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Ärger am Rosenbusch / Kinder werden bis vor das Tor gefahren / Appelle der Schule verhallen

Jeden Tag wieder – Eltern sorgen für Parkchaos

Hessisch Oldendorf (bj). „Die Schule fängt vor der eigenen Haustür an“, diesen Standpunkt vertritt Monika Rehberger, die Schulleiterin der Grundschule am Rosenbusch, und sie fährt fort: „Eltern nehmen ihren Kindern viel weg, wenn sie ihnen den Schulweg nicht zutrauen und zumuten.“ Viele Erwachsene wissen aus der eigenen Schulzeit, dass es auf dem täglichen Schulweg um Freundschaft, Zusammenhalt und Konfliktlösungen geht. Diese Erfahrung, die die Kinder zu Eigenverantwortung und Selbstständigkeit erzieht, können die Schulkinder, die regelmäßig mit dem Auto zur Schule gebracht werden, nicht machen. „Jeder Elternteil für sich hat einen mehr oder weniger guten Grund, das eigene Kind zu fahren, aber die Summe der Eltern, die mit dem Auto bis vor die Schule gefahren kommen, ist das Problem“, erklärt die Schulleiterin.

veröffentlicht am 14.01.2011 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 00:41 Uhr

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Die Problematik zeigt sich täglich vor Schulbeginn und nach Schulschluss. Obwohl die Erst- bis Viertklässler morgens mehr oder weniger schnell aus dem Auto springen oder krabbeln, entstehen gefährliche Situationen für die Schulkinder. Und es kommt zum Rückstau der Autos bis in die Bergstraße. Anwohner der Straße sind verärgert und parken ihre Fahrzeuge in den Seitenstraßen, „damit wir nicht angemault werden“. Mittags verschärft sich die Situation noch, „da Eltern lange vor Schulende die Bergstraße hochfahren und im Wendekreis parken, während sie sich auf dem Schulhof unterhalten“, wie Beobachter ausführen.

Auch die Polizei wirft ein Auge auf das Geschehen am Ende der Bergstraße. Polizeihauptkommissar Günter Urbaniak berichtete gestern beim jährlich stattfindenden Gespräch der Polizei mit Bürgermeister Harald Krüger und Amtsleiter Klaus-Dieter Leupold, dass es beispielsweise letzte Woche Freitag zweiundvierzig Fahrzeuge waren, die den Verkehr vor der Grundschule und in der oberen Bergstraße beinahe zum Erliegen brachten. Der Polizist sperrte daraufhin mit seinem Dienstfahrzeug den unteren Teil der Bergstraße, um das Chaos nicht zu vergrößern. Diese Maßnahme wurde mit Kopfschütteln von den Eltern quittiert, die ihre Kinder nun nicht mehr unmittelbar an der Schule abholen konnten.

„Bei Regen oder Schnee ist es extrem, da geht hier nichts mehr“, beobachtete auch Schulleiterin Monika Rehberger. Sie kann nicht verstehen, dass die Eltern die Schulkinder diesen unübersichtlichen und gefährlichen Situationen aussetzen. Derselben Ansicht ist auch Carmen Köberle: „Es ist unverantwortlich, wie die Eltern sich verhalten“, sagt die Mutter, deren Tochter die erste Klasse besucht. Und sie ergänzt: „Wir überlegen, unserer Tochter für 40 Euro im Monat eine Busfahrkarte zu kaufen. Dann wäre der Schulweg gefahrloser.“ Gespräche mit dem Schulelternrat und Briefe an die Eltern mit dem Appell, ihre Kinder nicht mit dem Auto über die Bergstraße zu bringen, sind bisher ohne Erfolg geblieben. „Bei den Eltern ist die Einsicht nicht vorhanden, dabei ist es den Kindern durchaus zuzumuten, zu Fuß zu gehen. Abgesehen davon, dass die Verkehrssituation dadurch deutlich entspannter wäre, wäre es gut, wenn die Kinder vor Schulbeginn schon Bewegung gehabt hätten“, weiß Monika Rehberger.

„Die Situation ist ja seit langem bekannt, es ist ein altbekanntes Thema“, sagen Amtsleiter Klaus Dieter Leupold und die Vorsitzende des Schulelternrates, Mira Eickmeyer Koch. „Wenn mit dem Bau der Krippe begonnen wird und die Baufahrzeuge die Bergstraße benutzen, wird sich die Situation weiter zuspitzen“, befürchtet sie. Das glaubt auch Annett Brautlecht, die in der jüngsten Sitzung des Ortsrates Hessisch Oldendorf anfragte, „ob die Verwaltung eine Möglichkeit sieht, die Situation während der Bauphase zu entschärfen?“ Durch Baufahrzeuge werde der Verkehr vor der Grundschule nicht beeinträchtigt, versichert Hermann Faust, der Pressesprecher der Stadtverwaltung. „Der Baustellenverkehr verläuft definitiv nicht über die Bergstraße, sondern führt über den Dornröschenweg zur Baustelle.“ Bleibt jedoch auch für ihn die Frage, ob die Eltern, die jetzt am Dornröschenweg mit dem Auto auf ihre Kinder warten, dann auch über die Bergstraße fahren und damit das tägliche Chaos noch vergrößern.



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