weather-image
16°

ho11/Storch

Hessisch Oldendorf (red). Der Herbstzug der Störche hat begonnen – nach und nach verlassen die Störche ihre Brutgebiete. Auf dem Schornstein der ehemaligen Molkerei in Hessisch Oldendorf, auf dem bislang jedes Jahr Störche nisteten, ist das Storchennest jedoch bereits seit Anfang Juni verwaist. „Der bis dahin dort weilende Einzelstorch hat schon lange der Stadt den Rücken gekehrt“, sagt Dietmar Meier vom Naturschutzbund Nabu Hessisch Oldendorf/Hameln.

veröffentlicht am 01.09.2011 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 10:41 Uhr

270_008_4760902_lkho105_0109.jpg
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Bis Mitte Mai hätten die Nabu-Mitglieder oftmals Störche im Wesertal beobachten können, die zwar versucht haben, auf dem Nest in Hessisch Oldendorf zu landen. Der Einzelstorch habe sich jedoch nicht sehr gesellig gezeigt und alle Störche erfolgreich abgewehrt, berichtet Meier.

Der eigenbrötlerische Storch sei ein sogenannter „Hagestolz“, so Meier weiter, der alle Störche „wegkämpft“. Der Storchexperte vom Nabu erklärt, dass solche Störche keinen Partner dulden, um zur Brut zu schreiten. Allerdings kehrten auch diese Störche einige Jahre lang immer wieder zu ihrer „Sommerresidenz“ zurück, bis sie das Interesse an dem Nest verlieren und woanders ihr Storchenglück versuchen. „Das Verhalten ist nicht ganz ungewöhnlich“, sagt Meier. Störche seien bei der Partnerwahl meist sehr anspruchsvoll. „Nicht jeder Storch ist mit jeder Störchin einverstanden und umgekehrt“, weiß Meier, der berichtet, dass auch im Tierpark Bad Pyrmont zwei Wildstörche gebrütet hätten.

Allerdings sei dieser Versuch erfolglos geblieben. „Einer der Brutstörche zog sich eine schwere Beinverletzung zu, konnte bislang aber nicht eingefangen werden“, so Meier. Der verletzte Storch sei noch so vital, dass er sofort davonfliege, wenn man ihm helfen wolle. „Sollte er sich auf den Zug begeben, sind seine Überlebenschancen äußerst gering“, befürchtet der Hessisch Oldendorfer. „Die Natur kann sehr schön, gleichzeitig aber auch sehr grausam sein, nur die starken und gesunden Tiere überleben.“

Und manchmal hängt das Leben der Störche auch gerade nicht von natürlichen Bedingungen ab. Dietmar Meier berichtet von einem unbekannten Storch, der in der Feldmark bei Groß Berkel einen Stromschlag erlitten hatte. „Vermutlich ist der Storch in eine Freileitung geflogen.“

Ein Spaziergänger habe das verletzte und flugunfähige Tier gefunden und Hans Arend sowie Hans-Jürgen Wissel von der Nabu-Ortsgruppe verständigt. Der „Bruchpilot“ konnte der Wildtierstation in Sachsenhagen übergeben werden. Dort erholt er sich laut Meier derzeit von den Verletzungen.

Auch wenn es bei Störchen vereinzelt zu erfolglosen Brutversuchen komme, so seien die Bruterfolge bei den Störchen in der Region insgesamt jedoch „ganz ordentlich“, meint Meier. Nach Recherchen des Nabu liegt die statistische Zahl mit durchschnittlich 2,3 Jungen pro Brutpaar dieses Jahr deutlich über dem Durchschnitt mit 1,8 Nachkommen. Auffallend sind laut Meier viele vagabundierende junge Störche, die derzeit ihr Unwesen treiben. Mit dem Erreichen der Geschlechtsreife werden sie nächstes Jahr wohl im hiesigen Raum zur Brut schreiten. „Neuansiedlungen im Weserbergland sind daher in der kommenden Brutsaison nicht auszuschließen“, hofft Meier.

Hans-Jürgen Wissel birgt in einem Kornfeld einen Storch, der offenbar in eine stromführende Freileitung geflogen war.

Fotos: dm



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt
    X
    Herzlichen Glückwunsch, Ihr Adblocker funktioniert!

    Wir verstehen, dass Sie nicht hier sind, um Werbung zu sehen.
    Aber Werbe- und Aboeinnahmen sind wichtig für unsere journalistische Arbeit.


    Unterstützen Sie unseren Qualitäts-Journalismus, indem Sie Ihren Adblocker deaktivieren
    oder sich mit einem gültigem Digital-Abo anmelden.

    Sie haben ein Digital-Abo? Hier anmelden!

    Noch kein Digital-Abo?