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Warum immer mehr Wildschweine erlegt werden

Im Fadenkreuz der Jäger

HESSISCH OLDENDORF. Die Jagd auf Wildschweine ist wegen der „Afrikanischen Schweinepest“ derzeit ausgesprochen wichtig – auch im Bereich Hessisch Oldendorf. Die Jäger in Niedersachsen haben so viele Tiere geschossen wie seit Jahren nicht. Auch Nutrias wurden landessweit verstärkt erlegt – sie richten große Schäden an.

veröffentlicht am 25.02.2018 um 16:11 Uhr

Der Wildschweinbestand ist hoch. Als Vorbeugung gegen eine mögliche Ausbreitung der „Afrikanischen Schweinepest“ sollen in Niedersachsen die Wildschweinbestände durch verstärkte Abschüsse verringert werden. Foto: dpa

Autor:

Peer Körner
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Niedersachsens Jäger haben im vergangenen Jagdjahr besonders viele Nutrias und Wildschweine geschossen. Das zeigt der aktuelle Jagdbericht 2016/2017, den die Landesjägerschaft und das Landwirtschaftsministerium jetzt vorlegten. Bei den Wildschweinen wurden 56 185 Tiere erlegt, das war der zweithöchste Wert seit 1958, nur 2008/2009 waren es mehr. Allein im Landkreis Hameln-Pyrmont wurden im vergangenen Jagdjahr 1557 Schwarzkittel zur Strecke gebracht – inklusive Fallwild. „Das Engagement der Jäger ist im Hinblick auf den Deichschutz sowie die drohende „Afrikanische Schweinepest“ ausgesprochen wichtig“, sagte Ministerin Barbara Otte-Kinast (CDU).

„Ein Ausbruch der „Afrikanischen Schweinepest“ in einer hiesigen Wildschweinpopulation hätte verheerende Folgen für Niedersachsens Schweinehalter. Transport und Handel könnten dann zum Erliegen kommen“, betonte sie. Niedersachsen sei mit mehr als zehn Millionen Tieren bundesweit Schweineland Nummer Eins und daher besonders sensibel für die sich von Osteuropa ausbreitende Krankheit.

Die Seuche endet bei Wild- und Hausschweinen meist innerhalb weniger Tage tödlich. Otte-Kinast hatte im Januar an die Verbraucher appelliert, mehr Fleisch von Wildschweinen zu essen, auch um damit einer befürchteten Ausbreitung der „Afrikanischen Schweinepest“ vorzubeugen.

Die größte Gefahr sei dabei der Mensch und sein Fehlverhalten, sagte Landesjägerschafts-Präsident Helmut Dammann-Tamke. Er bezog sich dabei auf achtlos weggeworfene Lebensmittelreste. Das Wirtschaftsministerium lässt bereits die Müllkörbe entlang der Transitautobahnen öfter leeren, Wildschweine sollen dort kein kontaminiertes Futter finden.

Bei den auch Biberratte genannten Nutrias wurden 21 866 getötet, mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr. Im Landkreis Hameln-Pyrmont wurden allerdings ledig zwei Nutrias erlegt. Im Weserbergland sind die Bestände überschaubar, Probleme gibt es dagegen an der Küste. Das Engagement der Jäger bei der intensiven Bejagung trage zur Deichsicherheit und zum Schutz von Uferböschungen bei, sagte die Ministerin. Auch bei den Waschbären und Marderhunden wurden mehr Tiere erlegt als im Jagdjahr zuvor.

Die bis zu zehn Kilogramm schweren Nutrias sehen auf den ersten Blick aus wie Biber und stammen aus Südamerika. Wegen ihres Pelzes wurden die Nagetiere einst nach Europa geholt. Sie graben Gänge in Deiche und Uferböschungen, verursachen aber auch Schäden auf Äckern und beeinträchtigen andere Tiere. Niedersachsen und die Niederlande wollen bei der Bekämpfung enger zusammenarbeiten.

Information

Schutzvorkehrungen gegen Schweinepest

Die Bundesregierung verstärkt die Vorkehrungen gegen eine Ausbreitung der „Afrikanischen Schweinepest“ nach Deutschland. Dafür soll unter anderem die Schonzeit für das Jagen von Wildschweinen aufgehoben werden, die Überträger des Erregers sein können, wie eine vom Kabinett beschlossene Verordnung vorsieht. Bisher ist die Jagd auf Schwarzwild nur von Mitte Juni bis Ende Januar erlaubt – für jüngere Tiere bis zwei Jahre aber schon ganzjährig. Der Deutsche Jagdverband erläuterte, es seien auch in einschlägigen Landesregelungen kaum noch Schonzeiten vorgesehen. In nationales Recht umgesetzt werden nun zudem mehrere Vorschriften für den Fall eines Ausbruchs der Tierseuche, etwa zur Desinfektion von Fahrzeugen. Der Bundesrat muss der Verordnung noch zustimmen. Um ein Einschleppen der „Afrikanischen Schweinepest“ aus Osteuropa zu verhindern, herrscht bei den deutschen Behörden erhöhte Wachsamkeit. Mit der Änderung der Verordnung gebe es nun „ein effizientes Instrumentarium, um der Schweinepest wirkungsvoll zu begegnen“, sagte der geschäftsführende Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU). Die für Menschen ungefährliche Erkrankung verläuft bei Haus- und Wildschweinen fast immer tödlich. Einen Impfstoff gibt es nicht. dpa

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