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Großes Finale mit einem Motto-Konzert von Mari Fukomoto an der Fischbecker Orgel

„Ich schwebe mitten im Raum“

FISCHBECK. „Das war einfach großartig, sensationell.“ Das ältere Ehepaar in der zweiten Reihe in der Fischbecker Stiftskirche applaudiert mit sichtlicher Begeisterung. Knapp 90 Minuten lang hatte die 30-jährige Studentin Mari Fukomoto an der frisch gestimmten Hillebrand-Berner-Orgel Choralbearbeitungen von „Nun freut euch, lieben Christen g´mein“ vorgestellt. In einem nur als atemberaubend zu bezeichnenden Konzert.

veröffentlicht am 10.10.2017 um 15:19 Uhr

Mari Fukomoto
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Autor

Ernst August Wolf Reporter
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Die aus Tokio stammende, in Hamburg studierende Organistin war auf Vermittlung von Hans Christoph Becker-Foss bereits 2012 in Fischbeck zu Gast gewesen. Beim vorletzten Konzert in der Reihe der „Fischbecker Orgelkonzerte 2017“ stellte sie jetzt Werke von Bach und Buxtehude sowie von Matthias Weckmann und Jan Pieterzoon Sweelinck vor, allesamt barocke Orgel-Komponisten. Das von Fuktomoto zusammengestellte Programm erwies sich dabei nicht nur als technisch extrem anspruchsvoll und fordernd, sondern zudem als in sich überaus stimmig. Gleich zu Beginn Matthias Weckmanns Fassung von „Nun freut euch …“ mit einem mächtigen „primus versus“ und zwei überaus virtuosen, teils sehr filigranen und in der Registrierung an Flötenmusik erinnernden zwei weiteren Teilen, denen eine aus schnellen Läufen bestehende, flirrende „Canzon in d“ folgte.

Dann der Klassiker, Bachs „Nun freut euch …“ (BWZ 734), mit unvergleichlicher mathematischer Strenge und Präzision. „Für mich ist das Weltmusik, nicht japanisch oder europäisch“, so Fukomoto. „Nein, ich bin da oben am Instrument nicht für mich allein“, verriet die Musikerin. „Eigentlich habe ich immer das Gefühl, irgendwo mitten im Raum zu schweben. Aber das ist nur so ein Gefühl“, schmunzelt die junge Künstlerin.

Selten ist wohl der Gegensatz zur 50 Jahre früher entstandenen Version von Dietrich Buxtehude klanglich anschaulicher verdeutlicht worden wie in Fukomotos lebhaftem und lebendigen Vortrag. Nach Bachs wirbelndem „Duett Nr. 3 G-Dur“ dann Jan Pieterzoon Sweelincks Bearbeitung des 23. Psalms, voll dunkler Dramatik, getragen, mit ernster Schwere, das rechte Vorspiel zum nur als furios zu bezeichnenden Finale dieses Konzertabends, Bachs „Toccata, Adagio und Fuge C-Dur“. Eine gewaltige Komposition, die Fukomoto in einer alle Register ziehenden Klangexplosion gestaltete. Von der dröhnenden, mächtigen und klanggewaltigen Toccata hin zum filigranen, jubelnden Finale in der unvergleichlichen C-Dur Fuge. Dann sekundenlange, atemlose Stille vor einem donnernden Applaus.

Am 10. Dezember wird Hans Christoph Becker-Foss mit einem adventlichen Konzert die diesjährige Orgelreihe in Fischbeck endgültig beschließen.

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