weather-image
27°
Organist Ulfert Smidt stellt im Stift Fischbeck einen musikalischen Nord-Süd-Dialog vor

Hoher Norden trifft sonnigen Süden

FISCHBECK. Für die ehemalige Fischbecker Äbtissin Uda von der Nahmer gibt´s keinen Zweifel. Ihre Heimat Ostfriesland, das ist für sie die Orgelregion in Europa. Für die amtierende Äbtissin Katrin Woitack und die Stiftsdame Ursula Schroeder dagegen verdient in erster Linie das Weserbergland die Bezeichnung „Orgelland“. Mit der gleichfalls restaurierten Hillebrand-Berner-Orgel im Stift Fischbeck als Mittelpunkt.

veröffentlicht am 14.08.2018 um 11:57 Uhr

Stiftsdame Ursula Schroeder (v. li.), Organist Ulfert Smidt und Äbtissin Katrin Woitack. foto: eaw
Avatar2

Autor

Ernst August Wolf Reporter
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

„Von Pilsum bis Krummhörn, jedes Dorf hat eine prächtige Orgel“, erklärte von der Nahmer. Lange im Dornröschenschlaf sind die Orgelschätze in den 60er Jahren wieder restauriert worden. Für die amtierende Äbtissin Katrin Woitack und die Stiftsdame Ursula Schroeder dagegen verdient in erster Linie das Weserbergland die Bezeichnung „Orgelland“. Mit der gleichfalls restaurierten Hillebrand-Berner-Orgel im Stift Fischbeck als Mittelpunkt.

Ein Instrument, das auch die Wertschätzung des hannoverschen Marktkirchen-Organisten Ulfert Smidt genießt. „Eine wunderbare Barockorgel nach alten mechanischen Bauprinzipien, ganz anders als die modernere Marktkirchenorgel in Hannover.“

„Nord-Süd-Dialog“, so war Smidts musikalische Reise betitelt. „Ich will einen Austausch der musikalischen Kulturen aufzeigen“, so der bekannte Organist. „Hoher Norden und sonniger Süden, Unterschiede und gegensätzliche Beeinflussungen von Stilen und Formen sollen deutlich werden.“ So reichte die Spannweite des Programms dann auch vom dänischen Romantiker und Freund Mendelssohns, Niels Wilhelm Gade, über das fantasievoll und mit wildem Pedaleinsatz zu spielende „Praeludium in e“ des im Husum und Kopenhagen des ausgehenden 17. Jahrhundert wirkenden Nicolaus Bruhns, eingängigen norditalienischen Kompositionen von Vincenzo Antonio Petrali aus Bergamo, eines Zeitgenossen Rossinis, bis zum „Allegro G-Dur“ des Venezianers Baldassare Galuppi.

Allesamt Stücke, die gegensätzlicher und reizvoller nicht hätten sein können. Da kontrastierte der gleichförmige ruhige Bass in der „Ciacona in d“ des Johann Pachelbel mit dem volkstümlichen Charakter von Petralis „Allegro brillante D-Dur“ sowie zwei mächtigen Choralvorspielen von Dietrich Buxtehude, dem Lübecker Marienorganisten, ehe Ulfert Smidt seinen musikalischen Nord-Süd-Dialog in Johann Sebastian Bachs Orgelchoral „Erbarm dich mein, o Herre Gott“ und dessen „dorischer Toccata und Fuge“ münden ließ. Smidt, der auch lange Jahre als Kirchenmusiker, Kreiskantor und Orgelrevisor in Holzminden tätig war, und seit 1996 Organist an der hannoverschen Marktkirche sowie Professor an der Musikhochschule Hannover ist, zeigte, dass er nicht nur das Instrument perfekt beherrscht, sondern durch Stückeauswahl und Erläuterungen zwei ganz gegensätzlich Orgelregionen Europas in ihren Wechselwirkungen erhellen konnte.

Um „Europäische Resonanzen“ geht es auch beim nächsten Konzert der Fischbecker Orgelkonzerte 2018, wenn am 3. September Roman Summereder aus Wien im Stift zu Gast ist.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare