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Bootsanleger kommt im Frühjahr / Wohnmobilstellplatz wird nicht erweitert

In Großenwieden bleibt vieles im Fluss

GROßENWIEDEN. „Die Weser trifft hier das Bergland“, sagt Wilfried Eldracher über seinen Heimatort, als die Bewertungskommission von „Unser Dorf hat Zukunft“ Großenwieden besucht. Die Schifffahrt, die Fischerei und der Handel machten das Dorf auch früher schon interessant. Auch heute profitiert der Ort vom Fluss.

veröffentlicht am 10.01.2019 um 18:18 Uhr

An der Stelle am Fluss, wo heute noch Sträucher wachsen, wird im Frühjahr der Bootsanleger entstehen. Foto: pj

Autor:

Peter Jahn
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Hier gibt es nämlich mehrere Anziehungspunkte. Einer davon ist der Wohnmobilstellplatz, der vor allem im Sommer stets voll belegt ist.

„Der Platz besitzt einen besonderen Charme“, sagt Heiko Wiebusch, Amtsleiter im Hessisch Oldendorfer Rathaus. „Er ist eingebettet in die Natur, dazu kommt die unmittelbare Nähe zum Fluss, zum großen Kinderspielplatz, der Fähre, dem Radwanderweg und zur Promenade“, beschreibt Wiebusch. Bei der Stadtverwaltung und im Weserdorf ist man besonders stolz auf die Resonanz des Wohnmobilstellplatzes: „Dieser wird in den sozialen Medien hochgelobt und weiterempfohlen.“

Da denkt man doch an Erweiterung. Im Rathaus hat man daran gedacht. Aber dagegen gibt es Argumente. Eines kommt von Hermann Faust, bei der Stadtverwaltung im Bereich Tourismus unterwegs: „Eine Erweiterung ist zwar touristisch interessant, sie bedeutet aber Verlust des derzeitigen Charakters und des Charmes.“ Am Wohnmobilstellplatz müsste in Anschlüsse für Ver- und Entsorgung investiert werden.

Ein beliebter Treffpunkt für Touristen und Einheimische: der Spielplatz zwischen Wohnmobilstellplatz und Fähre. Foto: PJ
  • Ein beliebter Treffpunkt für Touristen und Einheimische: der Spielplatz zwischen Wohnmobilstellplatz und Fähre. Foto: PJ

Der Ortsrat der Ortschaft Großenwieden und Kleinenwieden hat auch über eine Erweiterung beraten. Das Ergebnis ist ein einstimmiges Nein. „Wir wollen keine Erweiterung, es gibt genügend weitere Parkplätze in unmittelbarer Umgebung, so im Steinbrink in Richtung Obernhagen“, führt Ortsbürgermeister Heinz Kütemeyer (SPD) aus. Auch in der Zufahrt zum Stellplatz finden Fahrzeuge Platz, wenn alles belegt ist, das habe die Vergangenheit gezeigt. Was die Dorfbewohner und den Ortsrat nicht an eine Erweiterung denken lässt, ist auch die Ver- und Entsorgung. „Es ist schwer, dorthin Strom und Wasser zu verlegen, wir befinden uns schließlich im Überschwemmungsgebiet“, erklärt der Ortsbürgermeister.

Dass der Ortsrat zurzeit gegen eine Erweiterung ist, besage aber nicht, dass diese nicht eines Tages kommen könne, meint Kütemeyer. Nichts sei in Stein gemeißelt. Und das bestätigt einmal mehr: In Großenwieden ist immer einiges im Fluss, seit 2010 der Knoten platzte, die Zukunftswerkstatt ins Leben gerufen und zahlreiche Projekte angeschoben wurden.

Es gibt inzwischen einen regelmäßigen Austausch im Dorf, beispielsweise eine digitale Informationsplattform, das Netzwerk für gegenseitige Hilfe, eine Kultur, von der alle Generationen im Ort profitieren. Über 60 ehrenamtliche Mitarbeiter und über 100 Förderer zählt das Netzwerk, das außer Spielgruppen, einer offenen Bücherei, dem Marktexpress, ein Gartenprojekt und einen Mittagstisch anbietet und an einem Wohnprojekt arbeitet. Mit einer Gemeindeschwester hat die Ortschaft an der Weser etwas Einmaliges.

„So viele Sitzbänke habe ich ja noch nie gesehen“, staunt im Sommer ein Mitglied der Bewertungskommission für den Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ mit Blick auf die Weserpromenade.

Diese ist ist nicht nur bei überregionalen Veranstaltungen, wie dem Felgenfest und dem Käfertreffen eine wichtige Anlaufstelle, hier treffen sich auch die Dorfbewohner zu Veranstaltungen. Und genau hier wird das nächste Projekt in Kürze verwirklicht: „Im Frühjahr entsteht ein Anleger für Paddel- und Ruderboote“, freut sich Ortsbürgermeister Kütemeyer.



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