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Eingestürzte Terrasse: Familie fühlt sich im Stich gelassen

Hilflos in einem Berg von Schutt und Müll

Hessisch Oldendorf. Am 4. Juli des vergangenen Jahres war die Terrasse auf dem Anbau eines Hauses an der Segelhorster Straße in das daruntergelegene Wohnzimmer gestürzt. Immer noch ist dort nichts passiert. Hauseigentümer Avdi Giyveri sagt: „Wir fühlen uns im Stich gelassen.“

veröffentlicht am 10.02.2016 um 20:00 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 10:36 Uhr

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Autor:

Barbara Jahn-Deterding
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„Wir sind es leid, dass wir immer wieder gefragt werden, wann wir endlich den Schutt und Müll wegräumen“, sagt Avdi Giyveri. Personen waren nicht zu Schaden gekommen, aber noch heute hat sich an der Unglücksstelle in der Segelhorster Straße 5 nichts getan.

„Niemand fühlt sich zuständig, uns zu helfen“, beklagt auch Labinot Giyveri die für die Familie unbefriedigende Situation. „Wir haben das Haus 2007 erworben und im vergangenen Jahr neue Terrassendielen auf das Dach gelegt, mehr haben wir nicht verändert“, erklärt der jüngste Sohn der Familie Giyveri. Ursache für den Einsturz der acht mal sechs Meter großen Decke des Anbaus ist aus Sicht der Geschädigten ein verstopftes Abflussrohr der Terrasse gewesen. „Das Regenwasser hat sich gesammelt, das Gewicht wurde zu hoch und dann ist alles eingestürzt“, sagt Avdi Giyveri. Für die Familie liegt die Ursache in dem unsachgemäß ausgeführten Anbau, für den es ihres Wissens „zwar eine Zeichnung, aber keine Genehmigung gab“.

Dass es zum Einsturz kam, verwundert den Vorbesitzer des Hauses nicht im Geringsten. „An das Haus ist 1975 ein Wohnzimmer mit einem Flachdach angebaut worden. Es war ein Dach, es war nicht auf eine Dachterrasse ausgelegt“, stellt er klar. Familie Giyveri habe es nicht nur mit Sichtschutzzäunen versehen, sondern auch große Blumenkübel darauf gestellt, um es als Terrasse zu nutzen, erklärt der Vorbesitzer. Möglicherweise seien die Terrassendielen, die von der Familie Giyveri auf das Flachdach aufgebracht wurden, unsachgemäß über das Abflussrohr gelegt worden, mutmaßt der ehemalige Eigentümer.

Vorwürfe erheben die Giyveris auch gegen die Versicherung. „Die haben einen Gutachter geschickt, der hat von Pfusch gesprochen. Die Versicherung hat nichts bezahlt und uns sogar gekündigt, obwohl wir immer regelmäßig bezahlt haben“, äußert Cima Giyveri ihren Unmut.

Dazu erklärt Christian Worms, Pressesprecher der VGH-Versicherungen: „Es ist richtig, dass der Schaden und seine Ursachen vor Ort geprüft und ein entsprechendes Gutachten erstellt wurden. Bei dem Gebäudeschaden der Familie Avdi Giyveri vom 4. Juli 2015 handelt es sich nicht um ein ersatzpflichtiges Schadensereignis im Sinne der zugrunde liegenden Bedingungen der Wohngebäudeversicherung (dies wären zum Beispiel Schäden durch Sturm, Hagel, Feuer, Explosion, Fahrzeuganprall).“

Dies sei der Familie Giyveri Mitte Juli mitgeteilt worden. Die Familie habe diesem Bescheid nicht widersprochen. Schriftliche Informationen, die deren Anwalt erbat, „haben wir fristgerecht zur Verfügung gestellt. Da wir darauf keine weitere Reaktion erhielten, haben wir die Akte Anfang September 2015 geschlossen“. Der Pressesprecher erklärt weiter: „Es trifft zu, dass die VGH mittlerweile sämtliche Vertragsbeziehungen zum Versicherungsnehmer gekündigt hat, da das für eine Geschäftsbeziehung unerlässliche Vertrauensverhältnis nicht mehr gegeben ist. Auch zu den Gründen hierfür dürfen wir uns aus Datenschutzgründen Dritten gegenüber nicht äußern, ohne dass uns der Versicherungsnehmer von der Schweigepflicht entbindet.“

Die Familie sieht derzeit keine Möglichkeit, den Zustand auf ihrem Grundstück zu ändern. „Wir haben kein Geld, Müll und Schutt entsorgen zu lassen. Wir zahlen heute noch am Kredit für den Kauf unseres Hauses, das durch den Einsturz im Erdgeschoss unbewohnbar geworden ist“, beklagt die Familie. So musste sich der Sohn Leonard, der im Erdgeschoss mit seiner Familie lebte, eine neue Wohnung in der Stadt suchen.



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