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Nicht nur Pilger übernachten in Fischbeck

Ich bin dann mal im Stift

FISCHBECK. „Pilgern liegt seit einigen Jahren im Trend. Dazu mag auch der Comedian Hape Kerkeling mit seinen Buch ‚Ich bin dann mal weg‘ beigetragen haben“, mutmaßt Sabine Falke. Die Kapitularin erlebt eine stetig steigende Nachfrage nach der Pilgerwohnung im Stift, deren Verwaltung eine ihrer Aufgaben ist.

veröffentlicht am 22.08.2017 um 18:45 Uhr

Pilger, Ruhesuchende, Künstler, Autoren und Fotografen – die Möglichkeit, sich im Stift Fischbeck vorübergehend einzuquartieren, wird gerne angenommen. Foto: bj

Autor:

Barbara Jahn
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Das Stift Fischbeck liegt als Pilgerstation unmittelbar am Pilgerweg Loccum-Volkenroda. Der Pilgerweg verbindet die ehemaligen Zisterzienserklöster Loccum und Volkenroda in Thüringen.

Sabine Falke unterscheidet drei Typen von Pilgern, die im Stiftsdorf Station machen. „Da gibt es die Pilger, die sich ein Jahr in voraus das Doppel- oder Einzelzimmer reservieren lassen. Die zweite Gruppe meldet sich einige Monate oder Wochen vorher an und dann erlebe ich die Pilger, die plötzlich vor der Tür stehen. Die haben manchmal Pech, doch oft kann ich noch helfen“, erklärt sie. Während der Pilgersaison, die ihrer Erfahrung nach von April bis Oktober dauert, ist in den Monaten von Mai bis September die kleine Wohnung im Stift durchschnittlich dreimal pro Woche belegt. „Die jüngste Pilgerin war ein sechsjähriges Mädchen, das mit seinen Eltern erstmals eine dreitätige Pilgerwanderung unternahm“, erinnert sich die Kapitularin. Im Gedächtnis geblieben ist ihr auch der Pilger, für den das Stift Fischbeck nur eine der zahlreichen Stationen auf seinem Weg nach Santiago de Compostela, dem Zielort des bekanntesten Pilgerwegs der Welt, dem Jakobsweg, war.

Als Pilgerbetreuerin nimmt Sabine Falke die Gäste nicht nur in Empfang, sondern versorgt sie mit Informationen über den Ort und vor allem das Stift. „95 Prozent der Pilger nehmen an unserer Mette, dem Morgengebet der Stiftsdamen, teil. Anschließend führe ich sie auf Wunsch durch unsere Kirche und die Stiftsgärten. Ich lerne dabei die unterschiedlichsten Menschen kennen und erlebe, wie beeindruckt sie von diesem Ort sind“, erzählt Sabine Falke und es hört sich ganz so an, als ob ihr die Aufgabe als Pilgerbetreuerin Freude bereitet.

Nicht wie die Pilger auf der Durchreise sind die Gäste, die die Ferienwohnung des Stifts buchen. Von der Verwaltung des Stifts ist zu hören: „Wir haben eine hohe Belegungsdichte. Im August ist die Wohnung komplett ausgebucht.“ Bei den Gästen handele es sich häufig um Menschen, die einen Rückzugsort suchen, die Ruhe genießen wollen. „So gastierte in der Wohnung in diesem Jahr für eine längere Zeit ein Buchautor, der auch die Atmosphäre der Stiftsgärten zum Schreiben nutzte“, erklärt der Verwalter des Stifts. Auch die Berliner Fotografin Ina Abraham verbrachte einige Tage auf Einladung der Altäbtissin Uda von der Nahmer in der Wohnung. Sie war während ihres Aufenthaltes im Weserdorf mit ihrer Kamera unterwegs, um das Leben im Stift, die Gebäude und Gärten zu dokumentieren.

Die Atmosphäre des Stifts und die Gastfreundschaft der Stiftsdamen genießen auch häufig die Künstler, die bei den verschiedensten Konzerten in der Stiftskirche auftreten und in der Ferienwohnung logieren. „So wurde im Juli die Wohnung von Thomas Sarbacher bewohnt. Der Schauspieler war im Rahmen der Reihe ‚Wege durchs Land‘ unser Gast“, so Uda von der Nahmer. Egal ob Künstler oder Privatperson, eines gilt für alle Gäste: „Das Stift Fischbeck ist ein Denkmal von besonderer Bedeutung, daher bitten wir alle Gäste, unsere Hausordnung einzuhalten. Das klappt in den meisten Fällen sehr gut“, stellt der Stiftsamtmann fest.



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