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Gildetreffen mit Führung durch die Hessisch Oldendorfer Innenstadt und Besuch im VW-Museum

Historische Figuren ziehen Blicke auf sich

Hessisch Oldendorf (ah). „Natürlich drehen sich die Leute nach uns um – wir sind eyecatcher“, sagt Josh Teuber aus Nienburg, als er die neugierigen Blicke einiger Kernstädter bemerkt. Als Knecht des Nienburger Nachtwächters wirbt er an vielen Orten für seine Stadt. Er erklärt: „Man muss Geschichte mögen, um solch eine Rolle übernehmen zu können.“

veröffentlicht am 09.02.2009 um 18:24 Uhr
aktualisiert am 10.11.2016 um 19:21 Uhr

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Zur Regionalversammlung der Deutschen Gilde der Nachtwächter, Türmer und Figuren kam ein Drittel der 54 Mitglieder nach Hessisch Oldendorf. Mit einem Empfang im Rathaus bedankte sich Bürgermeister Harald Krüger für die große Beteiligung der Gewandeten am Stadtfest im vergangenen Jahr. „Toll, dass Sie uns erneut besuchen“, sagte er und versäumte nicht, den „aktiven Verkehrsverein“ zu loben, dessen stellvertretender Vorsitzender, der Baxmann-Darsteller Lutz-Arnim Simon, zu diesem Gildetreffen eingeladen hatte.

In Begleitung interessierter Gäste zogen die Gewandeten aus Niedersachsen und Westfalen vom Rathaus zum „größten Burgmannshof“. Anna von Bismarck berichtete, dass sie im Schloss „eine vergnügte und fruchtbare Ehe mit Ludolf von Münchhausen“ geführt habe, dessen einzigartige Privatbibliothek mit 14 000 wissenschaftlichen Bänden gerühmt wurde. Vor der wunderschönen Kulisse des Münchhausen-Schlosses in der Weserstraße stimmte Jan Tut aus Delmenhorst das Nachtwächterlied an. Beim Rundgang durch die Stadt erzählten die Gildemitglieder Anekdoten aus der Geschichte ihrer jeweiligen Stadt, von Brauchtum und Tradition und machten damit Appetit auf mehr. So klärte die Hexe von Rinteln über die „Hexenprobe“ auf, während der Knecht des Nachtwächters aus Nienburg mit düsteren Worten verriet, warum der Tod durch das Schwert Anfang des 17. Jahrhunderts einer Begnadigung gleichkam. Andere stellten klar, dass nicht nur die Türmer, sondern auch die Nachtwächter Brände in der Stadt anzeigten und damit größere Gefahr abwendeten.

Stattlicher Kutscher des

Fürsten erstmals dabei

Neu der Gilde beigetreten ist der stattliche Kutscher des Fürsten zu Bückeburg, ein verschwiegener Geselle. Er versicherte, dass er um sein Leben fürchten müsse, wenn er ausplaudern würde, wen er des Nachts zu den Gemächern des Fürsten kutschierte. Im Regen marschierte der imposante Zug an den Sehenswürdigkeiten der Hessisch Oldendorfer Innenstadt entlang, wärmte sich mit Tropfen aus einer geheimnisvollen Flasche, und die Teilnehmer fanden zwischendurch Unterschlupf in der Marienkirche und in einer an diesem Tage neu eröffneten Fahrschule in der Langen Straße.

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Jan Tut aus Delmenhorst stimmt vor der wunderschönen Kulisse des Münchhausen-Schlosses das Nachtwächterlied an.

Höhepunkt der Zusammenkunft war der Besuch des privaten VW-Museums der Familie. Traugott Grundmann sagte angesichts der Gäste: „Solch eine illustre Gesellschaft hatte ich hier noch nie.“ Mit den unterhaltsamen und spannenden Geschichten über jeden einzelnen seiner ausgestellten Wagen und mit der großen Leidenschaft für sein Hobby passte der VW-Spezialist wunderbar zu den Gewandeten rund um Gildemeister Alfred Schneider, den Nachtwächter aus Rinteln – nur dass Grundmanns Arbeitskleidung schlichter ausfällt. „Hier kann man nur staunen, staunen, staunen“, murmelte die sichtlich begeisterte Darstellerin des Nachtwächters von Bad Münder, Almut Gattermann, und meinte am Ausgang des VW-Museums: „Lutzi, Lutzi, was hast du da Schönes für uns auf die Beine gestellt.“

Um das Bundestreffen der Gilde in Altlandsberg in Brandenburg im März vorzubereiten, lud der derartig gelobte Baxmann, Lutz-Arnim Simoan, die Gildemitglieder der Arbeitsgruppe Nord-West im Anschluss ins Café am Stift nach Fischbeck ein.



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