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„Auto-Bild“ fragt nach Neonazi-Umtrieben bei VW-Veteranentreffen / Grundmann distanziert sich deutlich

Im Schwimmfahrzeug gegen Rechts

Hessisch Oldendorf. Der braune Mob ist dabei, die Oldtimer-Szene zu unterwandern – das zumindest behauptet die Zeitung Auto-Bild in ihrer Ausgabe vom 6. Juni. Im Osten sickerten die Nazis schon länger in die Szene ein, bevorzugt über die Marke VW, heißt es in einer Reportage. Ins Visier der Zeitung ist neben dem Pfingsttreffen in Bautzen, dem VW-Blasen am Lausitzring und dem Maikäfertreffen in Hannover nun auch das VW-Veteranentreffen in Hessisch Oldendorf geraten. In einer E-Mail informiert Auto Bild die Veranstalter über den Artikel, der sich auf das VW-Treffen in Bautzen bezieht. Dort waren vermehrt Gruppen mit rechtslastigen Symbolen und entsprechendem Gebaren aufgefallen. Weil der Bericht für viel Aufsehen gesorgt habe, wolle man das Thema weiterverfolgen. Das Magazin fragt deshalb, wie die Veranstalter des VW-Treffens in Hessisch Oldendorf mit Teilnehmern umgehen würden, die durch verbotene oder eindeutig mit der rechtsradikalen Szene zu verbindenden Symbolen auf ihrer Kleidung oder den Fahrzeugen auffallen. Wissen wollte das Magazin außerdem, ob die Veranstalter es für angemessen halten, diesen Besuchern die Teilnahme an dem Treffen zu untersagen.

veröffentlicht am 19.06.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 14:25 Uhr

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Dorothee Balzereit

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Dorothee Balzereit Reporterin / ViaSaga zur Autorenseite
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Veranstalter Traugott Grundmann ist erbost – auch wenn es sich nur um eine Anfrage handelt. Es ärgert ihn, unter Generalverdacht gestellt zu werden. Schließlich ist es bereits das sechste internationale Treffen und von Nazis habe man sich immer bewusst distanziert. „Solche Leute haben bei uns nichts zu suchen“, sagt er deutlich. Die Polizei sei bereits entsprechend gebrieft.

Daran, dass der erste Käfer zur Zeit der Nationalsozialisten gebaut wurde, kann er nichts ändern. Den Eindruck aber, dass seine und die VW-Leidenschaft seiner Freunde in irgendeiner Weise mit einer politischen Vorliebe zusammenhängt, will er dagegen klar vermeiden. „Was uns interessiert, ist allein die Technik“, sagt Grundmann. Die sei es auch, die die Amphibienfahrzeuge, welche auch am kommenden Samstag wieder weserabwärts schwimmen werden, besonders interessant machten: „Sie gehören auch heute noch zu den besten Geländewagen“, sagt er über die Militärfahrzeuge. Sein eigener „Schwimmer“ ist aus dem Jahr 1943. Der von Dieter Krebernik ebenfalls. Der Österreicher aus der Steiermark ist schon in Hessisch Oldendorf angekommen, in einem Lkw hat er sein Schwimmfahrzeug mitgebracht. Zusammen mit Grundmann und ein paar anderen will der Weltenbummler Besuchern am Samstag die Möglichkeit geben, gegen eine Spende ab 10 Euro eine Runde im Schwimmfahrzeug – natürlich mit Schwimmweste – auf der Weser zu drehen. Auch, um ein Zeichen gegen Rechts zu setzen.

Das Geld soll im Anschluss dem Bürgermeister für einen guten Zweck übergeben werden. Mit der Aktion wollen die Oldtimerfans zeigen, dass man auch mit alten Militärfahrzeugen Gutes tun kann.

Wer mitfahren will, sollte sich gegen 15 Uhr an der Fähre in Großenwieden einfinden – dort werden die Fahrzeuge, die in Hameln zwischen 12.30 Uhr und 13 Uhr starten, erwartet.

Wer für einen geringen Betrag eine Runde im Amphibienfahrzeug drehen will, sollte sich gegen 15 Uhr an der Fähre in Großenwieden einfinden. Der Erlös ist für einen guten Zweck.

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