.“

Rund 50 000 Teile haben 150 Anbieter am Freitag in Körben angeschleppt. Stundenlang sind 54 Mitglieder des Helferteams damit beschäftigt, die Kleidung nach Größen geordnet auszulegen und Spielsachen zu sortieren. Dank gelber und orangefarbener Sicherheitswesten sind sie während des Basars bei Fragen leicht ausfindig zu machen. „Alles ist so gut organisiert und läuft so ruhig ab, allerdings kam bei mir leichte Panik auf, als zu Beginn die Massen an mir vorbei drängten“, sagt eine „Ersthelferin“. Ihre Aufgabe ist es, all das, was kurz vorm Bezahlen noch aussortiert wird, zurückzubringen und auf den Tischen Ordnung zu schaffen – schließlich drehen die knapp 1000 Besucher das Unterste zuoberst. Während sich manch einer am langen Kuchenbuffet anstellt, für das Kindergarteneltern gegen Erhalt einer Basar-Nummer gebacken haben, passt Kindergartenleiterin Gudrun Struckmeier auf verkaufte Großteile wie Kinderwagen auf.

Der Basar „Rund um das Kind“, der seit mehr als 25 Jahren im Frühjahr und Herbst stattfindet und dessen Erlös dem Förderverein der Kindergärten Storchennest und Zwergenland, ist eine überaus erfolgreiche Veranstaltung.

Die Ehepaare Guder und Kindermann, seit 15 Jahren im Basarteam, möchten die Verantwortung langsam abgeben und haben mit Dominique Söhlke an der Spitze wieder Eltern aus dem Kindergarten an ihrer Seite, die in die Organisation mit einsteigen. „Damit tun wir ja was für unsere Einrichtung, ermöglichen Anschaffungen, für die sonst kein Geld da ist“, sagt Söhlke.

Rund 50 000 Teile haben 150 Anbieter am Freitag in Körben angeschleppt. Alyssa aus Lachem (Foto rechts) probiert Kinderhüte.ah



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