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Sonne fällt morgens nicht aufs Schwimmbecken des Baxmannbades / Suche nach Einsparmöglichkeiten

Hohe Bäume lassen die Energiekosten steigen

Hessisch Oldendorf (pj). „Herr Bürgermeister, ich bin enttäuscht“, ärgert sich Elisabeth Feldmann. Sie habe erwartet, dass im Rahmen der Haushaltskonsolidierung nicht nur beim Baxmannbad der Rotstift angesetzt werde, führt die Schatzmeisterin des Fördervereins weiter aus. Harald Krüger erklärt daraufhin, dass er auch mit den Badbetreibern in Haddessen und Rohden gesprochen und Kürzungen vereinbart habe. Einen Strich durch die Rechnung macht dem Bürgermeister die Mehrheitsgruppe im Stadtrat.

veröffentlicht am 07.03.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 09.11.2016 um 20:21 Uhr

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SPD und Grüne sind gegen Kürzungen in den privatgeführten Freibädern, da sie nach der jüngsten Kommunalwahl zugesagt hatten, dass die Zuschüsse nicht gekürzt werden. Dies geschah vor dem Hintergrund, dass die Badbetreiber Planungssicherheit für die Zeit bis 2011 haben.

Harald Krüger versichert, dass er zum Freibad in der Kernstadt stehe: „Es ist ein Juwel und es tut weh, wenn man das Bad aus Kostengründen nicht mehr so lange öffnen kann.“ Der Bürgermeister führt weiter aus, dass „jeder Tag 1000 Euro kostet“. Die Stadtverwaltung schlägt vor, die kommende Saison auf 100 Tage zu beschränken. Das bedeutet, dass sich die Schwimmer vom 22. Mai bis zum 29. August im Bad am Barksener Weg tummeln können.

Um Geld zu sparen, oder andersherum, um künftig mehr Geld einzunehmen, wird eine Erhöhung der Eintrittspreise für Erwachsene vorgeschlagen. Diese sollen für den einmaligen Badbesuch 3 anstatt wie bisher 2,50 Euro zahlen. Der Spätschwimmertarif soll um 20 Cent auf 1,20 Euro angehoben werden. Kommen nach 18 Uhr vier Personen, davon jedoch höchstens zwei Erwachsene, sollen diese 2,40 statt bisher 2 Euro zahlen.

Jahreskarten, Familienkarten und Karten für Kinder werden nicht angetastet. „Wir sparen nicht bei den Kindern“, hebt Andreas Hage von Bündnis 90/Die Grünen hervor. Rosemarie Kreiensen (SPD) verweist in diesem Zusammenhang auch darauf, dass Kinder und Jugendliche, die einen Ferienpass lösen, in den Sommerferien freien Eintritt haben.

Bürgermeister Krüger erinnert daran, dass das Baxmannbad vor zehn Jahren mit großem finanziellen Aufwand saniert worden war. Was den Betrieb anbelangt, sei man beim Personal inzwischen an der unteren Grenze angelangt. Die Schwimmmeister übernähmen nicht nur die Aufsicht, sie kümmerten sich auch darum, dass das Bad immer gut gepflegt sei, erklärt das Stadtoberhaupt.

Einsparungsmöglichkeiten werden von Harald Krüger und von Politikern deshalb nur noch bei den Energiekosten gesehen. Rosemarie Kreiensen möchte, dass man am Ball bleibt. Der höchste Energieverlust ist in den Nachtstunden zu verzeichnen. Deshalb wird überlegt, ob es nicht sinnvoll ist, das Schwimmbecken nachts abzudecken. Um die Sonneneinstrahlung in den Morgenstunden intensiver zu nutzen und um den Schattenwurf auf das Wasser zu verhindern, sollten die hohen Bäume gekappt werden, regen Mitglieder in der öffentlichen Sitzung des Ausschusses für Schule, Familie und Sport an.

„Zehn Prozent Kürzung bei den Öffnungstagen, 20-prozentige Erhöhung bei den Eintrittskarten für Erwachsene – da kann man die Auswirkungen nicht abschätzen“, sagt der Vorsitzende des Fördervereins Baxmannbad, Heinz Vette. Der Vorsitzender des Ausschusses für Schule, Familie und Sport, Günter Peschke, befürchtet negative Entwicklungen, und enthielt sich ebenso wie sein CDU-Parteifreund Sebastian Hoffmann der Stimme bei der Abstimmung über Einsparungen und Gebührenanhebung.

Dass in der Hessisch Oldendorfer Kernstadt „viele hinter ihrem Bad stehen“, sieht Heinz Vette schon darin begründet, dass der Förderverein inzwischen 220 Mitglieder zählt, und dass rund 60 Sponsoren sich engagieren. Wie wichtig diese öffentliche Einrichtung sei, zeige sich daran, dass dort viele Kinder schwimmen lernten und man dem Ziel, dass jeder Viertklässler schwimmen könne, sehr nahe komme.

Ratsherr Wilfried Schnase (CDU) bittet die Stadtverwaltung: „Wir sollten bei den Öffnungszeiten flexibel reagieren und bei Wärme auch über eine Verlängerung nachdenken.“

Die Zukunft des Freibades in der Kernstadt wird auch am kommenden Mittwoch, 10. März, in der Jahresversammlung des Fördervereins Baxmannbad im Mittelpunkt stehen. Die Veranstaltung beginnt um 19.30 Uhr im Restaurant Pierrot in der Goethestraße.

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