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Mit dem Wildnistraining in die Osterferien: Regenwürmer ausbuddeln und Feuer machen für eine Bindung mit der Natur

In der Matsche pulen

Hessisch Oldendorf. Paula ist ungeduldig. Vor der kleinen Gasse an der Waldenburger Straße, die zu dem Garten mit dem grünen Tor führt, wartet die Achtjährige auf ihren besten Freund. „Oh, wo bleibt der denn?“, sagt Paula. Sie tippelt von einem Bein aufs andere. Paula Kirchner geht in die 3b. Sie liest gerne Zeitung, morgens vor der Schule – „manchmal stöber ich in der Zeitung, ich habe immer so 30 Minuten Zeit“– aber abends mag sie lieber Ballettgeschichten. Tagsüber ist Paula draußen. Deswegen ist sie auch heute hierhergekommen. „Weil drinnen in der Bude zu sitzen, ist ja voll öde.“

veröffentlicht am 04.04.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 00:41 Uhr

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Autor:

von Nina Reckemeyer
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„Hi, Paula!“ Luis ist da. Er hat Sami mitgebracht – ein Freund der beiden. „Hallo, Luis!“, ruft Paula quer über den Bürgersteig. Sie alle gehen in die gleiche Klasse und sind nur drei der 25 Kinder, die sich für den Ferienspaß in der Wildnis angemeldet haben. Kaum geht die Pforte in dem kleinen Garten auf, schon geht es los: Dr. Oliver Bothmann hat die Schuhe ausgezogen. Die Sonne brennt, es sind 23 Grad. Im Baum hängen Schaukeln, eine Slackline ist gespannt, weiter hinten dreht sich ein Windspiel. Barfuß zeigt er den Kindern, wie man richtig schnitzt. „Immer vom Finger weg“, sagt er zu Mia. Die Kleine legt los. Den anderen macht er vor, wie ein Seil entsteht. „Hieraus kann man eine Schnur machen. Könnt ihr euch das vorstellen?“ Der Ast, den Bothmann in die Luft hält, erntet skeptische Blicke. Bothmann: „Als erstes müsst ihr die kleinen Äste abmachen, dann den Stock klopfen.“ Luis hält es nicht mehr: „Mann, wir wollen hier ein Feuer machen.“ „Man muss immer ein bisschen Geduld haben beim Wildnistraining“, sagt Bothmann. Paula ist schon woanders – hinten bei den Sträuchern, die kann man fürs Feuermachen gebrauchen. Paula, Luis und Sami haben nicht durchgehalten. Feuermachen ist einfach viel spannender, als eine Schnur zu drehen. „Nicht zu doll, sonst erstickt es“, mahnt Paula an der Feuerstelle. Den Rest der Zeit buddeln die drei ein Loch und suchen nach Regenwürmern in der feuchten Erde. Für die Hühner – die können die Würmer fressen.

Ein Junge kommt, er heißt Max. „Hast du ein Pflaster?“ „Was hast du gemacht?“, fragt Bothmann, den hier alle Oliver nennen. „Mich geratscht“, sagt Max. So schlimm ist das aber nicht, findet Bothmann. Max bekommt trotzdem ein Pflaster – mit Enten drauf. Bothmann ist Arzt für chinesische Medizin. „Ich will hier etwas Gutes machen“, sagt er. Er will den Kindern zeigen, wie schön es in der Natur ist, und wie wichtig sie für sie ist. Darum macht er seinen rückwärtig gelegenen Garten mit dem grünen Tor und der kleinen grünen Holzhütte zum Erlebnis für Kinder. Im Ferienspaß aber auch sonst: Jeden Freitag können die Jungen und Mädchen hier auf einem Seil balancieren, Wasser aus dem Brunnen pumpen, den Hühnern im Stall beim Eierlegen zusehen – Kind sein. Nach ein paar Kniffen, etwa wie aus einem Ast ein Speer wird, welche Gräser am besten in der Feuerstelle brennen und wie der Klettergurt hilft, den Baum hochzukommen, lässt Bothmann die Kinder selber machen. Das ist ihm wichtig. Carmen Köberles Kinder sind auch gekommen. Die Mutter hilft Bothmann beim Aufpassen: „Hier sind so viele Kinder, und es vermisst keiner was. Keiner fragt, wo der Fernseher ist.“

Luis ist heute das erste Mal hier. Paula hingegen kennt den Garten schon, sie war schon dreimal hier. „Aber ich komm jetzt auch öfter her“, sagt Luis.

Luis und Paula suchen beim Wildnistraining nach Regenwürmern in der Matschgrube – als Futter für die Hühner. Gar nicht so leicht, die glitschigen Dinger zwischen die Finger zu bekommen …nin



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