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Damit der Geldgeber bei der Stange bleibt, werden planungsrechtliche Hürden ausgeräumt

Investor bleibt auch weiterhin in Deckung

Hessisch Oldendorf (boh/doro). Schon lange steht das ehemalige Berliner Landschulheim leer und verfällt zusehends. Bereits vor vier Jahren hat die Stadt Hessisch Oldendorf das rund 20 000 Quadratmeter große Grundstück mit Gebäude gekauft. Als „Filetstück in exponierter Lage“, bezeichnete Stadtplanerin Martina Kexel das gesamte Areal. Doch getan hat sich dort noch nichts – außer, dass ein potenzieller Investor wieder abgesprungen ist. Unter anderem, weil die Zufahrt zum Gelände ungeeignet ist und das Nachdenken von Politik und Verwaltung über eine Lösung des Problems zu lange gedauert hat. Um das in Zukunft zu vermeiden, hat der Ausschuss für Planung in seiner letzten Sitzung einstimmig einer Änderung des Bebauungsplanes zugestimmt – der neunten Auflage mittlerweile.

veröffentlicht am 23.11.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 03:21 Uhr

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Den Horstweg wirklich ausbauen will man aber erst, wenn der Investor anfängt, das Wohnprojekt umzusetzen. Wer genau hinter den Plänen für den „Wohnpark Immenkopf“ steht, weiß die Stadt nicht, sie hat lediglich Kontakt mit den Projektentwicklern. „Wir respektieren, wenn die Projektplaner sagen, der Investor will nicht genannt werden“, sagt Bürgermeister Harald Krüger. Aber der Eindruck, dass es im Hintergrund gar keinen Investor gebe, bestehe nicht. Doch selbst wenn: Viel mehr Möglichkeiten, als zu hoffen, dass der Investor aus der Deckung kommt, bleiben sowieso nicht, denn die Geldgeber stehen nicht gerade Schlange für das Immenkopf-Projekt.

40 Wohnungen und Häuser für junge Familien sowie für „Betreutes Wohnen“ sollen dort entstehen. Wenn es umgesetzt werde, sei das Mehrgenerationen-Projekt schon durch den Einwohnerzuwachs ein Wirtschaftsfaktor in exponierter Lage, so Kexel.

Trotzdem hatte im Vorfeld die obere Naturschutzbehörde Bedenken gegen das Projekt geäußert. Da das Gelände um das Schulheim herum sich in den letzten Jahren zu einem idyllischen Biotop entwickelt habe, fordert die Naturschutzbehörde eine Ausgleichsfläche. Die hat die Stadtplanerin oberhalb des Baxmannbades in der Nähe des Fußballfeldes des Hessisch Oldendorfer Sportvereins als Laubwaldfläche vorgesehen.

Ein Lärmschutzgutachten habe zudem ergeben, dass der Geräuschpegel vom Schwimmbad für die geplante Wohnanlage eher als gering eingestuft werden könne und im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben liege. Trotzdem müsse beim Gutachten noch etwas nachgebessert werden, denn Krach durch die mögliche Mehrnutzung des Horstweges könne zu Ärger mit den Anwohnern führen. Gegenseitige Rücksichtnahme sei daher oberstes Gebot, so die Stadtplanerin.

Grundsätzliche Kritik hat Fritz Holstein, Vorsitzender des Hessisch Oldendorfer Seniorenbeirats, in vorhergehenden Sitzungen bereits geäußert: Er meint, dass der Immenkopf als Lebensmittelpunkt für ältere Menschen denkbar ungeeignet sei, weil es schwierig sei, von dort in die Innenstadt zu gelangen. Die Frage, wie Senioren mit dem Rollator oder dem Rollstuhl den Berg hinauf- oder hinunterkommen sollen, hat auch Ortbürgermeister Claus Clavey schon öffentlich gestellt. Am Ende sei das jedoch eine Frage, die der Investor selbst einschätzen müsste.

Für die Stadt ist es zunächst einmal wichtig den Bebauungsplan schnellstens in trockene Tücher zu bringen, weil dieser Investor nicht „ewig wartet, bis endlich eine Entscheidung getroffen ist“. Mit dem Abriss und dem anschließenden Neubau hofft Kexel, nach zwei Jahren intensiver Planung noch vor den Sommerferien des nächsten Jahres beginnen zu können. Wer den Abriss bezahlt – Stadt oder Investor – sei Verhandlungssache.

Vor vier Jahren hat die Stadt Hessisch Oldendorf das rund 20 000 Quadratmeter große Grundstück mit Gebäude gekauft. Während am ehemaligen Landschulheim der Zahn der Zeit immer deutlicher nagt, wird das Gelände immer mehr zum Biotop. Foto: boh



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