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Fischbecker Stiftsgärten vor Sanierung

Historische Anlage wird aufgewertet

veröffentlicht am 02.09.2016 um 17:16 Uhr
aktualisiert am 25.10.2016 um 10:19 Uhr

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Autor:

Barbara Jahn
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„Dass sich aus meinem Wunsch nach einer Süntelbuche ein solcher Masterplan entwickeln würde, habe ich nicht gedacht“, erklärt Katrin Woitack. Die Äbtissin hatte sich einen solchen Baum anlässlich ihrer Amtseinführung im Sommer des vergangenen Jahres vom Kapitel des Fischbecker Damenstifts gewünscht. „Nur wenige Tage nach meinem Amtsantritt musste im Abteigarten eine uralte Eiche gefällt werden. Das, in Kombination mit meinem Wunsch nach der Buche, brachte den Stein ins Rollen“, erinnert sich Katrin Woitack. Nun gibt es einen mit Fachleuten erarbeiteten Plan, der die Grundsanierung der historischen Gärten in den kommenden zwei Jahren vorsieht.

Der Abteigarten auf der Westseite des Stifts Fischbeck ist angelegt als Oase der Ruhe. Die übrigen Gartenbereiche haben die Nonnen und nach der Reformation die Stiftsdamen als Nutzgärten für die eigene Versorgung gebraucht. In den Jahren 2002 bis 2006 wurden diese Bereiche neu angelegt. Ein Kräutergarten nach historischem Vorbild entstand. Mit Staketenzäunen wurden verschiedene Bereiche getrennt und werden jetzt als private Gärten der Stiftsdamen genutzt. „Der Abteigarten ist ein Hort von uralten und besonderen Bäumen. Ein ganz besonderer Baum ist die tausendjährige Eibe. Diese wurde 2006 vom Sturm Kyrill sehr stark beschädigt, hat sich aber erholt und wächst seitdem wieder kräftig. Leider haben aber Bäume nur eine begrenzte Lebensdauer“, führt die Äbtissin aus. In den letzten Jahren hätten sich bedauerlicherweise viele alte Bäume verabschiedet, die freigewordenen Flächen sollen neu bepflanzt werden, fährt sie fort.

Als der Schirmvogt des Stifts, Otto von Blomberg, vom Wunsch der Äbtissin nach einer Süntelbuche hört, stellt er umgehend einen Kontakt zu Michael Meier, dem Ansprechpartner des Freundeskreises Süntelbuchen-Reservat, her. Begeistert führt Michael Meier die Kapitularinnen aus Fischbeck durch das Arboretum in Nettelrede bei Bad Münder. Hier wird die äußerst seltene Süntelbuche als regionale Besonderheit erhalten und gepflegt. Typisch für diesen heimischen Baum, eine Mutation der Rotbuche, sind ein drehwüchsiger Stamm und zickzackförmig gewachsene Äste.

Diese Gnome wurden in vergangenen Jahrhunderten nicht geliebt, da sich das Holz nicht nutzen ließ. „Tatsächlich werden wir von dort eine rote und zwei grüne Süntelbuchen erhalten“, freut sich Katrin Woitack. Und einen Standort für die Raritäten gibt es auch schon. „Wir werden mit den Bäumen ein Ensemble pflanzen, wie es ähnlich im Berggarten in Herrenhausen zu bestaunen ist“, sagt die Äbtissin.

Der Standort ist gemeinsam mit Claudia Amelung ausgewählt worden. Die Diplom-Ingenieurin ist Sachverständige für Baumwerteermittlung, Baumpflege und Baumsanierung. „Claudia Amelung hat in unseren Gärten eine Bestandsaufnahme durchgeführt, ein Baumkataster erstellt und den Masterplan zur Sanierung der Gärten erarbeitet“, führt Katrin Woitack aus und sie ergänzt: „Es geht jetzt nicht darum, zu flicken, sondern vernünftig mit Fachleuten zu planen, um dann konzeptionell vorzugehen. Wir wollen mit den Maßnahmen der historischen Anlage gerecht werden.“ Zu den geplanten Vorhaben gehören aber nicht nur Neuanpflanzungen von Süntelbuchen und Linden. Es gehe vor allem auch darum, bestandssichernde, pflegerische sowie bereinigende Maßnahmen durchzuführen, stellt die Äbtissin dar. So müsse beispielsweise bei der Linde am Eingang zum Abteigarten das Erdreich um den Baumstamm herum aufbereitet werden, um den Wurzelbereich des Baumes zu schützen. „Eine Kiefer, die sich im Obstgarten angesiedelt hat, wird ebenso weichen müssen wie Robinien, die nicht in den historischen Garten passen“, nennt Woitack als Beispiele für bereinigende Maßnahmen. Bis die Süntelbuchen von Nettelrede nach Fischbeck umziehen können, wird es noch ein gutes Jahr dauern. „Klaus Werner Scharrenbroich, Fachmann für Baumpflege und Baumpflanzungen, bereitet derzeit die Bäume für die Verpflanzung vor. Damit die seltenen Exemplare dann sicher angehen, muss das Wurzelwerk entsprechend behandelt werden“, führt sie aus.

Termin: Wer nicht warten möchte, bis die Sanierung der Gärten abgeschlossen ist, kann am Samstag, 10. September, die sonst nicht öffentlich zugänglichen Gärten bewundern. Von 15 bis 18 Uhr können die Stiftsgärten erkundet werden. Nähere Informationen dazu gibt es unter www.stift-fischbeck.de.



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