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Stefanie Wagner übernimmt Familien-Servicebüro und strickt am Betreuungskonzept der Stadt

„Ich hätte gern eine muslimische Tagesmutter“

Hessisch Oldendorf (ah). Diplomsozialpädagogin Stephanie Wagener ist vielen noch aus ihrer Zeit als Stadtjugendpflegerin bekannt. 2004 verließ die werdende Mutter diesen Posten und nahm bis zum Sommer 2009 Elternzeit. Seit dem 1. September ist sie mit 19,5 Wochenstunden für die pädagogische Arbeit im Familien- und Kinderservicebüro zuständig, Petra Neujahr übernimmt den dazugehörenden Verwaltungsbereich.

veröffentlicht am 13.10.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 10.11.2016 um 03:21 Uhr

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Laut der Gleichstellungsbeauftragten Margareta Seibert passte es vom Lebensumfeld her, die Stelle mit Stephanie Wagener zu besetzen. Diese erklärt: „Ich bin nahe dran an der Problematik, Familie und Beruf unter einen Hut zu bekommen, da während meiner Arbeitszeit die Unterbringung meiner beiden Kinder gesichert sein muss.“ Zu ihren Aufgaben im Familienservicebüro gehört die Ausweitung des Pools potenziellen Tagespflegepersonen, ihre Begleitung, Beratung und Fortbildung und die Vermittlung von Tagespflegeplätzen. Zwölf Tagesmütter stehen auf ihrer Liste, doch es fehlen weitere gut ausgebildete Tagesmütter und -väter, gerade in entlegeneren Ortschaften wie Langenfeld.

„Liebend gerne würde ich auch eine Tagespflegeperson mit muslimischem Hintergrund finden, um den entsprechenden Bedarf abzudecken und das Verständnis der Lebenssituation gewährleisten zu können“, betont sie. Im Dezember plant die Sozialpädagogin eine Informationsveranstaltung für Menschen, die in die Tagespflege einsteigen möchten. Sie selbst bildet sich gerade zur systemischen Familienberaterin weiter. Statt wie früher am Kirchplatz 4, befindet sich Wageners Arbeitsplatz nun in einem hellen, modernen Büro im neuen Rathaus. „Für meinen Wiedereinstieg ist diese Stelle sehr schön“, sagt sie, gesteht aber, dass sie manchmal die Veranstaltungen mit Kindern und Jugendlichen vermisst. Entsprechend genießt sie „Praxistage“ wie die GPS-Tour im Rahmen der Herbstferienbetreuung, die vom Familienservicebüro organisiert wird.

Unter Leitung der pädagogischen Mitarbeiterinnen Kezban Aydin und Bernadette Möller war die erste Ferienwoche mit 25 Kindern aus dem gesamten Stadtgebiet gleich ausgebucht, in dieser Woche werden 20 Kinder betreut. Der siebenjährige Marc Oliver aus Großenwieden ist bereits zum vierten Mal dabei. Jessica, Diana und Kira haben sich auf eine Matratze zurückgezogen und klönen. Die sechsjährige Kira ist zum ersten Mal angemeldet und findet es „richtig gut“.

Auch gesundes Essen gibt es bei der Ferienbetreuung. Große Hambu
  • Auch gesundes Essen gibt es bei der Ferienbetreuung. Große Hamburger mit viel Salat – natürlich selbst gemacht.
Stephanie Wagner
  • Stephanie Wagner

Ferienbetreuung sehr gefragt

Täglich können die Kinder im Grundschulalter in ihrem Domizil in der Grundschule am Rosenbusch spielen, basteln oder auf dem Hof toben. Es gibt Veranstaltungen wie den Waldtag, Magnetkompass basteln oder Pralinen selber machen. Die Schnitzeljagd mit den GPS-Geräten fanden Eileen und Kim besonders toll. „Da haben wir richtig im Team gearbeitet“, sagen sie stolz. Solange die Maßnahme über das Landesprogramm „Familie mit Zukunft“ subventioniert wird, können Eltern die verlässliche Ferienbetreuung für 25 Euro pro Woche buchen. Der Bedarf ist groß, so dass auch für 2010 eine Betreuung von Kindern berufstätiger Eltern in den Oster-, Sommer- und Herbstferien geplant ist.

„Aufgrund der starken Nachfrage muss am Betreuungskonzept weiter gestrickt werden – auch mit Blick auf mögliche Notfälle in Familien“, betont Margareta Seibert. Das Familienservicebüro unter einem Dach mit Krippe und Tagespflegepersonen für die Randzeitenbetreuung ist das Ideal, das ihr für die Kernstadt vorschwebt. In den nächsten zwei Jahren sollte sich zeigen, wohin die Entwicklung geht.

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