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Ihr Motto: „Das gallische Dorf feiert weiter“

von Annette Hensel

Rumbeck. „Wir schreiben das Jahr 2009 nach Christus. Ganz Deutschland wird beherrscht von politischen, sozialen und privaten Problemen. Ganz Deutschland? Nein! Ein von unbeugsamen Leuten bewohntes Dorf hört nicht auf, der Lethargie erbitterten Widerstand zu leisten. Rumbeck, dieser Ort im Herzen Niedersachsens, wehrt sich erfolgreich...“ 

veröffentlicht am 01.10.2009 um 18:25 Uhr
aktualisiert am 10.11.2016 um 03:41 Uhr

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von Annette Hensel

Rumbeck. „Wir schreiben das Jahr 2009 nach Christus. Ganz Deutschland wird beherrscht von politischen, sozialen und privaten Problemen. Ganz Deutschland? Nein! Ein von unbeugsamen Leuten bewohntes Dorf hört nicht auf, der Lethargie erbitterten Widerstand zu leisten. Rumbeck, dieser Ort im Herzen Niedersachsens, wehrt sich erfolgreich...“ Mit solchen Worten geht der Rumbecker Kirmesverein an die Öffentlichkeit, Partys mit Kultstatus sind sein Patentrezept gegen schlechte Stimmung. Seit über 400 Jahren setzt er sich mit Unterstützung der gesamten Dorfbevölkerung für das Gelingen der Kirmes ein. Bei besonders schwierigen Missionen beliefert ein geheimnisvoller Druide den „kleinen Haufen von Junggesellen“ mit einem „nach dem Reinheitsgebot gebrauten Zaubertrank in Fässern oder handlichen Amphoren“.
 Anlässlich des 450-jährigen Kirmesjubiläums in Rumbeck wird an diesem Wochenende das letzte große Zeltfest des Jahres im Sonnental gefeiert. Im Vorfeld hat Druide Miraculix (Alexander Schaffeld) seinen Zaubertrank an die 30 Burschen ausgeschenkt, um zu prüfen, ob deren Kräfte nach dem Genuss noch zu bändigen sind.
 Die Wirkung erfolgte fix: In Nullkommanix schmückten die rot bezopften Mannen ihr Zelt – nach Art der Gallier mit Baumstämmen und Rindenmulch – und jagten Wildschweine für das Festessen. Schließlich lautet ihr Motto am Samstagabend: „Das gallische Dorf feiert weiter.“ Nur Schreibnix (Bernd Gottschalk) blieb abseits und stöhnte: „Beim Teutates, das Ding juckt wie verrückt.“ Gemeint war die Perücke, die sein typisch breites Grinsen eine Zeit lang einfrieren ließ. Es muss schon mal ein Opfer gebracht werden, wenn ganz in gallischer Tradition, so wie vor über 2050 Jahren, gefeiert werden soll.
 Miraculix wird beim großen Fest eifrig im Kessel rühren und den Zaubertrank mit der Kelle an die Gäste austeilen. Das Festzelt soll beben – dafür setzt sich jeder ein: Respektnix (Kirmesvater Alexander Dohm), Bezahlnix und Kassiernix, Haarnix, Gigantix, Fuschnix, Ossix und all die anderen. Jeder hat seinen Namen redlich und sichtbar verdient und trägt ihn voller Stolz. Auch Asterix und Obelix werden erwartet, nur Idefix muss draußen bleiben. Über die Kleidung von Obelix alias Jens Tölg hat Respektnix bereits entschieden: „Brauchst nix anzuziehen, das machen wir mit Airbrush...“ Körperbemalung auf nackter Haut eines Mannsbilds wie Obelix – ob das 500 Quadratmeter-Zelt dem zu erwartenden Ansturm standhalten kann?! „Die spinnen, die Weserbergländer!“, war in Obelix’ Gedankenblase zu lesen.
 Anstelle des Leier spielenden Barden Troubadix hat die Horde Junggesellen für Samstag „Eckis Showband“ aus Marsberg eingeladen. Bleibt abzuwarten, ob die am Ende auch geknebelt und an einen Baum gefesselt werden...

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