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Stadt gibt Tipps

Hochwasserschutz: Jeder Einzelne ist selbst gefordert

HESSISCH OLDENDORF. Es schüttet ohne Ende, Bäche treten über die Ufer und Keller laufen voll – solche Ereignisse nehmen zu. Hessisch Oldendorf traf es zuletzt am 30. September 2017 besonders heftig, seitdem wird über Schutzvorkehrungen seitens der Kommune debattiert. Doch die Bürger können sich selbst schützen – sind sogar dazu verpflichtet, sagt Heiko Wiebusch von der Stadt.

veröffentlicht am 04.04.2018 um 15:40 Uhr
aktualisiert am 04.04.2018 um 17:40 Uhr

Land unter: Friedrichsburg traf ein Starkregen zuletzt am 30. September des letzten Jahres besonders heftig. Foto: fn/Archiv
Jens Spickermann

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Jens Spickermann Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
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Manchmal sind es Kleinigkeiten, die darüber entscheiden, ob ein Starkregen großen Schaden anrichtet oder weitgehend spurlos vorübergeht. „Es kommt immer wieder vor, dass die Leute sagen‚ ,ich habe Wasser im Keller‘“, erzählt Wiebusch. Das passiere schnell, wenn der Keller eines Gebäudes unterhalb der Ebene des Kanals liegt. Abhilfe schaffen kann eine Rückstausicherung für die Kellerräume. Teuer sei die nicht, sagt Wiebusch. Man müsse sie aber eben einbauen und regelmäßig überprüfen.

Doch auch die Wände müssen dicht sein. Leider gebe es in den Dörfern der Weserniederung noch viele alte Gebäude, die nicht so gedichtet sind, wie es heutigen Standards entspricht. Normalerweise macht sich das kaum bemerkbar, doch wenn die Weser längere Zeit Hochwasser führt, dann könne der Grundwasserspiegel bis auf das Niveau der Keller steigen, obwohl er normalerweise in einer Tiefe von fünf bis sieben Metern liege, erklärt Wiebusch. Wenn der Keller nicht vernünftig abgedichtet wird, kann das Grundwasser also ins Gebäude gelangen.

Auch an der Oberfläche macht das Wasser bei Starkregen Probleme: Wenn die Böden ohnehin schon mit Wasser gesättigt sind, dann kann in Dörfern wie Hemeringen, das außerhalb des Wesertals liegt, das Wasser die Hänge herabfließen und sich in den Senken sammeln. Das liegt an einem hohen Schluff-Anteil im Boden, der das Versickern erschwert.

Besonders schlimm wird es, wenn die Felder bereits abgeerntet sind; dann transportieren die Wassermassen zusätzlich noch eine Menge Schlamm. Dadurch setzten sich dann auch noch Gräben und Rohre zu, auch wenn sie vorher frei waren, erklärt Wiebusch. Die Landwirte seien deshalb dazu angehalten, ihre Felder parallel zum Hang zu flügen, damit sich die Ackerfurchen nicht zu kleinen Bächen entwickeln. Zwingen könne man aber niemanden.

Damit die braune Brühe nicht ungehindert auf das eigene Grundstück fließen kann, kann an den Grundstückgrenzen ein kleiner Erdwall, eine niedrige Mauer oder ein Sockel als Schutzeinrichtung angelegt werden. „Solche Maßnahmen sind schon von mehreren Grundeigentümern im Stadtgebiet umgesetzt worden und können z.B. auch in Verbindung mit der Einfriedung von Grundstücken umgesetzt werden“. Die Leute seien ja auch ansonsten bereit, Mauern und Zäune zu errichten, sagt Wiebusch. An Orten, an denen es häufiger Probleme gibt, schade es auch nicht, Sandsäcke oder Holzbohlen bereit zu halten.

Am einfachsten sei es aber, dafür zu sorgen, dass bei Regen auf den Wohngrundstücken möglichst viel Wasser vom Boden aufgenommen werden kann und gar nicht erst größere Flutwellen entstehen: Eine Rasenfläche könne viel mehr Wasser aufnehmen, als eine Fläche, die mit Pflastersteinen versiegelt ist, sagt Wiebusch. Von der Pflasterfläche fließe fast 100 Prozent ab, von einer Rasenfläche hingegen nur etwa ein Drittel. (Natürlich ist das auch von der Neigung und Bodenzusammensetzung abhängig).

In den letzten Jahren seien aber immer größere Flächen gepflastert worden. Wer früher nur ein Auto besaß, habe inzwischen vielleicht zwei und die Einfahrt entsprechend verlängert. „Häufig ist mehr als die Hälfte der Grundstücke versiegelt“, so Wiebusch. Immer wieder komme es vor, dass Regenwasser vom eigenen auf benachbarte Grundstücke oder auf die Straße abgeleitet wird. Das sei aber unzulässig. Stattdessen müsse das Wasser etwa durch eine Rinne aufgefangen werden oder auf dem eigenen Grundstück versickern.

Wer Fragen zu Schutzmaßnahmen gegen Überschwemmungen hat, solle sich übrigens an die Stadt wenden, sagt Wiebusch. Man werde den Bürgern gerne beratend zur Seite stehen.



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