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„Wir halten uns an die Bienenschutzverordnung“

Insektensterben: Landwirte wehren sich gegen Vorwürfe

HESSISCH OLDENDORF. Den Vorwurf des Nabu Hessisch Oldendorf, die Landwirtschaft sei schuld an einem Insektensterben, wollen die Landwirte im Kreis nicht auf sich sitzen lassen. Generell bestreiten Cord Möller aus Hessisch Oldendorf, Karl-Friedrich Meyer, der Vorsitzende des Bauernverbandes Weserbergland, und Landvolk-Sprecher Thomas Wille, dass es im vergangenen Jahr zu einem massiven Sterben von Insekten gekommen sei.

veröffentlicht am 21.02.2018 um 18:18 Uhr

Zwei Hummeln erfreuen sich am Nektar der Blüten einer Phaceliaweide. Foto: wft
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Autor

Wolfhard F. Truchseß Reporter
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Als Kronzeugen dafür führen sie Veröffentlichungen des Leibniz Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) in Essen an, das massive Zweifel an den entsprechenden Erhebungen äußert und zweimal von der „Unstatistik des Monats“ sprach.

Wenn die Insektenpopulationen sich im vergangenen Jahr verringert hätten, sieht Möller als Ursache eher die kalten Frühjahrsmonate April und Mai als Ursache. „Da war es so kalt und trocken, dass die Insekten nicht geschlüpft sind.“ Zwar räumt auch Möller ein, dass der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln die Insekten schädigen könne, aber eher sei nach Aussage des „Bienenprofessors“ Werner von der Ohe vom Laves-Institut für Bienenkunde in Celle die zunehmende Versiegelung der Landschaft am zurückgehenden Lebensraum für Insekten schuld, betont Wille. „Täglich gehen in Deutschland 66 Hektar Land durch Bebauung verloren. Im Landkreis Hameln-Pyrmont seien es 60 Hektar pro Jahr“

Was die Bienen als Bestäuber von Pflanzen angehe, so werde der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln gerade zu ihrem Schutz auf ein Mindestmaß eingeschränkt, betont Meyer. Jeder Landwirt müsse die Bienenschutzverordnung kennen und alle zwei bis drei Jahre seine Sachkunde erneut nachweisen. Wer diesen Sachkundenachweis nicht besitze, könne auch keine Pflanzenschutzmittel beziehen. Dass es schwarze Schafe unter den Landwirten gibt, bestreiten Meyer, Möller und Wille nicht. „Aber wir haben doch selbst das größte Interesse, dass es den Bienenvölkern als unseren Helfern gut geht“, betont Meyer. „Unser Ziel ist es, mit dem geringstmöglichen Einsatz dieser Mittel den größtmöglichen Ertrag zu erzielen.“ Möller warnte indes vor einem zu sparsamen Einsatz der Mittel: „Das kann auch negative Folgen anderer Art haben“, erklärte der Landwirt. „Dann drohen Resistenzen zu entstehen. Das haben wir bei bestimmten Gräsern und Beikräutern schon erlebt.“ Am Sterben von Bienenvölkern sei im Übrigen vor allem die Varroamilbe schuld. Das bestätige auch die „Imkerpäpstin“ Pia Aumeier in ihren Vorträgen. Es gebe zwar erfolgreiche Gegenmittel, aber die hätten den Nachteil, dass der Honig der mit dem Mittel behandelten Völker wegen der Nebenwirkungen nicht in den Handel gebracht werden dürfe.

Meyer und Möller kündigten im Gespräch mit der Dewezet zudem an, dass das Landvolk das Gespräch mit den heimischen Imkern suche, um einerseits Transparenz zu schaffen und sich andererseits auch mit ihnen abzustimmen. Wille nannte als Termin dafür den 4. April um 19 Uhr im Schaumburger Hof in Fischbeck.



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