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Wir müssen draußen bleiben

Hundeverbot im Rathaus und im Bürgerbüro

HESSISCH OLDENDORF. In Hessisch Oldendorf gilt ab sofort ein Hundeverbot im Rathaus und im Bürgerbüro. Sollte man Hunde mit in öffentliche Gebäude bringen dürfen? Der Bürgermeister ist der Meinung: „Für Hundebesitzer sollte es selbstverständlich sein, dass die Hunde nicht in öffentliche Gebäude mitgeführt werden.“

veröffentlicht am 10.04.2017 um 16:28 Uhr
aktualisiert am 10.04.2017 um 17:30 Uhr

Warten auf Herrchen und Frauchen. Hundeverbote gibt es nicht nur im Hessisch Oldendorfer Rathaus. Foto: dpa

Autor:

Hannah Platt
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Sollten Hunde in öffentlichen Gebäuden erlaubt sein? Bürgermeister Harald Krüger ist der Meinung: „Für Hundebesitzer sollte es selbstverständlich sein, dass die Hunde nicht in öffentlichen Gebäuden mitgeführt werden.“ Ab sofort gilt in Hessisch Oldendorf deshalb ein Hundeverbot im Rathaus und im Bürgerbüro.

Die neue Regelung betrifft allein in Hessisch Oldendorf 1170 Haushalte, in denen Hunde leben. Der „Dienstbeschluss“ des Bürgermeisters soll die Sicherheit seiner Mitarbeiter gewährleisten. In einer Mitarbeiterbefragung hatten viele Angestellte ihre Angst vor Hunden geäußert. Nach einer Abwägung zwischen der Sicherheit seiner Mitarbeiter und dem Komfort der Bürger entschied sich Krüger für ein Hundeverbot. „Die Sicherheit meiner Angestellten ist mir da einfach wichtiger“, sagt der Bürgermeister.

Als weitere Gründe werden allergische Reaktionen und Hygienemängel aufgeführt. Die Tiere sollen vorher im Durchgang an die Säulen uriniert haben, sagt ein Angestellter des Rathauses. Im Gebäude liegt Teppichboden aus. Ausscheidungen und Hundehaare sind schwer zu entfernen.

Durch geringe Wartezeiten solle es aber keine Probleme geben, wenn die Vierbeiner vor dem Rathaus warten, sagt Krüger. Dafür wurde vor kurzem ein Haken zum Anbinden der Tiere am Eingang des Rathauses angebracht. Ein neu angebrachtes Schild an der Eingangstür weist darauf hin, dass Hunde ab jetzt draußen bleiben müssen. „Bislang gab es keine Beschwerden von Bürgern der Stadt Hessisch Oldendorf“, sagt Bürgermeister Krüger. Er kenne diesen Umgang mit Hunden von vielen anderen Behörden. Und auch in kaum einem Geschäft sei es heute noch erlaubt, Hunde mitzubringen.

Im Rathaus in Hameln müssen Hunde bereits seit mehreren Jahren draußen auf ihre Besitzer warten. „Man geht potenziellen Konflikten aus dem Weg“, sagt Janine Herrmann von der Pressestelle der Stadt Hameln. Auch im Hamelner Rathaus seien Allergien, Hygiene und die Angst vor Hunden Gründe für ein Verbot gewesen. Eine solche Regelung gibt es auch im Bad Pyrmonter Rathaus. Aus Sicherheitsgründen habe man das Verbot dort schon vor rund zehn Jahren erlassen, so die Auskunft vom Bürgerservice. Im Salzhemmendorfer Rathaus ist die Sicherheit der Hauptgrund für ein Hundeverbot. „Man kann nicht jeden Hund einschätzen“, sagt Jan Rohrmann vom Ordnungsamt des Fleckens. Seit über 15 Jahren besteht daher ein Hundeverbot. Auch dort gibt es Hinweisschilder und Anbindemöglichkeiten. Wer seinen Hund für die Hundesteuer anmelden will, muss ihn in den genannten Rathäusern nicht vorzeigen.

In ländlicheren Gegenden sei das anders. Dort könne man eine solche Regel gar nicht aufstellen, sagt eine Angestellte des Rathauses Coppenbrügge. Dort leben mit 0,1 Hunden pro Einwohner die meisten Hunde im Landkreis Hameln-Pyrmont. In Coppenbrügge, Emmerthal, Aerzen und Lügde dürfen Hunde mit in öffentliche Gebäude gebracht werden. Es habe bisher keine Probleme gegeben, weshalb sich niemand dazu veranlasst gefühlt habe, ein Verbot auszusprechen, sagen Angestellte der Rathäuser. Die Coppenbrügger Mitarbeiter seien tierlieb und freuten sich über Hunde, die zu Besuch kommen, meint eine Mitarbeiterin der Gemeindeverwaltung. In Bad Münder und außerhalb des Landkreises in Rinteln und Bodenwerder freut man sich ebenfalls über Hundebesuch im Rathaus.

In den Gebäuden der Agentur für Arbeit sowie den Stadtbüchereien Hameln und Hessisch Oldendorf ist das Mitbringen der Vierbeiner jedoch untersagt. In der Vergangenheit habe es Probleme mit kleinen Kindern gegeben, die Angst vor Hunden hatten, berichtet Susanne Wilhelms von der Stadtbücherei Hameln.

Für Blindenhunde gelten diese Regelungen allerdings nicht. Sie dürfen ihren Besitzer weiterhin in öffentlichen Gebäuden begleiten.

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