weather-image
14°
Die Fischbecker sind gerüstet / „Mit Unwettern in bisher nicht gekannter Dimension ist zu rechnen“

Jetzt kann der nächste Starkregen kommen

Fischbeck (doro). 80 Liter pro Quadratmeter regneten in der Nacht vom 7. auf den 8. Oktober 2009 im Raum Hessisch Oldendorf auf die Erde. Oberhalb des Sachsenweges in Fischbeck hatte die Feuerwehr bis in die Morgenstunden damit zu tun, Wasser- und Schlammmassen zu beseitigen, die von den Feldern in die Keller gelaufen waren. Die Anwohner ärgerten sich und gaben der Stadt eine Mitschuld an den entstandenen Schäden.

veröffentlicht am 18.11.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 03:41 Uhr

270_008_4407096_lkho102_1911.jpg
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

„Ausgangspunkt der Schadensereignisse war eine Ackerfläche oberhalb der Wohnbebauung der nordöstlichen Ortslage von Fischbeck. Das Gelände weist hier eine Neigung in Richtung der Wohnbebauung auf. Der Boden war nach sechs Wochen ohne nennenswerten Niederschlag extrem trocken und noch vegetationsfrei. Hinzu kam, dass das Drillen der Oberfläche im Zuge der Herbstbestellung zum Tiefpunkt des Ackers hin erfolgte, wodurch eine Vielzahl von Drillspuren in Richtung des Siedlungsbereichs von Fischbeck entstand“, beschreibt Manfred Bebermeier von der Stadtverwaltung die Lage vor dem Unwetterereignis.

„Als dann der Starkregen einsetzte, bei dem innerhalb einer Stunde bis zu 80 Millimeter Niederschlag fielen, war die Ackerkrume nicht in der Lage, die Wassermassen aufzunehmen. Sie flossen mit hoher Geschwindigkeit in den Drillspuren zum Tiefpunkt des Geländes und schwemmten erhebliche Mengen der Ackerkrume ab, die über die vorhandenen Gräben bis weit in die Ortslage abtransportiert wurden. Infolgedessen setzten sich die Gräben teilweise zu, das Wasser trat aus den Gräben auf die Fahrbahnen und auf Privatgrundstücke“, erinnert sich Bebermeier.

Nach Beratung mit Betroffenen und Experten aus der Wasser- und Landwirtschaft hat die Stadt Hessisch Oldendorf nun ein ganzes Maßnahmenpaket geschnürt, damit sich so etwas möglichst nicht wiederholt. Alle Beteiligten seien sich zudem einig, dass durch den Klimawandel mit Unwettern in bisher nicht bekannter Dimension zu rechnen sei.

Die Umsetzung der Maßnahmen erfolgte im Rahmen der turnusmäßigen Unterhaltungsarbeiten der Wege und Gewässer. Zunächst wurden die Gräben geräumt und Verrohrungen gespült. Neun Ackerüberfahrten wurden entfernt, drei weitere erneuert. Insgesamt wurden 3746 Meter Wegeseitengräben geräumt. Dabei fielen 380 Quadratmeter Boden an, die wieder auf die nahegelegenen Ländereien gebracht wurden. Auch die Wegeprofilierung der verlängerten Danziger Straße und des Verbindungsweges zur Waldhofstraße sowie des Fußweges Waldhofstraße/Märkische Straße ist optimiert worden. Größte Einzelmaßnahme war allerdings die Herstellung eines Schlammfanges auf dem Acker oberhalb der Wohnbebauung, die unmittelbar von der Schlammflut betroffen war. Flankierend dazu wurden die Bankette an diesem Acker abgetragen und eine Aufwallung am Hemsener Weg hergestellt, um eine konzentrierte Wassereinleitung in die Gräben und Verrohrungen zu erreichen.

„Zusätzlich sind sämtliche Gräben und offene Erdflächen eingesät worden, denn die Entwicklung einer geschlossenen Grasnarbe schützt den Boden vor Erosion. Noch herzustellen ist am Hemsener Weg eine Rohrleitung zur Entlastung des Wegeseitengrabens, der Bau einer Gosse im Hermann-Löns-Weg, und der Einlauf am Bremensiek ist neu zu gestalten“, erläutert Bebermeier. Vorgesehen ist eine Bepflanzung am Ende der Danziger Straße – noch in diesem Jahr.

Zufrieden mit den Maßnahmen zeigt sich auch Ortsbürgermeister Günter Peschke: Er ist zuversichtlich, dass man dem nächsten Unwetter dieser Art besser gewachsen ist.

Größte Einzelmaßnahme war die Herstellung eines Schlammfanges auf dem Acker oberhalb der Wohnbebauung, die unmittelbar von der Schlammflut betroffen war.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare