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Nach 20 Jahren Verfall wird ehemaliges Berliner Schullandheim zum Gewerbe-Center umgebaut

Ins „Geisterhaus“ kehrt Leben zurück

HESSISCH OLDENDORF. Seit rund 20 Jahren zählten die verlassenen Gebäude des Berliner Schullandheims am Horstweg zu den „Lost Places“ in der Baxmannstadt. Sandra und Christian Rösemeiers wollen die Gebäude wieder mit Leben füllen. Ein Gewerbe-Center für Büro- und Praxisräume soll hier entstehen.

veröffentlicht am 13.03.2019 um 14:56 Uhr
aktualisiert am 13.03.2019 um 18:00 Uhr

Die ehemaligen Asbestdächer des alten Berliner Schullandheims sind bereits mit einer begrünten Dachhaut versehen. Foto: joa
Joachim Zieseniß

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Joachim Zieseniß Reporter Coppenbrügge-Salzhemmendorf zur Autorenseite
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Der in den 60er Jahren errichtete Baukomplex wurde als „Geisterhaus“ bestenfalls nachts heimgesucht und war Ziel von blinder Zerstörungswut. Im September vorigen Jahres haben Sandra und Christian Rösemeier – seit vier Jahren mit ihrem Energieberatungsbüro Mieter auf dem Gelände – das 25 000-Quadratmeter Areal mit den maroden Gebäuden übernommen. Sie haben umgehend mit der Sanierung des Schullandheims begonnen. Und das ohne öffentliche Wirtschaftsförderungsmittel, wie der Bauherr, der bis vor fünf Jahre mit seiner Firma noch in Friedrichshagen saß, betont.

Sandra und Christian Röse-meiers Ziel: Sie wollen die vorhandenen Gebäude wieder mit Leben füllen. Während sie in den umgebauten ehemaligen Küchen- und Speisesaal-Trakt des einstigen Schullandheims auf rund 500 Quadratmetern mit ihrer eigenen Firma einziehen wollen, planen sie, die übrigen rund 1500 Quadratmeter des Schulhauptgebäudes als Büro- und Praxisräume zu vermieten. Christian Rösemeier könnte sich als mögliche Mieter Anwaltskanzleien oder Physiotherapiepraxen, Ingenieur- oder Architektenbüros vorstellen – „Leute eben, die für ihre Ideenschmieden die Ruhe im Parkgelände unserer Anlage suchen“, wie sich Rösemeier ausdrückt. Für sechs bis zehn Parteien will er die entkernten Altbauten nach deren Bedürfnissen umbauen. Hier lägen erste Anmeldungen bereits vor, so Rösemeier. Auch einen Kindergarten in den Klassenräumen des ehemaligen Schullandheims könnte er sich vorstellen. Ein Träger dafür habe ebenfalls bereits Interesse bekundet.

Bei der derzeit laufenden Gebäudesanierung, die voraussichtlich noch zwei Jahre dauert, wird darauf geachtet, dass der Bau ökologisch und energetisch nachgerüstet wird. Auf den Dächern wurden bereits die alten Asbestplatten entfernt und auf einer 32-Zentimeter-Dämmung eine begrünte Dachhaut aufgebracht. Die wirke im Sommer wie eine Klimaanlage und halte die Büroräume kühl, erklärt der Fachmann den seiner Meinung nach aufwendigsten Teil der Sanierungsmaßnahme. Außerdem werden derzeit die Außenwände mit Dämmplatten versehen und neue Fenster eingebaut. Im übrigen will Rösemeier das Ambiente der bestehenden Architektur („Für uns ein Idealobjekt, ein ungeschliffener Diamant im Grünen“) weitestgehend erhalten. Selbst alte Baumaterialien sollen wiederverwendet werden.

Christian Rösemeier zeigt, wie gegenwärtig die Wände aufwendig wärmeisoliert werden. Foto: joa

Doch Sandra und Christian Rösemeier haben bezüglich ihres Objekt am Horstweg noch weitergehende Pläne: In ihrem Park direkt neben dem Baxmannbad sollen im Anschluss an die Umbaumaßnahmen Baumhäuser entstehen, die an Übernachtungsgäste vermietet werden könnten. Damit hoffen sie, Hessisch Oldendorfs touristisches Angebot – nicht zuletzt für Radtouristen – erweitern zu können. Sandra Rösemeier: „Hier meinen wir in drei Jahren an den Start gehen zu können.“

Um Interessierten einen Einblick zu geben, was sich auf den Schullandheim-Gelände derzeit tut, öffnen die Rösemeiers fortan im Zwei-Wochen-Rhythmus in den geraden Wochen immer von 15 bis 17 Uhr die Türen ihrer Großbaustelle.



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